Gemeinsam für ein lebendiges Walsrode

Markus Grunwald, Volker Behrend und Kristina Burbach stehen im Modegeschäft vor einem Regal und halten Tütel mit der Aufschrift
Foto: tonwert21.de
Markus Grunwald, Volker Behrend und Kristina Burbach (v.l.) machen in Walsrode bei der Aktion Heimat shoppen das Einkaufen vor Ort zum Erlebnis.

Wie plant man Shopping-Events in der Corona-Krise? Mit Kreativität und Zusammenhalt! Und davon gibt es in Walsrode jede Menge. „Walsrode ist einer der Orte in unserem IHKLW-Bezirk, bei denen viele Partner sich zusammentun, um die Aktion Heimat shoppen mit Leben zu füllen – und zwar nicht nur während der jährlichen Aktionstage, sondern das ganze Jahr über“, sagt Jan Weckenbrock, IHKLW-Berater für Stadtentwicklung.

„Heimat shoppen“ stärkt die Gemeinde

Eine Frau geht durch eine Tür in ein Modegeschäft, auf der Tür steht "Heimat shoppen Walsrode" In Walsrode laden die Geschäfte am 4. und 5. September mit besonderen Aktionen zum „Heimat shoppen“.

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Mal mit besonderen Rabatten, mal mit Angeboten von Vereinen, Musik, Kleinkunst, Kutschfahrten und immer mit guten Argumenten werben die Walsroder Händler, das Stadtmarketing, die Kreissparkasse und die Walsroder Zeitung (WZ) gemeinsam für das Einkaufen vor Ort. Die Botschaften finden sich auf Postkarten, in Zeitungsartikeln und werden auch im persönlichen Gespräch ausgetauscht, sagt Kristina Burbach vom Walsroder Stadtmarketing: „Heimat shoppen stärkt unsere Gemeinde und unsere Gemeinschaft, denn mit jedem Einkauf oder Restaurantbesuch unterstützen die Menschen die Wirtschaft vor Ort. Weil Einzelhändler und Gastronomen Gewerbesteuer an die Kommune zahlen, ermöglichen die Kunden indirekt auch Investitionen in die Walsroder Infrastruktur und in Arbeitsplätze.“

Das Stadtmarketing hat 2019 nachgerechnet: Allein die Einzelhändler und Dienstleister in der Walsroder Innenstadt bieten zusammen 1.308 Arbeitsplätze, 61 Ausbildungsplätze und sponsern jährlich 471.220 Euro an Vereine und andere Institutionen. Auch Volker Behrend, Inhaber des Modewerks Walsrode, unterstützt jedes Jahr örtliche Vereine und Hilfsorganisationen. Für die Aktionstage Heimat shoppen im September verbindet er den Einsatz für den guten Zweck mit einem ganz besonderen Gewinnspiel: „Um an unserem Glücksrad zu drehen, zahlen die Kunden einen Euro. Das Geld fließt zu einhundert Prozent an einen gemeinnützigen Verein – und auch die Kunden können nur gewinnen“, verrät Behrend, denn: Hinter jeden Glücksradfeld verbirgt sich ein Preis aus dem Modewerk – von einer süßen Überraschung über Socken und Boxershorts bis hin zu einer hochwertigen Sporttasche.

Einzelhändler und Dienstleister bieten 1.308 Arbeitsplätze

„Wir haben einen vorbildlichen Einzelhandel in Walsrode“, resümiert Markus Grunwald, Pressesprecher der Kreissparkasse Walsrode, die wiederum den lokalen Handel mit der Sparkassen-Vorteilswelt unterstützt. „Unsere Kunden können bei allen teilnehmenden Händlern mit ihrer Sparkassen Card bezahlen und erhalten vom Händler einen Cashback auf das Girokonto gutgeschrieben. Kunden und Händler profitieren somit gleichermaßen – und die Händler belohnen die Treue ihrer Kunden.“

Kim Wehrhoff sitzt in einem Modegeschäft und hält eine aufgeschlagene Zeitung in den Händen, auf deren Rückseite eine "Heimat-shoppen-Anzeige" zu sehen ist. Kim Wehrhoff und das übrige Team der Walsroder Zeitung sorgen für öffentlichkeitswirksame Berichte.

