„EinLaden“ für Frauen

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Perspektiven für Frauen auf dem Arbeitsmarkt im Iserhagener Land stehen dabei im Mittelpunkt des Beratungsprojekts "EinLaden".

Im September des vergangenen Jahres hat ein ganz besonderer Laden in der Wittinger Innenstadt seine Eröffnung gefeiert: der „EinLaden“ in der Langen Straße. In dem ehemaligen Optiker-Geschäft kann man nichts kaufen. Frauen können sich stattdessen rund um Berufsmöglichkeiten im Isenhagener Land beraten lassen, Kontakte knüpfen und Ideen für ihre berufliche Zukunft sammeln.

„In angenehmer Atmosphäre bieten wir Frauen den Raum, Berufswünsche weiterzuentwickeln und mit ortsansässigen Firmen in Kontakt zu kommen“, sagt Christine Gehrmann, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Gifhorn. Sie betreut das Projekt, das seit dem 1. Juli 2019 läuft – und seit der Eröffnung des „EinLadens“ an Fahrt aufgenommen hat. „Dieser Anlaufpunkt ist von Anfang an gut angenommen worden“, sagt Gehrmann: „An den zwei Öffnungstagen in der Woche zwischen 9 und 13 Uhr kamen bisher jeweils bis zu fünf Frauen zu uns – neben vielen telefonischen Anfragen und E-Mail-Kontakten. Mit diesem Zulauf sind wir mehr als zufrieden.“

Im „EinLaden“ stehen hilfesuchenden Frauen Ulla Evers und Lucie Prochatzkova, Mitarbeiterinnen des Kooperationspartners LEB Braunschweig, zur Verfügung. Abseits von Jobcenter oder Arbeitsagentur. „Ohne Druck, ganz in Ruhe, ganz individuell“, sagt Gehrmann: „Die Frauen, die zu uns kommen, sind meist deutlich über 50 Jahre alt und wollen sich beruflich umorientieren. Das ist nicht immer leicht. Deshalb geben wir jeder Frau die Zeit, die sie braucht.“

Hinter dem „EinLaden“ steht das Projekt des Landkreises Gifhorn, das Frauen und Unternehmen im Isenhagener Land stärker zusammenbringen will. Ermöglicht hat das Projekt eine Förderung durch die LEADER-Region Isenhagener Land. Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt in der Region stehen dabei im Mittelpunkt.

Der ländliche Raum bringt besondere Bedingungen mit sich: Es gibt oft männerdominierte Berufe, traditionell geprägte Rollenbilder und Wege, die es rein praktisch mit Bus, Bahn oder Auto zu überwinden gilt. „Unser Projekt soll die Frauen bei diesen Herausforderungen unterstützen“, sagt Gehrmann. Erster Anlaufpunkt dafür ist der „EinLaden“, der zugleich auch Veranstaltungsort ist. Informationsveranstaltungen und Workshops finden in unregelmäßigen Abständen statt. Außerdem ist der „EinLaden“ auch Präsentationsfläche für regionale Unternehmen.

In einem der zwei Schaufenster kann ein Betrieb für sich als Arbeitgeber werben. Diese Gelegenheit hat bereits das Busunternehmen Bischof-Reisen aus Wesendorf genutzt. Weitere regionale Unternehmen können sich jederzeit melden, um sich an dieser Stelle zu zeigen. Im Moment präsentiert sich das Pflegedienstunternehmen Bettina Harms in dem Fenster. Mit Erfolg: „Dank des EinLadens haben wir bereits drei sehr gute Bewerberinnen kennengelernt“, sagt Personalleiterin Katja Rothe. Zwei der Bewerberinnen würde das Unternehmen aus Hankensbüttel gern einstellen, obwohl sie nicht – wie gesucht – in der Pflege, sondern im administrativen Bereich arbeiten wollen. Die internen Abstimmungen laufen noch. „Aber so oder so: Ich finde das Projekt rundum gelungen. Unternehmen sind manchmal für Interessierte schwer zu erreichen“, sagt Katja Rothe: „Der EinLaden eröffnet neue Möglichkeiten der Ansprache. Ich bin total begeistert von der Idee.“

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