Butter bei die Fische, Uli Klippe!

Vollversammlungsmitglied Uli Klippe
Foto: tonwert21.de
In der IHKLW-Vollversammlung vertritt der Diplom-Betriebswirt aus Bad Bevensen, der auch als Berater für das Institut für Wirtschaftsberatung Niggemann & Partner GmbH tätig ist, die Dienstleistungswirtschaft.

Herr Klippe, die Corona-Krise bewegt die gesamte regionale Wirtschaft, wie erleben Sie persönlich und als IHKLW-Vollversammlungsmitglied die Situation?
Wenn ich durch fast leere Innenstädte gehe und mir Menschen mit Masken begegnen, ist das schon bedrückend. Ich bin ein Freund davon, mit Menschen in Kontakt zu treten und das ist aktuell ja nur sehr eingeschränkt möglich. Gleichzeitig fühle ich mich auch geerdet, weil ich mehr Ruhe zum Nachdenken habe und den Eindruck habe, dass die Menschen sich mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Positiv finde ich auch, dass ich mich mit neuen Formen der Kommunikation auseinandersetze. Erst kürzlich haben wir IHKLW-Vollversammlungsmitglieder uns in großer Runde über Zoom ausgetauscht und das hat sehr gut funktioniert.

Wie erleben Sie den Austausch mit Unternehmen?
Ich bin ja zertifizierter Berater des Programms zur Förderung des unternehmerischen Know-hows des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Dabei können Unternehmen bis zu 4.000 Euro Zuschuss für Beratungsleistungen erhalten. Meist geht es um Fragen der Liquidität. Wie kann ich jetzt schnell wieder auf die Beine kommen? Viele Unternehmen sind froh, dass sie vor dieser Frage nicht allein stehen und zusammen mit mir als Sparringspartner nach Lösungen suchen können. Oft geht es auch darum, digitale Angebote zu verbessern, um mehr Umsatz zu generieren und Kunden besser zu erreichen.

Sie wurden 2007 bei einer Initiative der Mittelstandsinitiative der Bürgschaftsbanken in Deutschland und Das Örtliche als Mutmacher der Nation ausgezeichnet. Wem würden Sie den Preis heute verleihen?
Die Wahl fällt mir schwer, denn es gibt so viele, die einen solchen Preis verdient haben – angefangen bei der Regierung, die in mei­­nen Augen eine Situation, auf die sich niemand hat vorbereiten können, gut managt. Verwaltungen und auch Verbände haben schnell auf Unterstützung umgestellt und geben Hilfestellungen und Rat. Verdient hätten den Preis natürlich auch die Pflegekräfte, die seit Monaten vollen Einsatz zeigen, zum Teil, ohne sich selbst ausreichend schützen zu können. Nicht zu vergessen die Unternehmer, die neue Produkte und Ideen entwickeln. Im Grunde würde ich gern jeden auszeichnen, denn Mut und Zuversicht können wir alle in dieser Krise gebrauchen.

Ihr Motto als Wirtschaftsberater lautet: Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. Ihre ultimative Lösung, um nach der Arbeit den Kopf frei zu bekommen?
Da habe ich eigentlich zwei Rezepte: Meine Familie – zum Reden, zur Entspannung bei gemeinsamer Gartenarbeit oder beim Spielen mit unserem Enkel. Und Sport – ich genieße es sehr, beim Waldlauf in der Natur die täglichen Veränderungen zu beobachten.