Der Klimaschützer

Renrik Rueß lehnt an einem Wäschewagen in seiner Wäscherei.
Foto: tonwert21.de
Henrik Rueß führt mit der Ruess GmbH ein Unternehmen, das sich dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet hat.

Das Ziel ist gesteckt: Bis 2025 will die Ruess GmbH 36 Prozent ihres CO2-Ausstoßes reduzieren. Das Wolfsburger Unternehmen hat sich mit dem Beitritt zur Science Based Targets Initiative (SBTI) dem wissenschaftsbasierten Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens verpflichtet. Als eines von aktuell 21 Unternehmen in Deutschland und 597 Unternehmen weltweit ist die Ruess GmbH damit Teil des Aktionsplans, mit dem die globale Erwärmung auf zwei Grad begrenzt werden soll.

Geschäftsmodell basiert auf dem Kreislaufgedanken

In vier bis fünf Jahren wird CO2 die zweite Währung nach dem Euro sein.

„Unser Kerngeschäft ist Mietwäsche für Industrie, Handwerk, Hotels und Pflegeeinrichtungen inklusive professioneller Reinigung. Die Idee der Mietberufskleidung basiert auf dem Kreislaufgedanken und ist somit bereits auf Nachhaltigkeit ausgerichtet“, sagt Henrik Rueß, der die Ruess GmbH in dritter Generation führt. Seit 2007 gehört das Unternehmen zur diemietwaesche.de GmbH & Co. KG. Der Verbund umfasst sechs inhabergeführte Familienunternehmen, die wichtige Zukunftsthemen gemeinsam angehen. Bei regelmäßigen Treffen kommen die Geschäftspartner zusammen, analysieren Trends und deren Nutzen als Wettbewerbsvorteil. „In vier bis fünf Jahren wird CO2 die zweite Währung nach dem Euro sein“, ist Henrik Rueß sicher.

Der Verbund diemietwaesche hat sich bereits vor Inkrafttreten des Pariser Klimaschutzabkommens 2016 entschieden, eine unternehmensweiten Treibhausgasbilanz zu erstellen. Doch wurden anfänglich lediglich sogenannte Scope-1-Emissionen erfasst, also solche, die durch den Betrieb der Anlagen, Gebäude und des Fuhrparks entstehen sowie indirekter Emissionen aus dem Energiebezug (Scope 2). Seit 2017 analysieren die Verbundspartner auch alle weiteren indirekten Emissionen (Scope 3), die in den vor- und nachgelagerten Aktivitäten der unternehmenseignen Wertschöpfungskette entstehen. Ergebnis: 49.520 Tonnen CO2-Äquivalente hat die diemietwäsche.de 2017 verursacht. „Mit Blick auf die Scope 1- und Scope 2-Emissionen konnten wir unseren Treibhausgasausstoß um 16 Prozent verglichen 2016 reduzieren, hauptsächlich, weil wir jetzt mit Erdgas anstelle von Erdöl heizen“, sagt Ruess.

Wir analysieren die Bereiche Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Gleichberechtigung, Gesundheit, Umwelt und Anti-Korruption

Umweltmanagement-System nach ISO 14.001

Trotzdem bleibt noch einiges zu tun, um die angepeilte CO2-Reduktion um 36 Prozent zu erreichen. Aber Henrik Ruess ist zuversichtlich: Als Mitglied im UN Global Compact, einem weltweiten Pakt zwischen Unternehmen und der UNO, verpflichtet sich der Unternehmensverbund diemietwaesche.de die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten. „Für uns beinhaltet die jährliche Analyse und Kommunikation die Bereiche Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Gleichberechtigung, Gesundheit, Umwelt und Anti-Korruption.“ Darüber hinaus haben die Ruess GmbH und weitere Partner ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem gemäß den Vorgaben der ISO 14.001 implementiert. „Das bringt uns viele Anreize zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse.“

So werde in diesem Jahr die veraltete Beleuchtung sukzessive gegen LED-Lampen getauscht, der Strom kommt zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen. Die Förderung eines Jobrad-Angebots soll schon bald dafür sorgen, dass Mitarbeiter vermehrt mit dem Fahrrad zur Arbeit. Darüber hinaus sollen Dienstreisen zunehmend mit Zugfahrten und weniger mit Flügen abgedeckt werden – oder wenn möglich gänzlich durch Webmeetings ersetzt werden. Und weil die Maschinenteile für die gigantischen Reinigungsanlagen in Deutschland gefertigt wurde, kommen auch die Monteure für Reparatur und Wartung nicht aus dem Ausland, sondern aus Osnabrück.

Wassersparend sei das Geschäftsmodell der Ruess GmbH ohnehin, betont Henrik Ruess: „Für ein Kilogramm Wäsche benötigt eine handelsübliche Waschmaschine rund 20 Liter Wasser. Wir nutzen für dieselbe Menge lediglich drei bis fünf Liter. Bei den Mengen, die wir hier täglich bewältigen, stellt sich schnell ein großer Hebeleffekt ein.“