Butter bei die Fische, Stephan Bausch!

Porträt von Stephan Bausch
Foto: Tonwert21.de
Stephan Bausch, geschäftsführender Gesellschafter der Andreas Th. Bausch GmbH & Co. KG, ist seit 2013 Mitglied der IHKLW-Vollversammlung.

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag verändert und viele Unternehmen in eine Krise gestürzt. Wie erleben Sie die Situation?
Mit großer Sorge. Wir haben seit Beginn der Pandemie einige Strukturen in unserem Unternehmen umgestellt und ich war positiv gestimmt, wie schnell das ging. Den Lockdown haben wir einigermaßen gut überstanden, dank unserer Kunden und dank unserer strategischen Ausrichtung. Dennoch haben wir insgesamt einen Umsatzrückgang, der ist nicht existenzbedrohlich, aber spürbar. Die gute Nachricht ist, dass wir weder in Kurzarbeit gewesen sind noch Mitarbeiter entlassen mussten. Privat sieht es bei uns so aus: Die Kinder sind aus dem Haus, das heißt bei uns gab es kein Homeschooling. Meine Frau und ich sind beide ehrenamtlich engagiert, sodass wir im normalen Alltag relativ viel um die Ohren haben und auch abends viel weg sind. Das fiel komplett aus. Wir haben uns relativ gut auf uns konzentrieren können und haben das zwischendurch als erholsam empfunden.

Was fehlt Ihnen am meisten?
Meine Frau und ich gehen gerne auf Konzerte und tanzen auch sehr gerne, das fehlt mir total. Außerdem wünsche ich mir wieder mehr Interaktion innerhalb der Vollversammlung. Auch wenn die Sitzungen zurzeit digital veranstaltet werden, fehlt doch, dass wir gemeinsam streiten, diskutieren und Lösungen finden. Dabei ist die Vollversammlung nur beispielhaft für gesellschaftliche Plattformen des Austauschs. Da fehlt aktuell einfach etwas in unserer sozialen Kultur und Struktur. Das kann man mal eine Zeit lang pausieren, aber das müssen wir irgendwann wieder erlangen. Das wäre mein großer Wunsch und mein großes Ziel.

Konnten Sie der Krise auch etwas Positives abgewinnen?
Wirtschaftlich kann ich der ganzen Pandemie überhaupt nichts Positives abgewinnen, jedenfalls in meiner Branche nicht. Trotzdem bin ich ein Optimist. Das ist nicht immer einfach, aber ich versuche immer, mich auf die positiven Dinge zu konzentrieren – zum Beispiel auf Gespräche mit Menschen. Als wir nach dem Lockdown in unsere Ferienwohnung an der Lübecker Bucht gefahren sind und dann feststellen mussten, dass die Anwohner Menschen mit Zweitwohnsitz mobben – das war ein gesellschaftliches Phänomen, das ich vorher nie für möglich gehalten hätte. Aber dann bin ich mit den Leuten ins Gespräch gekommen, habe mit ihnen offen über ihre Ängste diskutiert, Ansichten hinterfragt und so ist es gelungen, die Stimmung ins Positive zu wandeln. Das hat mir große Freude bereitet.