Celle ist attraktiv für Unternehmen

In Celle trifft alte Baukunst auf eine moderne Wirtschaftswelt. Eine Studie bescheinigt der Stadt gute Noten als Wirtschaftsstandort.

Celle ist ein attraktiver Standort –  für Menschen und Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Consult) im Auftrag des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall. Demnach hat Celle in den vergangenen zehn Jahren sehr vom Aufschwung am Arbeitsmarkt profitiert. Zudem tragen Celler Unternehmen intensiv dazu bei, dass der Standort auch in Zukunft gut gegen Fachkräftemangel gerüstet ist, denn in Celle wird besonders stark ausgebildet. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet auch die Wirtschaftsförderung der Stadt, die unter den Unternehmen einen sehr guten Ruf genießt. Dabei hebt die Studie insbesondere den unbürokratische Charakter der Verbindung zwischen Wirtschaft und Verwaltung hervor, an dem es vielen Konkurrenzstädten mangelt.

Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, und Studienautor Hanno Kempermann von IW Consult an Celles Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge Präsentieren die Studie zum Wirtschaftsstandort Celle (v.l.): Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, und Studienautor Hanno Kempermann von IW Consult an Celles Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge.

Foto: IW Consult

„Celle setzt in vielerlei Hinsicht die richtigen Prioritäten, um ein attraktiver Unternehmensstandort zu sein“, sagt Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall. „Ein starker Wirtschaftsstandort ist das Fundament für eine Region, in der die Menschen gern leben, arbeiten und Familien gründen.“ Schmidt betont, dass das Gutachten NiedersachsenMetall in seiner Entscheidung bestätige, in Celle zu investieren. Erst kürzlich kaufte der Verband NiedersachsenMetall das Celler Prinzenpalais und lässt es derzeit aufwendig sanieren, um dort moderne Wohn- und Geschäftsräume einzurichten. 

Celles Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge wertet die Ergebnisse der Studie als Zeichen, „dass die Bemühungen seit Beginn meiner Amtszeit sichtbar Früchte tragen. Unser Ziel ist es, Celle als attraktiven und lebenswerten Standort zu positionieren. Begonnen bei der Aufenthaltsqualität unserer Innenstadt bis zu hohen Investitionen in Schulen und Kitas, Wohnraum in allen Facetten und attraktiver Infrastruktur für Auto und Fahrrad. Aber auch mit unserem neuen Gewerbegebiet Auf der Grafft beweisen wir: Celle ist ein starker Standort! Wir schaffen Arbeitsplätze und ein lebens- und liebenswertes Wohnumfeld! Allein die tatsächlichen und angekündigten Investitionen in unsere Stadt betragen einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Auch das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Insgesamt hat sich der Region Celle positiv entwickelt, wie auch die Standortumfrage unserer IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) zeigt. Ende 2020 hatten 1.234 Unternehmen aus dem IHKLW-Bezirk, 191 davon aus dem Landkreis Celle, ihren Wirtschaftsstandort bewertet. Mit der Note 2,9 lag der Landkreis zwar exakt beim Durchschnittswert für alle Landkreise im IHKLW-Bezirk und die Stadt Wolfsburg. Aber: „Bemerkenswert ist im Landkreis Celle die Verbesserung gegenüber der Vergleichs-Umfrage aus 2018, als die Unternehmen dem Landkreis mit einer 3,5 bewerteten“, sagt IHKLW-Vizepräsident Thomas Treude, Geschäftsführer der Treude GmbH aus Celle. Er räumt aber auch ein, „dass es noch an vielen Stellschrauben zu drehen gilt“. Laut IHKLW-Umfrage kritisieren die Unternehmen unter anderem das schleppende Tempo von Bau-, Planungs- und Genehmigungsverfahren, den Facharbeitermangel, das Verständnis für betriebliche Angelegenheiten seitens der Politik sowie die immer noch unzureichende Breitbandversorgung. Punkten kann der Landkreis Celle dagegen vor allem mit der guten Nahversorgung, Naherholungsgebieten, dem Sport- und Freizeitangebot sowie der medizinischen Versorgung.