Frische Ideen für die Heideblüte

Roger Burkowski steht am Zapfhahn hinter dem Tresen und zapft ein Bier.
Foto: Philipp Schulze
Roger Burkowski, Geschäftsführer des Hotels Zur Heideblüte, hat viel in den Familienbetrieb investiert – auch in das Veranstaltungsprogramm: „Unsere Comedyabende bringen Leute aus Hannover hierher. Daraus generiere ich dann wieder viele neue Stammgäste.“

Bierzapfen ist eine Kunst. „Mein Vater hat sie perfekt beherrscht“, sagt Roger Burkowski. „Er hat mit dem Finger so gekonnt über die Schaumkrone gestrichen, dass die Gäste ihm den Spitznamen Goldfinger verpasst haben.“ Anekdoten wie diese erzählt der Geschäftsführer des Hotels „Zur Heideblüte“ gerne, schließlich blickt er mit dem Jubiläum auch auf die eigene Kindheit zurück. Der Hotelchef hat recherchiert: „Vor 50 Jahren gab es noch 17 gastronomische Betriebe in der Gemeinde, heute sind wir der einzige.“ Die „Heideblüte“ in Hambühren im Landkreis Celle ist nicht einfach übrig geblieben, sondern hat sich komplett neu erfunden. Aus dem traditionellen Dorfgasthof entstand ein modernes Tagungshotel mit einem Restaurant, das für seine schmackhafte, regionale Küche bekannt ist. Ein Magnet für Besucher, die aus allen Himmelrichtungen anreisen – zur Familienfeier, zum Firmenevent oder auch zum Urlaub in der Südheide.

Bogenschießen, Kochkurse, Geocaching, Comedy, Magical Dinner – ein Event reiht sich ans nächste.

Ein radikaler Umbruch musste her, das war den drei Geschwistern klar, als sie vor 20 Jahren die Verantwortung übernahmen. Geplant war das nicht. Als Gerda Schulze 1996 plötzlich verstarb, fehlte der Familie nicht nur die Mutter, sondern der „Heideblüte“ auch die Seele des Hauses. Die Frau, die in der Küche stand, das klassische Schnitzel und Sülze mit Bratkartoffeln so perfekt beherrschte wie Willi Schulze das Bierzapfen. „Wir Kinder hatten ganz andere Pläne“, sagt Burkowski. Aber den Vater mit dem großen Haus und dem noch größeren Renovierungsstau allein lassen? „Der einzige Weg war, zu investieren.“

Zugute kam dem angehenden Wirtschaftsingenieur, dass er sich im Studium mit Marketing beschäftigt hatte. Burkowski war klar: „Wir müssen die Leute dafür begeistern, hierher zu kommen.“ Er startete mit Kanutouren, die er als Betriebsausflug im Komplettpaket für Unternehmen anbot. Das machen heute viele, aber er hat das Konzept nach einer Fortbildung zum Eventmanager bei der IHK beständig ausgebaut: Bogenschießen, Kochkurse, Geocaching, Comedy, Magical Dinner – ein Event reiht sich ans nächste. „Unsere Comedyabende bringen Leute aus Hannover hierher. Daraus generiere ich dann wieder viele neue Stammgäste.“

Auch, dass er von Beginn an auf das Internet setzte und über die sozialen Netzwerke sehr aktiv den Kontakt zu den Gästen hält, habe sich ausgezahlt, sagt Burkowski:  „Mittlerweile haben wir eine starke Community. Die Leute interessiert, was hier läuft.“ Und es läuft immer was.

Das Bild zeigt die Tür zur Bar im Hotel Zur Heideblüte: "Goldfingers" steht dort in goldener Schrift. Die neue Bar in der Heideblüte ist nach dem Spitznamen des Firmengründers Willi Schulze benannt: „Goldfingers“.

Foto: Philipp Schulze

Im neuen, eleganten Wintergarten können Gruppen von 20 bis 250 Personen feiern und schlemmen. Und alte Traditionen spinnt der Manager geschickt weiter. Ein Beispiel: Tanz um den Maibaum kann jeder. Aber in den stabilen Betonständer am Haus passt ja auch ein zwölf Meter hoher Weihnachtsbaum, dachte sich der Hotelchef vor einigen Jahren. Geboren war das Tannenbaumschmücken im Dezember. „Wir stellen den nicht einfach hin, sondern der Spielmannszug kommt, es gibt Punsch im Winterzelt mit Kamin und Sternenhimmel. Kleine Betriebe können das Event buchen und zum Abschluss bei der DJ-Party abtanzen.“

Heute sorgen 38 Mitarbeiter dafür, dass es in der „Heideblüte“ rund ums Jahr brummt. Gerade wurden Restaurant und Bar aufwändig modernisiert. „Wir bieten 15 ausgesuchte Brauspezialitäten an, darunter fünf vom Fass. Das finden Sie nirgends im Umkreis“, sagt Burkowski stolz. Und Einheimische, die wieder verstärkt vorbeischauen, dürften sich beim Betreten der Bar an den inzwischen verstorbenen Gründer erinnert fühlen: „Goldfingers“ prangt sein Spitzname in goldener Schrift an der Tür.