Business Angel verleihen Ideen Flügel

Foto: shutterstock.com
Im BANSON-Netzwerk sind seit 2003 rund 60 Business Angels und Förderer aktiv. Seit der Gründung wurden mehr als 10 Millionen Euro Privatkapital in mehr als 150 Start-ups investiert.

Ralf Geishauser ist Vorstandsvorsitzender des Business Angel Netzwerk Südostniedersachsen e.V.

Foto: privat

Business Angels stehen Start-ups als private Investoren zur Seite. Was muss ein Start-up mitbringen muss, damit ein Angel interessiert ist?
Geishauser: Zwei Punkte sind dabei ganz wichtig: Das Team selbst muss überzeugen und die Idee. Business Angels und Gründer gehen eine längerfristige Verbindung ein, daher muss es menschlich zwischen beiden passen. Das gilt auch für das Zusammenspiel im Gründerteam. Außerdem brauchen die Gründer eine Vision und müssen Menschen von dieser Vision begeistern können. Ein gutes Know-how des Geschäftsfelds sollten ebenso vorhanden sein.

 

Josef Schulze Sutthoff ist Geschäftsführer der Innovations- & Beteiligungsgesellschaft Wolfsburg MBH.

Foto: Innovations- & Beteiligungsgesellschaft Wolfsburg MBH

Schulze Sutthoff: Wichtig ist auch, dass die Idee skalierbar ist. Oft kommen diese Ideen aus dem universitären Bereich und gerade hier ist die Erfahrung von Business Angels wichtig, weil die hochinnovativen und hochskalierbaren Technologien, noch eine gewisse Zeit zur Marktreife brauchen. Der Marktstart muss gut organisiert sein, damit man nicht am Markt vorbei produziert.

Beim BANSON-Netzwerktreffen Ende September in der Region Braunschweig-Wolfsburg lag der Fokus auf Digitalisierung und Mobilität. Warum?
Schulze Sutthoff: Beide Branchen wandeln sich aktuell extrem schnell und sie sind besonders zukunftsträchtig und erfolgsversprechend. Das hat sich auch auf der Consumer Electronics Show (CES) gezeigt, die als Leitmesse für digitale Mobilität gilt – und als Trendindikator. Insbesondere an der Schnittstelle von Mobilität und Digitalisierung ist in den nächsten Jahren eine Vielzahl an Innovationen und neuen Geschäftsmodellen zu erwarten.
Geishauser: Wobei wir auf die verschiedenen Facetten von Mobilität zielen. Gemeint ist nicht nur das Auto, sondern eben auch E-Roller, ÖPNV, Carsharing und vor allem der Bereich Lufttaxis, in dem wir vor vielen spannenden Entwicklungen stehen, die sich in wenigen Jahren etablieren werden. Die Verbindung all dieser Angebote auf Plattformen, über die Nutzer das richtige Verkehrsmittel für jede beliebige Teilstrecke auf ihrem Weg von A nach B online hintereinander buchen können, lässt viele Gründungen erwarten.

Herr Geishauser, regelmäßig treffen Gründer und Business Angels auch bei Matching-Abenden zusammen. Wie ist die Erfolgsquote?
Geishauser:
Bei vier Treffen im Jahr stellen sich jeweils vier Gründerteams vor zirka 30 bis 60 Teilnehmenden vor. Im Schnitt haben ein Jahr nach dem Pitch rund 50 Prozent der Gründer eine Finanzierung über einen Business Angel erzielt.

Herr Schulze Sutthoff, die Investorinnen und Investoren gehen immer auch ein Risiko ein. Warum lohnt sich ein Engagement als Business Angel dennoch?
Schulze Sutthoff: Oft sind Business Angel Menschen, die beruflich viel erreicht haben und ihre Erfahrung auch weitergeben möchten. Das Engagement in dieser frühen Phase eines Unternehmens bringt außerdem einen hohen Gestaltungsspielraum mit sich. Es ist wahnsinnig spannend, sich mit neuen Ideen auseinanderzusetzen, deren Marktchancen einzuschätzen, Weichenstellungen mit zu prägen und die weitere Entwicklung zu verfolgen. Und natürlich ist das auch eine gute Möglichkeit, Investitionen zu streuen und gute Erträge zu erzielen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Business Angel zu werden?
Geishauser: Business Angel brauchen Flügel: Den Geld-Flügel, also das Kapital, das investiert werden kann und soll. Und den Know-how-Flügel, sprich das Wissen und die Erfahrung, um die Gründer zu unterstützen. BANSON hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Businessangeltum bekannter zu machen und die Angel zu begleiten: Wir bieten Know-how, helfen Wissen aufzubauen und wir bringen Investoren zusammen, die gemeinsam in Ideen investieren möchten.

Über BANSON

Im BANSON-Netzwerk sind seit 2003 rund 60 Business Angels und
BANSON-Förderer aktiv. Sie unterstützen als private Investoren mit Risikokapital Start-ups zu einem frühen Zeitpunkt, wo andere Finanzierungsformen wie Bankdarlehen in der Regel noch nicht möglich sind. Neben Privatkapital bieten sie auch Know-how, Hands-on-Mentalität und Kontakte. Seit der BANSON Gründung wurden mehr als 10 Millionen Euro Privatkapital in über 150 Start-ups investiert. Wer Interesse an BANSON hat, meldet sich gerne unverbindlich per E-Mail unter info@banson.de. Weitere Informationen gibt es auch unter banson.de.