Co-Working in ehemaliger Kapelle

Freiraum in Winsen
Foto: tonwert21.de
Freuen sich auf das neue Co-Working-Space in Winsen: Johann Reinhardt von der Stadt Winsen und Niklas Keßler von der Freiraum UG aus Lüneburg, die das Co-Working-Space betreibt.

Seminarräume, Büros und Schreibtische zur Miete: Winsen bekommt einen neuen Ort für flexibles Arbeiten. Zurzeit laufen die Renovierungs- und Umbauarbeiten, im Herbst soll der „Freiraum Winsen“ eröffnen. Der Bedarf ist da, die ersten Anfragen von Selbstständigen und Außendienstlern an der bunten Bürogemeinschaft gibt es schon.

Freiraum in Winsen Außenfassade

Schicker geht es kaum: In einem historischen reetgedeckten Fachwerkhaus und der früheren St. Georg Kapelle aus dem 16. Jahrhundert liegt der zukünftige Co-Working-Space, fußläufig zur Innenstadt und zum Bahnhof gelegen. Bis zu 35 Einzelarbeitsplätze und vier Seminarräume für zwei bis 50 Personen werden in den beiden Gebäuden Platz finden.

Doch die Häuser sollen mehr sein als ein Ort zum Arbeiten. „Wir wollen einen guten Treffpunkt schaffen, der über das Arbeiten hinausgeht“, sagt Niklas Keßler von der Freiraum UG aus Lüneburg. „Es geht auch um die produktive Atmosphäre und Vernetzung.“

Das Konzept der mietbaren Schreibtische, Büros und Konferenzräume gibt es dort seit zehn Jahren. Zu mieten sein werden gestellte, mit ausreichend Abstand positionierte Schreibtische, ob für einzelne Tage oder ganze Monate. Außerdem wird es einige abschließbare Büros geben, die die Mieter selbst einrichten können. Hinzu kommen unterschiedlich große Seminarräume, die sich je nach Corona-Situation von weniger oder mehr Menschen nutzen lassen.

Die Lüneburger Freiraum UG fungiert als Betreibergesellschaft, Vermieter ist die Stadt Winsen. „Als Pendlerstadt wollen wir unseren Bürgerinnen und Bürgern einen Mehrwert bieten“, sagt Johann Reinhardt aus der Stadtverwaltung. Knapp 20.000 Menschen fahren täglich von Winsen nach Lüneburg und Hamburg zur Arbeit. „Es kann für viele eine Lösung sein, für die Arbeit in Winsen zu bleiben, wenn es attraktive Räumlichkeiten vor Ort gibt. Flexibles, ortsungebundenes Arbeiten wird immer wichtiger.“

Die Stadt hofft auf einen vielfältigen Branchenmix und investiert gemeinsam mit der „Milden Stiftung“, Eigentümerin der Gebäude, etwa 350.000 Euro in das Projekt. 300.000 Euro erhält Winsen aus dem Förderprogramm „Zukunftsräume“ des Landes Niedersachsen. „Das Projekt soll helfen, Menschen aus sämtlichen Gesellschaftsbereichen beim Arbeiten zusammenzubringen und sich enger zu vernetzen“, sagte die Landesbeauftragte Monika Scherf, als die Förderzusage aus Hannover kam.

Einen großen Pluspunkt hat der zweite „Freiraum“ übrigens gegenüber dem ersten: Der Winsener „Freiraum“ verfügt über ein grünes Außengelände. Im Garten können sich Gruppen nicht nur in den Pausen treffen, sondern gleich ihr ganzes Seminar für draußen planen.