Die bundesbeste Elektronikerin

Porträt von Annemarie Hämmerling vor der TH Lübeck.
Foto: Guido Kollmeier
Annemarie Hämmerling studiert inzwischen Medizintechnik an der Technischen Hochschule Lübeck. "Mein Studium baut auf Elektrotechnik auf und ich kann mein technischen wissen mit biologischen Aspekten verbinden", sagt die 22-Jährige.

Dass sie in diesem Jahr die bundesweit Beste in ihrem Berufsabschluss ist, erfuhr Annemarie Hämmerling durch eine Mail. „Ich war sehr überrascht“, sagt sie. „Nach der ersten Schrecksekunde habe ich mich natürlich sehr gefreut.“ Die 22-jährige Amelinghausenerin hat Elektronikerin für Geräte und Systeme bei der Sieb & Meyer AG in Lüneburg gelernt. Im Berufsalltag bedeutete das für sie, elektronische Geräte und deren Funktionen während der Fertigung zu überprüfen und diese instandzuhalten. „Elektrotechnik fand ich schon immer interessant, im Unternehmen war es dann einfach spannend zu sehen, welche technischen Möglichkeiten es gibt.“ 

Es war spannend zu sehen, welche technischen Möglichkeiten es gibt.

Zwar machte Hämmerling 2017 auf dem Wirtschaftsgymnasium ihr Abitur, „aber ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass mich Technik mehr begeistert als Wirtschaft“. Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz habe sie sich umgehört nach Unternehmen im Kreis, die einen guten Ruf beim Thema Ausbildung haben. „So stieß ich auf die Sieb & Meyer AG. Für mich stimmte da alles.“ 

Während sie als Frau in der Berufsschule in der Minderheit gewesen sei, war das Verhältnis unter den Azubis bei dem Hersteller elektronischer Geräte ausgeglichen. 

Obwohl sie vorher noch nicht viel Erfahrung gehabt habe, habe ihr die Ausbildung von Anfang an Spaß gemacht. Die drei zurückliegenden Lehrjahre seien sehr vielfältig und abwechslungsreich gewesen. „Ich habe in der Zeit viele Abteilungen durchlaufen, verschiedene Abläufe gelernt. Im ersten Lehrjahr war ich im Versand, dann im Lager, der Mechanik, der Bestückung. Im Azubilabor konnte ich eigene Projekte entwickeln. Eigentlich habe ich alles einmal gesehen.“ Auch die für Elektroniker weniger typischen Fachabteilungen im Unternehmen seien interessant gewesen. „Es ist immer gut, über den Tellerrand zu blicken“, ist Hämmerling überzeugt. „Ich war aber auch im Prüffeld und in den Entwicklungsabteilungen und fand dort besonders das Lernen von Digital- und Analogtechnik sowie das Programmieren von Mikroprozessoren spannend.“ Während der Ausbildung und auch für die Prüfungsvorbereitung sei ihr der Ausbildungsmeister eine „tolle Unterstützung“ gewesen. 

Es ist immer gut, über den Tellerrand zu blicken.

Nach Abschluss stand für sie jedoch fest, dass sie nicht bleiben, sondern studieren will. Zum Semesterbeginn zog sie nach Lübeck und studiert nun an der Technischen Hochschule Lübeck Medizintechnik. Für sie ist das Studium eine Weiterentwicklung der Lerninhalte, die sie während der Ausbildung gelernt hat. „Ich bin fasziniert davon, wie mithilfe von technischen Entwicklungen Menschen geholfen werden kann. Mein Studium baut auf Elektrotechnik auf und ich kann mein technisches Wissen mit biologischen Aspekten verbinden.“   

Bundesbestenehrung digital

Zum 15. Mal würdigt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in diesem Jahr die Top-Azubis in den IHK-Berufen. Die Besonderheit: Die Auszeichnung findet als „digital Experience“ auf einer Website statt. 

Unter https://bestenehrung.dihk.de gratulieren den Nachwuchskräften neben Bundeskanzlerin Angela Merkel, DIHK-Präsident Eric Schweitzer und Moderatorin Barbara Schöneberger viele Stars und Sternchen: Revolverheld-Frontmann Johannes Strate und Sängerin Kerstin Ott ebenso wie die Schauspieler und Schauspielerinnen Wayne Carpendale, Jochen Schropp, Jella Haase und Mina Rueffer, aber auch Entertainer und Moderatoren wie Aaron Troschke, die Youtuber Benni und Dennis Wolter, Marvin, Ruth Moschner, die Comedians Hazel Brugger, Bülent Ceylan oder Christian Huber und Tarkan Bagci, Autorin Louisa Dellert, Fußballer Leon Goretzka und Spitzenturner Fabian Hambüchen.

Ebenso sind die bundesbesten Azubis selbst Teil der Website und überreichen sich gegenseitig, ganz Corona-konform, digital ihre Trophäen. Darüber hinaus geben sie spannende Einblicke in ihre Ausbildungsberufe und sprechen damit besonders die Talente von morgen an.