Mit gelben Leitern in die Zukunft

Viele gelbe Leitern stehen auf dem Rathausplatz in Lüneburg. Das Rathaus ist im Hintergrund zu sehen.
Foto: Thomas Laukat
Nach dem Motto "Gemeinsam machen wir Lüneburg bunt" zeigen rund 200 gelbe Leitern in Lüneburg, wie viel inhabergeführte Geschäfte es in der Stadt gibt – und dass diese Geschäfte für ihre Kunden da sind.

Sie sind ein Zeichen des Zusammenhalts, der Zuversicht und sollen Kunden Orientierung bieten: Rund 200 gelbe Leitern zieren in der Lüneburger Innenstadt Fassaden und Schaufenster. „Nach dem Motto ,Gemeinsam machen wir Lüneburg bunt‘ zeigen die Leitern, wie viel inhabergeführte Geschäfte wir in der Stadt haben – und dass diese Geschäfte für ihre Kunden da sind“, sagt Initiator Ralf Elfers, Inhaber der Hold Mode und Vertriebs GmbH. „Die Leitern stehen aber auch für den Optimismus, mit dem wir – die Akteure aus Handel, Gastronomie und Kultur – in die Zukunft blicken.“

Porträt von Ralf Elfers in der Halbtotale mit Maske, im Hintergrund sind gelbe Leitern vor dem Rathaus in Lüneburg zu sehen. Ralf Elfers hatte die Idee zur Aktion „Die gelbe Leiter“.

Foto: Thomas Laukat

Die Idee dazu hatten Elfers, der 20 Modeläden in Norddeutschland führt, zwei davon in Lüneburg, und der Grafiker und Schlagzeuger Thomas Laukat mitten im dritten Lockdown. „Wir wollten etwas für den lokalen Handel tun“, sagt Elfers. Irgendwann hatte er in Kopenhagen mal ein Geschäft, an dem eine orangefarbene Leiter lehnte, fotografiert. „Das sah so hübsch aus.“ Doch es sollte nicht nur hübsch aussehen, sondern die Botschaft vermitteln: Wir klettern aus dem Tal der Pandemie nach oben. Und dafür schienen Leitern in einem optimistisch-sonnigen Gelb das ideale Symbol zu sein.

Die Begeisterung ließ nicht lange auf sich warten. Die 100 Leitern, mit denen die Aktion startete, waren im Nu vergriffen. Gastronomen sprangen mit auf und die Initiatoren erweiterten die Idee um gelbe Stühle, auf denen Café- und Restaurantbesucher Platz nehmen können. Viele Medien berichten und so wird die Aktion auch weit über Lüneburgs Grenzen hinaus bekannt. Elfers: „Wir haben Mails und Anrufe aus ganz Deutschland bekommen, weil die Inhaber dort mitmachen oder die Aktion kopieren möchten.“ Und das ist ganz im Sinne des Erfinders: „Bunte Zentren mit lokalen Händlern und Gastronomen, mit Kunst und Kultur braucht es überall.“

Auch in Lüneburg sollen alle dabei sein können, daher verteilen die Initiatoren die Leitern nach dem Prinzip „Jeder zahlt, was er kann“. Trotzdem sind schon mehr als 4.000 Euro zusammengekommen. „Wir machen alles ehrenamtlich, das Geld ging komplett als Spende an die Coronakünstlerhilfe“, sagt Elfers. Denn Kunst und Kultur seien ganz wesentlich für ein buntes, lebendiges Lüneburg: „Wer weiß, was sich daraus entwickelt? Hinterhof-Konzerte, Umkleidekabinen-Lesungen, Schauspieler im Schaufenster.“

Aktuell feilen Elfers und Laukat an der nächsten Erweiterung ihrer Idee: Gelbe Vorhänge sollen auf die vielen Museen, Theater und Kultureinrichtungen in Lüneburg hinweisen. Da­rüber hinaus stehen die Initiatoren mit der Lüneburg Marketing GmbH und dem Innenstadtkoordinator Christoph Steiner in Kontakt. Und auch die Inhaber der lokalen Geschäfte aus Gastronomie und Handel seien seit der Aktion intensiver im Gespräch, sagt Elfers: „Wir sehen einen unglaublichen Zusammenhalt, daran können wir anknüpfen und gemeinsam weitere Ideen für die Zukunft entwickeln.“

Ein paar Ideen haben Elfers und Laukat schon. So könnten Straßen-Paten mit Anliegern Hoffeste veranstalten und auch die Weihnachtsbeleuchtung bräuchte ein Update. Elfers sagt: „Wir möchten die Innenstadt einfach wieder beleben.“