Butter bei die Fische, Christian Decker!

Portrait Christian Decker.
LDS Steuerberatungsgesellschaft mbH
Christian Decker engagiert sich in der IHK-Vollversammlung nicht nur für Dienstleister aus Uelzen und Lüchow-Dannenberg, sondern ist auch noch ehrenamtlicher Rechnungsprüfer. Außerdem betreibt der Diplomagraringenieur mit seinem Bruder den elterlichen Landwirtschafts-Betrieb am Stadtrand von Köln.

Herr Decker, laut Ihrer Internetseite lautet Ihr Leitspruch: „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“ Wann haben Sie sich zuletzt selbst übertrumpft?
Das war vor zwei Jahren, als wir ein digitales Dokumentenmanagement System (DMS) im Unternehmen eingeführt haben. Erst war ich ein großer Befürworter dieser Umstellung – bis ich feststellen musste, dass meine geliebte Postmappe weg war. Es ging kein Papier mehr über meinen Schreibtisch, sondern alles lief am Bildschirm – lesen, kommentieren, freigeben. Ich hatte das Gefühl, den Überblick zu verlieren und wollte die Umstellung nach drei Tagen am liebsten wieder rückgängig machen. Meine Frau hat mir dann geraten, noch zwei Wochen durchzuhalten. Ich brauchte drei Wochen, um mich an die neue Arbeitsweise zu gewöhnen, aber heute möchte ich unser DMS nicht mehr missen und inzwischen haben wir sogar mehr als 150 Mandanten überzeugt, den Weg der Digitalisierung ihrer Buchführung mit uns zu gehen.

Und womit können andere Sie überraschen?
Ich habe in meinem Leben schon viel gesehen und erlebt. Neben meiner Ausbildung zum Landwirt und mehrmonatigen Studentenjobs unter anderem bei Coca-Cola, Ford und Bayer, war ich in Bonn als Chauffeur für Regierungsdelegationen aus den USA, und Japan tätig. Acht Jahre habe ich in Russland an der Wolga gelebt und wurde dort immer wieder von Denkweisen und Handlungen anderer überrascht. Heute bin ich froh und überrascht, wenn meine jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbständig mitdenken und von sich aus Einsatz für unser Unternehmen zeigen.

Als Steuerberater sind Sie beruflich ja gezwungen, alles ganz genau zu nehmen. In welchen Situationen lassen Sie auch mal fünfe gerade sein?
Ich sage meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer, dass sie in kleinen Dingen auch mal großzügig sein sollen. Betriebsausgaben von unter 20 Euro kann man auch mal ohne Beleg verbuchen ohne dass gleich die Ordnungsmäßigkeit gefährdet wird. Das schmälert in keinster Weise das Steueraufkommen und hilft uns, effizient zu sein.