Die Vorbild-Unternehmerinnen

Anika Schön (l.) und Antje Diller-Wolff stehen nebeneinander in einem Raum, dessen Wände bunt mit Zeitungsausschnitten beklebt sind. Ganz links hängt ein Spiegel.
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Anika Schön und Antje Diller-Wolff sind Vorbild-Unternehmerinnen der ersten Stunde: Sie begleiten die Initiative seit ihrem Start.

Sie sind aus Leidenschaft selbstständig, erfolgreich und in zahlreichen Organisationen bestens vernetzt: Die Unternehmerinnen Carola Fernau, Anika Schön und Antje Diller-Wolff aus dem Landkreis Heidekreis sind damit die ideale Besetzung für die Kampagne „FRAUEN unternehmen“. Als „Vorbild-Unternehmerinnen“ sollen sie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums und der Gründerinnenagentur (bga) anderen Frauen Mut machen. 

Als Vorbild-Unternehmerin anderen Frauen Mut machen

„Die Frauen sind in vielen Positionen immer noch in der Minderheit, ob als Unternehmerin oder auch in der Politik. Ich möchte Frauen dafür begeistern, aus dem Schatten zu treten“, sagt Carola Fernau, Geschäftsführerin der CMF Immobilienservice GmbH, die ganz neu als offizielle Vorbild-Unternehmerin die Kampagne unterstützt. Dagegen zählen Anika Schön, Speakerin und Inhaberin der Werbeagentur „Agentur MARKE ICH“, und Antje Diller-Wolff, Inhaberin des Unternehmens „shs medien“, zu den Pionierinnen der 2014 gestarteten Aktion, die mit insgesamt rund 200 Vorbildunternehmerinnen dazu beitragen soll, dass der Anteil der Gründerinnen steigt. Denn als Unternehmensgründerinnen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert, in Niedersachsen und auch im IHK-Bezirk Lüneburg-Wolfsburg liegt ihr Anteil bei 30 Prozent.

Unternehmerinnen bilden ein bundesweites Netzwerk

Die Initiative „FRAUEN unternehmen“ will angehende Gründerinnen über ein bundesweites Unternehmerinnen-Netzwerk unterstützen, dessen Mitglieder „ihre Inspiration und Leidenschaft für ein Leben als Unternehmerin weitergeben und Frauen und Mädchen zur beruflichen Selbstständigkeit ermutigen“. In Schulen, Hochschulen, in eigenen Netzwerken vor Ort oder in Zusammenarbeit mit der bga werden die Vorbild-Unternehmerinnen über eigene Erfahrungen als Unternehmerin berichten oder diese als Mentorinnen weitergeben. 

Carola Fernau will Frauen dafür begeistern, als Unternehmerin Verantwortung zu übernehmen.

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„Wir alle arbeiten unter anderem im Unternehmerinnen-Netzwerk Heidekreis schon lange ehrenamtlich daran, die Sichtbarkeit von Unternehmerinnen in der Öffentlichkeit zu erhöhen“, sagt Fernau, Vorsitzende des U-Netz Heidekreis. Als Vorbild-Unternehmerinnen haben die drei erst im Februar ein Speed-Dating auf die Beine gestellt, bei dem gestandene Unternehmerinnen angehenden Gründerinnen zu allen Fragen rund um Gründung und Selbstständigkeit Rede und Antwort standen.

Der Anteil von Frauen bei Gründungen liegt bei 40 Prozent

Dass die Förderung von Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit weiterhin nötig ist, zeigt ein Blick auf den KfW-Gründungsmonitor. Zwar ist der Anteil an Gründerinnen an den bundesweit 547.000 Unternehmensgründungen im Jahr 2019 um vier Prozent auf 40 Prozent gestiegen, doch ein Blick auf die Motivlage trübt das zunächst positive Bild der gestiegenen Gründungstätigkeit von Frauen: „Der Zuwachs kam durch Notgründungen zu Stande“, heißt es im Gründungsmonitor. So gründeten 34 Prozent der Frauen, weil sie keine bessere Erwerbsalternative hatten. Das meistgenannte Motiv von Frauen für die Gründung ist Unabhängigkeit – insbesondere, wenn minderjährige Kinder zu versorgen sind.

Das gute Gefühl, sich den Erfolg selbst erarbeitet zu haben

Auch bei Anika Schön spielte die Unabhängigkeit eine wichtige Rolle, nicht nur, weil sie sich als Selbstständige die Arbeitszeit freier einteilen und so Job und Familie besser unter einen Hut bringen konnte. „Die Selbstständigkeit verlangt viel Disziplin und Fleiß, bringt aber auch das unbeschreiblich gute Gefühl, dass man seinen Erfolg selbst erarbeitet hat.“ Das mache sie stolz, auch wenn es bedeute, dass sie genauso für Misserfolge verantwortlich ist: „Aus denen wiederum lernt man und macht es das nächste Mal besser.“ 

So sieht es auch Antje Diller-Wolff. Ihr Motto: „Nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken.“ Die Moderatorin hat schon oft beobachtet, dass Frauen sich im Gegensatz zu Männern weniger zutrauen, auch im Bereich Unternehmensgründungen. „Ich möchte ihnen Mut machen, auch beruflich die Wege zu gehen, die sie glücklich machen. Und dass wir Frauen genauso gut ein Unternehmen führen können wie Männer, steht ja wohl außer Frage.“