Elbe-Jeetzel-Zeitung ausgezeichnet

Dr. Hanno Saade steht vor dem Verlagsgebäude
Foto: Elbe-Jeetzel-Zeitung
Dr. Hanno Saade, Geschäftsführer der Druck- und Verlagsgesellschaft Köhring, freut sich über die Auszeichnung, die der Branchendienst Meedia erneut an die Elbe-Jeetzel-Zeitung vergeben hat.

Es ist eine fatale Endlos-Spirale in vielen Zeitungshäusern: Jahr für Jahr sinken die Anzeigenerlöse, die Verlage reagieren mit immer mehr Sparmaßnahmen, die auch die Redaktionen treffen. Die Folge ist ein Qualitätsverlust, der wiederum weitere Abo-Kündigungen nach sich zieht. Die Corona-Krise mit dem Einbruch des Anzeigengeschäftes hat diesen Abwärtsstrudel noch einmal beschleunigt, so scheint es. Dass es auch anders geht, zeigt die Elbe-Jeetzel-Zeitung (EJZ) der Druck- und Verlagsgesellschaft Köhring im Landkreis Lüchow-Dannenberg, die jetzt bereits zum dritten Mal als Deutschlands Top-Regionalzeitung ausgezeichnet wurde.

Fast jeder zweite Haushalt liest die EJZ 

Verliehen hat die Auszeichnung der Branchendienst Meedia – 2014, 2016 und jetzt wieder an die EJZ. In die Bewertung eingeflossen sind die Verkaufszahlen in Relation zur Einwohnerzahl im Verbreitungsgebiet. Und hier kann die EJZ mit täglich 10.729 verkauften Exemplaren bei insgesamt 44.567 Einwohnern glänzen. Anders gesagt: Fast jeder zweite Haushalt im Landkreis Lüchow-Dannenberg liest täglich die Elbe-Jeetzel-Zeitung. Wie sichert man sich eine so treue Leserschaft?

Der Erfolg sei eine Mischung aus vielen Faktoren, sagt Verlagsgeschäftsführer Dr. Hanno Saade: „Wir leben von den lokalen Nachrichten, die sind im Prinzip unsere Existenzberechtigung“. Eine Kernmannschaft von rund 50 Mitarbeitern produziert sechs Ausgaben in der Woche, die überregionalen Nachrichten liefert das Redaktionsnetzwerk Deutschland und mit 14 Mitarbeitern sei die Redaktion für eine Lokalzeitung dieser Größe überdurchschnittlich gut aufgestellt, so Saade.

Guter Journalismus kostet Geld

Eine solche journalistische Leistung kostet Geld. Als einer der ersten kleineren Verlage hat die Druck- und Verlagsgesellschaft Köhring daher schon vor Jahren eine konsequente Bezahlschranke für ihre Nachrichten im Netz eingeführt. „Das gab damals natürlich einen Aufschrei“, erinnert sich Saade, „aber inzwischen ist das akzeptiert. Wir müssen unser Produkt schützen“. Das sei eine strategische Entscheidung gewesen: „Wir können nicht regelmäßig die Abo-Preise erhöhen und online bekommt man die Nachrichten kostenlos.“

Dazu kommt ein sehr einfaches Bezahlsystem über Paypal, Tagestickets sind ebenso erhältlich wie eine Monats-Freischaltung. Natürlich habe man Respekt vor der Auflagenentwicklung, sagt Hanno Saade. Und die Entwicklung des Mindestlohns schlage gerade in einem Flächenlandkreis, in dem die Zusteller weite Wege haben, voll durch. „Wir werden aber nicht davon abweichen, unser Geschäft auf höchstem Niveau weiterzubetreiben, auch wenn das Geld kostet.“