Ein Unternehmen mit grünem Daumen

Übersicht eines Plans im Garten- und Landschaftsbau
Foto: shutterstock.com
Modellbeispiel einer Landschaftsplanung.

Der Weg auf das 1,5 Hektar große Betriebsgelände von Dirk Schoebel im wendländischen Schnega führt über graues Kopfsteinpflaster, überall lagern Baumaterialien und Schüttgüter. Wer die Lagerhallen des alten Landhandels betritt, passiert fahrbare Rasenmäher, Pritschenwagen, Lkw und Pkw – und erhält einen Eindruck von dem, was den Arbeitsalltag prägt. Eines aber schätzt Inhaber Dirk Schoebel an seinem Beruf besonders: „Die Vielseitigkeit. Es gibt immer was zu tun.“ Und das seit 25 Jahren.

Am 14. März 1995 ist Dirk Schoebel, gelernter Techniker im Garten- und Landschaftsbau, in die Selbständigkeit gestartet. Während er anfangs viele Projekte selbst übernahm, steuert er heute ein Team von 20 Mitarbeitern aus seinem Büro in Schnega. Schoebel sitzt an seinem Schreibtisch, gegenüber tippt Manuela Roy, Diplom-Ingenieurin für Landschaftspflege, eifrig auf ihre Computertastatur. Ob Anfragen, Planung, Kontrollen und Organisation – das Büro ist sowas wie die Kommandozentrale des Betriebs mit drei Standorten in Schnega, Bergen (Dumme) und Lüneburg.

Der Ein-Mann-Betrieb von einst, hat sich zu einem erfolgreichen Fach-Unternehmen entwickelt. Schoebels Erfolgsrezept: „Qualität, Individualität und Kompetenz sind die wichtigsten Attribute. Und weil ich selbst ausbilde, habe ich eine wirklich gutes Team.“

Begonnen hat die Firmengeschichte mit der Gründung in Bergen im Landkreis Lüchow-Dannenberg, gegenüber der Gärtnerei von Schoebels Eltern. „Das war praktisch, wir konnten uns gegenseitig helfen – besonders mit Maschinen und Arbeitskräften.“ Da passt es gut, dass seine Schwester ein Unternehmen zur Staudenaufzucht führt und beide eng zusammenarbeiten. „Der grüne Daumen liegt in der Familie, den haben wir wohl von unseren Eltern geerbt.“

Garten- und Landschaftsbauer Dirk Schöbel und sein Team Garten- und Landschaftsbauer Dirk Schoebel und sein Team (v.l.): Manuela Roy und Anja Oppor.

Foto: Bianca Schoebel / privat

Das zwei Hektar große Betriebsgelände in Bergen nutzt er heute als Schaugarten für Kunden. Hauptsitz des Garten- und Landschaftsbauunternehmens ist im Nachbarort Schnega. Der Umzug auf das Gelände, nur 50 Meter vom örtlichen Bahnhof entfernt, war vor viereinhalb Jahren. „Die Lage ist praktisch für jeden, der nicht mit dem Auto kommen kann – wie zum Beispiel zwei unserer sechs Auszubildenden.“

Im Lüneburger Büro richtet Diplom-Ingenieurin Anja Oppor den Fokus ganz auf die Gartenplanung. Das Geschäft läuft gut, Dirk Schoebel plant auch hier eine Erweiterung für Teile seines Fuhrparks. Mitarbeiter sollen schon bald direkt aus Lüneburg mit Transportern und Lkws zum Kunden starten können.

Manuela Roy beugt sich hinter ihrem Rechner hervor und betont: „Die Planung ist bei uns so individuell wie jeder Kunde.“ Geschmäcker und Bedürfnisse seien schließlich verschieden, daher sei ein persönlicher Beratungstermin zu Beginn eines jeden Projekts besonders wichtig. „Ob Firmengrundstück, Dachgärten, Privatgarten oder große Parkanlagen – wir passen die Projekte den Wünschen der Kunden an. Dieser Service unterscheidet uns von Online-Anbietern“, sagt Roy. Gleichzeitig mache das den Job auch für das Team so spannend: „Wir lassen uns immer wieder auf Neues ein.“

Während die Menschen früher klassischerweise einen Gemüsegarten hinter dem Haus bewirtschafteten, finden sich dort heute eher durchgestaltete Gartenräume mit Wasserspiel, Pool, Sauna und Relaxzonen. Schoebel erklärt: „Wellness liegt im Trend, vermutlich als Gegenpol zum hektischen Alltag.“  

Die Sehnsucht der Menschen nach Ruhe und Entspannung spielt Gartenbauunternehmern in die Hände: Beruflich eingespannte Kunden oder ältere Menschen geben die Gartenpflege zunehmend an Fachunternehmen. „Die professionelle Gartenpflege ist ein wichtiges Standbein für uns“, sagt Schoebel. „Das übernehmen wir gern.“

Und wo entspannt der Betriebschef nach Feierabend? „Am liebsten im eigenen Garten.“ Wo auch sonst.