7 Tipps, wie Sie die Nachfolge vorbereiten

Staffelstabübergabe auf einer Laufbahn von zwei Männern im Anzug, es sind nur ihre Hände und Teile des Ärmels zu sehen.
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Planung mit Weitblick gefordert: Die Unternehmensnachfolge umfasst eine Vielzahl menschlicher, rechtlicher, steuerlicher und wirtschaftlicher Aspekte.

Tipp 1: Ausgangssituation

Nachfolgeplanung – egal, ob Vererbung, Schenkung oder Verkauf – ist ein komplexes Thema, das eine Vielzahl menschlicher, rechtlicher, steuerlicher und wirtschaftlicher Aspekte umfasst. Lassen Sie sich professionell beraten, um alle Fragen kompetent und sachgerecht zu lösen. Scheuen Sie sich nicht vor einer eingehenden Analyse der Situation. Es gibt keine Patentrezepte oder Standardlösungen. Planen Sie den Generationswechsel daher frühzeitig, umfassend und individuell. Der optimale Planungszeitraum liegt zwischen fünf und zehn Jahren.

Tipp 2: Bestandsaufnahme 

Grundlage jeder Nachfolgeplanung ist eine umfassende und objektive Bestandsaufnahme des Unternehmens. Objektiv bedeutet dabei, dass die Betrachtungen nicht nur aus Sicht des Unternehmers geschehen. Alle relevanten Firmeninformationen müssen zusammengestellt werden: Finanzstatus, Kostenrechnungssystem, Aufgabenverteilung, Marktchancen und -risiken, Stärken- und Schwächenanalyse, Unternehmensziele, spezifisches Know-how sowie Anforderungsprofil des Nachfolgers. Sie sollten auch Ihre persönlichen Vermögensverhältnisse und die der zu versorgenden Angehörigen feststellen. Welche Mittel stehen für den Lebensunterhalt zur Verfügung? Die Sicherung Ihrer Altersversorgung ist ein Kriterium für die Auswahl der geeigneten Variante der Nachfolgelösung.

Tipp 3: Entwickeln Sie Ziele

Klar formulierte Ziele erleichtern die Übergabe und sparen Zeit und Energie. Alle Beteiligten müssen sich einig darüber sein, wo sie nach der Übergabe stehen wollen. Mögliche Ziele für die Übergaberegelung sind Bestandssicherung des Unternehmens, Übergabe der Geschäftsführung zu einem bestimmten Zeitpunkt, Versorgung des Unternehmers, geringe Liquiditätsbelastung des Nachfolgers sowie strukturelle Änderungen des Unternehmens. Klären Sie gemeinsam mit allen Betroffenen, zumindest mit der Familie und dem Nachfolgekandidaten, welche Ziele bei der Übergabe im Vordergrund stehen. 

Tipp 4: Zeit- und Ablaufplan entwickeln

Planung Eine gute Planung ist entscheidend – aus steuerlichen Gründen und für den Fall eines nicht vorgesehenen Ausscheidens des Unternehmers. Entwerfen Sie daher einen verbindlichen Zeit- und Ablaufplan, aus dem hervorgeht, wann welche Maßnahmen durchgeführt werden und zu welchem Zeitpunkt diese spätestens abgeschlossen sein sollen. Entwickeln Sie verschiedene Handlungsalternativen und bedenken Sie, dass Versäumnisse in der Planungsphase zu improvisierten Lösungen führen, die selten dem Wunsch der Beteiligten entsprechen.

Für Ihre persönliche Lebensplanung ist entscheidend, dass auch Ihre Rolle nach der Übergabe genau festgelegt ist, zum Beispiel als Beiratsmitglied oder mit Beratervertrag. 

Tipp 5: Auswahl des Nachfolgers

Oft wünschen sich Unternehmer einen Nachfolger aus dem Familienkreis. Aber nicht immer stehen Familienmitglieder dafür bereit. Klären Sie die Erwartungen, die Sie an Ihren Nachfolger haben und entwerfen Sie ein Anforderungsprofil. Nehmen Sie sich genügend Zeit und führen Sie intensive Gespräche. Bei Familienunternehmen ist es wichtig, eine Lösung im Konsens zu finden. Berufen Sie eine Familienkonferenz ein, um die Vorstellungen aller Beteiligten zu besprechen. Klären Sie, ob das Unternehmen im Eigentum der Familie bleiben soll und welches Familienmitglied für die Übernahme geeignet wäre. Ist ein Familienmitglied an der Übernahme des Unternehmens interessiert, muss dieser Kandidat wie ein externer Nachfolgekandidat betrachtet werden. Denn der Nachfolger muss alle Fähigkeiten besitzen, um ein Unternehmen zu führen. 

Tipp 6: Den Nachfolger vorbereiten

Bereiten Sie Ihren Nachfolger auf seine Aufgaben vor. Lernen Sie sich kennen. Dazu eignet sich am besten ein Angestelltenverhältnis. Übertragen Sie dem Nachfolger schrittweise mehr Verantwortung und Eigentum. Informieren Sie die Mitarbeiter rechtzeitig über den Übergabeprozess – im Sinne eines guten Betriebsklimas. Anderenfalls könnte es passieren, dass gerade die guten Mitarbeiter wegen der Unsicherheit der Unternehmenszukunft einen neuen Arbeitsplatz suchen. Ähnliches gilt auch für Geschäftspartner und Kunden. 

Tipp 7: Varianten der Nachfolge

Es gibt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten der Übergabe: von der familieninternen Übergabe (zum Beispiel in Form einer vorweggenommenen Erbfolge oder auch einer schrittweisen Übertragung auf Familienmitglieder durch Gründung einer Personen- oder Kapitalgesellschaft) über Verkauf (zum Beispiel gegen Einmalzahlung oder gegen wiederkehrende Leistungen), Verpachtung und Vermietung, ein Management-Buy-Out (MBO) oder Management-Buy-In (MBI) bis zur Gründung einer Stiftung oder dem Gang an die Börse (Going Public).

Die unterschiedlichen Varianten und deren Konsequenzen sollten Sie mit einem Unternehmensberater, einem Steuerberater, einem Rechtsanwalt und der Familie diskutieren. Lassen Sie sich professionell beraten, um alle Fragen kompetent und sachgerecht zu lösen.