„Es muss jetzt vorangehen“

Porträt von Michael Zeinert und Andreas Kirschenann (rechts)
Foto: Jürgen Müller
IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert (l.) und IHKLW-Präsident Andreas Kirschenmann machen sich gemeinsam stark für wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die die regionalen Unternehmen beim Neustart aus der Krise unterstützen.

Die regionalen konjunkturellen Aussichten für das erste Quartal lassen einen weiteren beschwerlichen Weg vermuten. Was macht Ihnen trotz allem Hoffnung?
Michael Zeinert
: Die seit kurzem umgesetzten Öffnungsschritte für Regionen mit einer Inzidenz unter 100. Besonders für Gastronomie und Einzelhandel braucht es diesen Lichtblick – unsere Mitgliedsunternehmen haben massiv in Hygienekonzepte investiert und warten seit geraumer Zeit auf diese Perspektive. Und nicht nur sie: Es wird Zeit, dass Lebensqualität mit wirtschaftlichem Leben wieder möglich wird.
Andreas Kirschenmann: Wir fordern jetzt Tempo, es muss vorangehen. Wir Unternehmer brauchen die richtigen Rahmenbedingungen und nicht noch mehr Bürokratie und weitere Belastungen oder Auflagen. Die Folgen der Krise können nur durch Wachstum bewältigt werden. Wenn es um die Beschleunigung von Plan- und Bauvorhaben geht, haben wir enormen Nachholbedarf. Da sind andere Länder viel weiter. Statt sich damit abzugeben, müssen wir schneller und effizienter werden, um mit gemeinsamer Kraft aus dieser Krise zu kommen.

Ministerpräsident Stephan Weil wird am 14. Juni zu Gast sein beim ersten digitalen Sommerfest der IHKLW. Was erwartet die Gäste?
Kirschenmann
: Wir freuen uns sehr, dass der Ministerpräsident dabei ist. Während der gesamten Pandemie war der Kontakt mit der Landespolitik intensiv. Ich freue mich auf die Diskussion über die Zukunftsthemen, auf die es nach Corona ankommt. Als Keynote dürfen wir Professor Lars Feld begrüßen, der mit uns einen Blick auf die aktuelle ökonomische Lage wirft.
Zeinert: Wir haben ein digitales Format gewählt, es wird ganz anders als in den Jahren zuvor. Uns fehlt der direkte Austausch, das Gespräch bei einem Kaffee, aber wir wollen das digitale Netzwerken ermöglichen. Dafür haben wir uns eine kurzweilige Mischung aus Information und Unterhaltung ausgedacht und freuen uns, wenn viele Gäste zuschalten. Übertragen wird das Ganze auch auf unserer Website ihk-lueneburg.de.

Das Sommerfest steht unter dem Motto #GemeinsamWirtschaftStärken. Wie kann die regionale Wirtschaft jetzt wieder Fuß fassen?
Zeinert:
Wir haben Branchen, die ganz besonders gebeutelt sind. Hier werden die in Aussicht gestellten weiteren finanziellen Hilfen schnell benötigt. Der Tourismus weiß, wovon ich rede, wenn Hoffnungsschimmer immer wieder verblassen, dennoch gibt es endlich das erwartete Zeichen: Die Impfstrategie zeigt endlich Wirkung.
Kirschenmann: Ein wichtiges Signal ist, dass die Zahlen endlich runter gehen. Testen und Impfen ist für uns alle der Weg zurück in die Normalität. Besonders der Mittelstand braucht jetzt Impulse und die Unterstützung der Politik. Das heißt keine weiteren Belastungen, sondern Förderung von Innovationen und Investition. Besonders jetzt ist ein realistischer Blick bei der ökologischen Transformation unserer Wirtschaft wichtig. Wir dürfen Unternehmen und Bürger nicht durch immer neue schwer erreichbare Ziele überfordern. Nicht alle neuen Ideen sind bereits marktreif und sofort umsetzbar.