IHKLW fordert Unterstützung für Unternehmen

Porträt Michael Zeinert
Foto: ihklw/tonwert21.de
IHKLW-Hauptgeschäftsführer fordert schnelle und unbürokratische Unterstützung für Unternehmen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern.

In Folge der Corona-Krise erwarten 47 Prozent und damit fast jedes zweite befragte Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) in diesem Jahr einen Umsatzrückgang. Das zeigt eine Umfrage, die unsere IHKLW Anfang März gestartet hatte und an der sich 393 Unternehmen aus dem IHKLW-Bezirk beteiligt haben.

Gemeinsam mit ihrem Dachverband, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), war die Umfrage initiiert worden, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus abzufragen. Demnach spüren rund 56 Prozent bereits Geschäftsauswirkungen.

IHKLW begrüßt Steuersenkungen und Kurzarbeitergeld 

„Die Unternehmen unseres IHKLW-Bezirks stehen anlässlich des Coronavirus vor enormen Herausforderungen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Zum Zeitpunkt der Umfragen waren zunächst vor allem die Tourismuswirtschaft und das Gastgewerbe betroffen, inzwischen stehen aber viele weitere Branchen mit einer finanziellen Krisensituation, weil Aufträge quasi über Nacht weggebrochen sind. Wirksame Sofortmaßnahmen, wie sie Mitte März auf dem Koalitionsgipfel beschlossen wurden, seien ein Anfang, sagt Zeinert: „Das angekündigte Konjunkturprogramm begrüßen wir sehr. Steuersatzsenkungen und die Ausweitungen des Kurzarbeitergeldes sind ökonomisch wichtig, am wichtigsten ist jedoch, dass die regionale Wirtschaft jetzt schnell und unbürokratisch unterstützt wird. Die Aufstockung des Digitalbonus wäre ein Teil einer umfassenden Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf die Krise.“

Hilfe über Digitalbonus und Soforthilfefonds 

Als Sprecher Digitalisierung der IHK Niedersachsen sieht Zeinert den Digitalbonus vor allem als eine Unterstützung für eine erfolgreiche digitale Zukunft: Home Office-Anwendungen, die mobile Steuerung von Maschinen oder die Flexibilisierung und Digitalisierung von Dienstleistungs- und Verarbeitungsprozessen könnten einen Beitrag zu einer wettbewerbsfähigeren Aufstellung von Unternehmen und Betrieben leisten.

Bundesweit fordert die IHK-Organisation, das geplante Paket zur Stützung der Wirtschaft um einen Soforthilfefonds für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen zu ergänzen. Denn ohne eine Soforthilfe stünden viele in Kürze vor dem Nichts, betont DIHK-Präsident Eric Schweitzer: „Wir bekommen aus allen Branchen und Regionen verzweifelte Hilferufe – vom Ein-Mann- oder Ein-Frau-Betrieb über mittelständische Familienunternehmen mit Jahrhunderttradition bis hin zu Großkonzernen.“ Fast alle hätten Verständnis für aktuelle Einschnitte zum Schutz der Gesundheit. „Aber alle können auch rechnen und sehen, wie schnell weiterlaufende Kosten ohne Einnahmen in den Ruin führen.“

Beratungsangebote rund um das Coronavirus

Laut der IHKLW-Umfrage zum Coronavirus setzen bereits zwei Drittel der Befragten auf Schutzmaßnahmen, um die Folgen der Pandemie abzufedern. Dabei gaben 54 Prozent einen erhöhten Informationsbedarf rund um das Kurzarbeitergeld an. Hier setzt die IHKLW mit persönlichen Beratungsangeboten an.

Unter www.ihk-lueneburg.de/corona fasst die IHKLW wichtige Hinweise und Empfehlungen für Arbeitgeber sowie nützliche Links rund um das Coronavirus für Unternehmen zusammen, speziell um finanzielle Hilfen gibt es Informationen unter www.ihk-lueneburg.de/corona-finanzierung.