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Die Geschäfte in der Walsroder Innenstadt haben ganz offensichtlich viele treue Fans. Die Walsroder Zeitung zählt auf jeden Fall dazu. WZ-Anzeigenleiterin Kim Wehrhoff: „Auch wir als Verlag versuchen möglichst viel im lokalen Handel zu erwerben. Immer mehr Aktionen und Produkte können wir durch gute lokale Kontakte auf die Beine stellen. Immerhin ist unser Heidekreis so vielfältig wie kaum eine andere Region.“

Herausforderung verkaufsoffener Sonntag

Es versteht sich fast von selbst, dass die WZ auch die Aktion „Heimat shoppen“ als Medienpartner unterstützt – mit redaktionellen Berichten ebenso wie mit Sonderseiten, auf denen die Händler Anzeigen schalten können. Zusammen mit der Kreissparkasse Walsrode und dem Stadtmarketing hat die WZ in den Vorjahren rote Teppiche für die Heimat-Shopper ausgerollt. Und auch in der Corona-Krise hat sich das Verlagsteam etwas einfallen lassen: „Unsere Tageszeitungsredaktion ist sehr auf den Handel eingegangen und hat über besondere Ideen der Händler berichtet. Außerdem haben wir die Aktion ,kauflokal‘ eine lokale Plattform für Händler und Dienstleister ins Leben gerufen, um auch die Geschäfte sichtbarer zu machen, die bisher keine Onlinepräsenz hatten“, sagt Wehrhoff und fügt an: „Wir verstehen uns als Partner der Wirtschaft, denn schließlich sind wir als lokales Medienhaus nur so stark wie die Wirtschaft vor Ort.“

Doch auch die Wirtschaft in Walsrode hat in diesem Jahr die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen. Der Lockdown zu Beginn der Krise sorgte trotz Online-Aktionen für Umsatzeinbußen. „Umso wichtiger wäre es, dass wir die Aktionstage Heimatshoppen mit einem verkaufsoffenen Sonntag verknüpfen könnten“, sagt Kristina Burbach vom Stadtmarketing.

Rückenwind von der Stadt Walsrode

Rückenwind dafür gibt es von der Stadt Walsrode, allerdings weist der Erste Stadtrat Andre Reutzel auf Hürden bei der Genehmigung hin. Seit Mai 2019 sind Sonntagsöffnungen in Niedersachsen nur einzelfallbezogen gestattet, wenn ein öffentliches Interesse oder ein anderer Sachgrund vorliegen oder der verkaufsoffene Sonntag mit einem besonderen Anlass wie einer größeren Messe oder einem besonderen Jubiläum verbunden werden. Weil es solche Anlässe wegen der Coronakrise in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr geben wird, haben sich Vertreter von Landesregierung, Kommunen, Wirtschaft, Gewerkschaften und Kirchen im Juli darauf verständigt, dass die Anlässe deutlich kleiner ausfallen dürfen. „In Walsrode gibt es keinen kleinen Markt oder ein ähnliches Event, das als Anlass für das Heimatshoppen dienen kann. Im Zweifel müsste das Stadtmarketing für jeden verkaufsoffenen Sonntag einen solchen Markt organisieren, was einen extrem hohen zusätzlichen Aufwand bedeutet“, sagt Reutzel. Vor dem Hintergrund, dass die Walsroder bereits im März 2020 keine Einigung mit Verdi haben erzielen können, tauge der Kompromiss nur, „wenn Verdi jetzt formell für alle Veranstaltungen einen Klageverzicht erklärt.“ Doch das ist unwahrscheinlich, denn Verdi-Landesleiter Detlef Ahting hat bereits signalisiert, dass auch weiterhin verkaufsoffene Sonntage nur dann möglich sein werden, wenn es einen angemessenen Anlass gibt und alle Beteiligten vor Ort – auch Verdi – sich einigen konnten.

Genau das wollen die Walsroder Akteure jetzt erneut versuchen, sagt Kristina Burbach: „Und so oder so werden wir uns auch in diesem Jahr wieder etwas Besonderes für die Heimat-shoppen-Aktionstage einfallen lassen.“