„Change darf Spaß machen“

Weiße Ballons, ein roter Ballon
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Change darf Spaß machen titelt ihr Vortrag. Die Realität sieht aber oft anders aus. Woran liegt das? 
Interessanterweise ist in vielen Bereichen der Begriff „Change“ oder „Veränderung“ positiv besetzt: Im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung wollen Mitarbeiter ihr Potenzial entfalten, Karriere machen, sich selbst optimieren. Da gehen sie die eigene Veränderung bereitwillig und mit Freude an. Ein weiterer Bereich ist der Humor. Wenn wir einen Witz hören, sehnen wir die unerwartete Wendung in der Geschichte geradezu herbei. Und lachen. Hier scheint Veränderung also auch Spaß zu machen. Dass „Change“ in Unternehmen eher negativ besetzt ist, liegt meist daran, dass die Mitarbeiter schlechte Erfahrungen mit Veränderungsprozessen gemacht haben. In dem Fall bewerten sie die Veränderung als etwas Bedrohliches und Unangenehmes. Das führt zur Ablehnung des Neuen und zum Festhalten am Status Quo. Wenn ein Großteil der Belegschaft diese negative Einstellung hat, wird es jeder Change schwer haben und von Spaß kann erst recht keine Rede sein.

Und wie bringen Unternehmen Veränderungsprozesse, die Spaß machen?
Spaß ist hier kein Selbstzweck. Vielmehr ist Spaß an der Veränderung die Bedingung dafür, dass Veränderung überhaupt stattfindet und dann auch gelingt. Erst wenn ich Spaß an der bevorstehenden Veränderung habe, lasse ich mich wirklich darauf ein und gestalte aktiv an der Zukunft des Unternehmens und damit auch meiner eigenen Zukunft mit. Damit aus Ablehnung Spaß wird, gilt es, seine Einstellung gegenüber der Veränderung zu verändern. Ich nenne es: Das Change-Mindset. Wichtige Elemente des Change-Mindsets sind Offenheit, Selbstverantwortung und eine gute Fehlerkultur.

Spaß an der Veränderung ist die Bedingung dafür, dass Veränderung überhaupt stattfindet und dann auch gelingt.

Bevor Unternehmen das nächste große oder auch kleine Veränderungsprojekt starten, sollten sie also dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiten ein Change-Mindset entwickelt haben. Schon bei der Einstellung neuer Arbeiter lässt sich darauf achten. Ansonsten ist es Aufgabe der Führungskräfte, Offenheit, Selbstverantwortung und Fehlerkultur vorzuleben und den Mitarbeitern immer wieder positive Erfahrungen mit Veränderung zu verschaffen. Und klar: Natürlich sollte auch die Unternehmensleitung ein ausgeprägtes Change-Mindset haben und dies vorleben. Wenn das gegeben ist, ist auch der Hauptkritikpunkt bei Veränderungsprozessen gelöst: Die Kommunikation. Mit einem Change-Mindset ist die Kommunikation von Offenheit, Vertrauen und Respekt geprägt und stellt den eigenverantwortlichen Mitarbeiter in den Mittelpunkt.

Ist Humor ein Mittel zur Konfliktlösung?

Trainer Frank Peters Trainer Frank Peters verrät in seinem Vortrag, wie Veränderung mit Spaß und Leichtigkeit gelingen kann und was das mit Humor zu tun hat.

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Wenn wir Humor als Sich-über-den-anderen-lustig-machen oder Witze-erzählen verstehen, ist Humor bei Konflikten sicher nicht das Mittel der Wahl, sondern sorgt eher für eine Eskalation der Situation. Sehen wir Humor aber als eine innere Einstellung und als die Fähigkeit, immer auch eine zweite (humorvolle) Perspektive einzunehmen, dann kann Humor bei Konflikten ein guter Helfer sein.

Allein, wenn ich mir in einem Konflikt die Frage stelle „Was ist das Lustige daran?“, führt das bereits bei mir zu einer Entspannung. Wenn ich meine Gedanken dem anderen mit einem Augenzwinkern mitteile, kann es gut sein, dass wir beide lachen (müssen). Die gesamte Konfliktsituation entspannt sich. Aus eingefahrenen Positionen wird wieder Lösungsorientierung.

Ein Beispiel: Ich bespreche mit einer Trainerkollegin den Ablauf eines Seminars. Wir können uns nicht einigen. Alle Argumente sind ausgetauscht und wir kommen nicht weiter. Plötzlich sagt sie: „Es waren einmal zwei Kommunikationstrainer, die konnten leider das nächste Kommunikationsseminar nicht geben. Sie konnten sich einfach nicht über ein gemeinsames Vorgehen verständigen.“ Ich will es eigentlich gar nicht, doch ich muss lachen. Sie lacht auch und auf einmal ist das Feld bereitet für neue Lösungen. Und ganz nebenbei haben wir eine neue Geschichte, die wir im nächsten Seminar erzählen können.