Butter bei die Fische, Christine Windus!

Christine Windus
Foto: privat
Christine Windus betreibt das Lüneburger Einrichtungshaus WiNDUS schöne Räume. Als Vertreterin des Einzelhandels in der IHKLW-Vollversammlung kritisiert sie teure Mieten in den Innenstädten und möchte sich für die Attraktivität des Berufs "Raumausstatter" einsetzen.

Frau Windus, Sie führen ein Geschäft für Inneneinrichtung, da unterstellt man Ihnen automatisch ein gewisses Händchen für Dekoration. Welche Weihnachts-Accessoires dürfen für Sie beim Fest nicht fehlen?
Ich bin ehrlich gesagt kein großer Weihnachts-Fan. Meine Eltern waren selbstständig und hatten schon in meiner Kindheit wenig Zeit, die Feiertage zu zelebrieren. Und so ähnlich geht es mir heute auch. Ich arbeite bis kurz vor Weihnachten – und freue mich zwischen den Jahren über möglichst viel Ruhe. Meine Wohnung gestalte ich in der Winterzeit mit warmen Farben, Beerentönen und flauschigen Stoffen, mit Kissen mit hochwertiger Federfüllung sowie Wolldecken aus edlen Garnen und Webpelzen für maximalen Kuschelkomfort. Mein Stil ist dabei, ähnlich wie die Ausrichtung meines Geschäfts, klassisch-modern.

Sie haben 99 Kolleginnen und Kollegen in der IHK-Vollversammlung. In wessen Haus würden Sie gern mal einen Blick werfen? (Und was, glauben Sie, würde Sie in Sachen Einrichtung dort erwarten?)
Auf diese Frage kann ich mit keiner Präferenz antworten. So oder so würde ich höchstwahrscheinlich in jedem Haus einen mehr oder minder ausgeprägten Handlungsbedarf sehen. Leider legen immer noch zu wenige Menschen Wert auf ein gemütliches und ansprechendes Zuhause. Viele sind aber auch ganz einfach überfordert, ihren Geschmack zu definieren und Änderungen umzusetzen. Letztlich entscheidet auch der Geldbeutel. Heutzutage liegen die Prioritäten auf Urlaub, Auto und bezahlbarem Wohnraum. Da kommt alles Schöne und Wertige doch oft zu kurz.

Sie sind seit Januar Mitglied der IHK-Vollversammlung und wurde zum ersten Mal in das Gremium gewählt. Wo sehen Sie Renovierungsbedarf?
Ich freue mich sehr über meine Wahl in das Gremium. Allerdings sind meine Erfahrungen noch nicht umfangreich genug, um einen Renovierungsbedarf zu definieren. Allgemein bedrücken mich als Unternehmerin einige Themen. Zum Beispiel: überteuerte Mieten. Wären die Mieten nicht so hoch, hätte ich große Lust, noch weiter im Lüneburger Zentrum ein weiteres Geschäft zu eröffnen. Ein zweites Beispiel: die Kostenpflicht zur Durchfahrt der Fußgängerzone, um mein Geschäft zu erreichen. Außerdem beschäftigt mich der mangelnde Nachwuchs im Beruf „Raumausstatter“. Eine zu geringe Entlohnung führt dazu, dass Azubis lieber zur Bank oder zu einem öffentlichen Träger gehen. Und einen kritischen Blick werfe ich auch auf zu hohe Beiträge für die IHK und/oder Handwerkskammer für ein kleines Unternehmen wie meines.