Fitness kennt keine Altersgrenze

Peter Brandjen sitzt an einem Fitnessgerät, das die Arme trainiert und lächelt in die Kamera.
Foto: tonwert21.de
Brandjen hat seine Berufung gefunden, als er vor 25 Jahren seine Sportleidenschaft mit dem Wunsch, sich selbständig zu machen, kombinierte.

Die Sache mit den guten Vorsätzen kennt Peter Brandjen genau: „Die Leute nehmen sich für ein neues Jahr immer vor, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Aber dann ist es auf dem Sofa eben doch gemütlicher.“ Sofa ist ein Wort, das zu Brandjen überhaupt nicht passt, wahrscheinlich hat er gar keins. Denn seine Zeit verbringt der Inhaber des Gym80 Studios an sieben Tagen der Woche an seinem Arbeitsplatz im Zentrum der Gemeinde Tostedt im Landkreis Harburg. „Ich habe in 25 Jahren zweimal drei Tage gefehlt“, sagt er und fügt ohne Pathos an: „Mein Beruf ist meine Berufung. Ich lebe, was ich hier tue.“

Brandjen, mit 62 Jahren drahtig wie ein Mittdreißiger, hat sich vor einigen Jahren auf eine Klientel spezialisiert, die andere Studios wenig im Blick haben: Über die Hälfte seiner Kunden sind über 50 Jahre alt, die älteste sogar 92 Jahre. Dass die Generation Ü70 hier zwei- bis dreimal die Woche Gewichte stemmt, aufs Laufband steigt und  nebenbei auch soziale Kontakte pflegt, das habe sich so ergeben, sagt Brandjen. „Die Menschen werden nicht nur immer älter, sie haben auch ein größeres Gesundheitsbewusstsein“. Aber die typischen Beschwerden an Rücken, Knie und Schulter eben auch. „Da ist es schon ein großer Erfolg, wenn der Schmerzpegel nach einigen Wochen spürbar sinkt. Es geht schließlich nicht darum, dicke Arme zu kriegen.“ Auch wer keine akuten Probleme habe, könne ab 50 Jahren viel tun, um noch mit 80 fit zu sein: Beckenbodentraining, Sturzprophylaxe oder gesunde Ernährung nennt Brandjen als wichtige Themen.

Seine langjährige Erfahrung aus mehr als 100.000 Probetrainingseinheiten und sein fundiertes Wissen über den Zusammenhang von Bewegung, Ernährung und Gesundheit fließen in den Trainingsplan ein, den er für jeden Kunden individuell erstellt. Das geschieht in enger Absprache mit dem Hausarzt. „Jeder Mensch ist anders. Wir gucken und probieren so lange aus, bis jeder sich mit seinem Gerät und seinem Programm richtig wohl fühlt.“

Peter Brandjen und seine tocher Daniela sitzen auf Geräten in ihrem Fitnessstudio. Peter Brandjens Tochter Daniela bietet im Gym80 Kurse an und führt nebenan eine Praxis für Physiotherapie.

Foto: tonwert21.de

 

Brandjen hat seine Berufung gefunden, als er vor 25 Jahren seine Sportleidenschaft mit dem Wunsch, sich selbständig zu machen, kombinierte. „Ich habe klein und vorsichtig mit dem eigenen Studio angefangen. Damals war ich weit und breit der Erste.“ Gegründet am 28. Februar 1994 bietet das Gym80 Studio heute auf mehr als 1.000 Quadratmetern einen modernen Gerätebereich, ein Kursprogramm von Rückenschule bis Zumba und eine Sauna zum Entspannen nach dem Training.

Dass mittlerweile Sportstudios wie Pilze aus dem Boden schießen, treibt dem Tostedter Fitness-Pionier keine Sorgenfalten auf die Stirn: „Wir haben unser eigenes Profil.“ Dazu gehört das feste Team mit immer gleichen Ansprechpartnern, die sehr familiäre Atmosphäre und die individuelle Betreuung. Ein weiterer Pluspunkt: Tochter Daniela Brandjen (40) ist nicht nur als Kursleiterin dabei, sondern hat ihre eigene Physiotherapiepraxis direkt an das Studio angegliedert. „Sie hat schon als 15-Jährige bei mir angefangen. Das ist ein großes Glück – besser geht´s nicht“, sagt der Vater. Es könne gerne so weiter gehen. Und wer dem Fitnessprofi zuhört, wie er mit sprudelnder Energie über seine Fachthemen spricht, der zweifelt auch nicht daran. „Das hier sind meine ersten 25 Jahre“, sagt er lachend, „die zweiten mach ich auch noch voll.“

Fehlt nur noch ein Tipp zu den guten Vorsätzen: „Das ist alles eine Sache des Kopfs“, sagt Brandjen. Zwar müsse sich der Stoffwechsel erst auf das Training umstellen. „Aber wer dranbleibt, spürt nach sechs bis acht Wochen schon Erfolge. Nichts motiviert mehr.“