Gesetz fördert Forschung

Dr. Andreas Hoffknecht ist Leiter der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ). Er sagt: "Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kann die Forschungszulage der Auslöser sein, eine gute Idee zur Wirklichkeit werden zu lassen."

Bis zu einer Million Euro weniger Steuern zahlen, wenn geforscht und entwickelt wird – das verspricht das Forschungszulagengesetz Unternehmen. Doch was macht dieses Instrument neu, gerade im Vergleich zur klassischen Projektförderung?
Dr. Andreas Hoffknecht: Innovative Unternehmen haben durch das Forschungszulagengesetz einen Rechtsanspruch auf Förderung. Das bedeutet im Klartext: Wenn ein Betrieb forscht und entwickelt, spart er bei der Steuer. Zu den förderfähigen Aufwendungen zählen Arbeitslöhne, Eigenleistungen von Einzelunternehmern sowie 60 Prozent des gezahlten Entgelts für in Auftrag gegebene Tätigkeiten. Dieser themenoffene Ansatz bei gleichzeitigem Rechtsanspruch ist das Neue an der Forschungszulage. Im Vergleich dazu fördert die klassische Projektförderung überwiegend Forschung und Entwicklung zu spezifischen Fachthemen. Außerdem kann aus Budgetgründen oft nur ein Teil der beantragten Projekte gefördert werden, sodass auch vielversprechende Ideen manchmal leer ausgehen. Die Forschungszulage schließt die verbleibenden Lücken, für die es bislang keine Förderprogramme gab.

Forschung und Entwicklung – was ist damit konkret gemeint, wo fängt es an?
Dr. Hoffknecht: Dazu gibt es eine gute Faustformel: Zielt Ihr Vorhaben darauf ab, neue Erkenntnisse für Ihr Unternehmen zu gewinnen, folgt die Umsetzung einem systematischen Plan und besteht ein wissenschaftliches oder technisches Risiko – dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um Forschung und Entwicklung.

Wird die Forschungszulage bereits gut angenommen von den Unternehmen?
Dr. Hoffknecht:
Ja und nein. Zum einen wird die Maßnahme durch die Unternehmen, die einen Antrag stellen, sehr gut angenommen: Antragssteller haben sich sogar direkt bei uns bedankt, weil ihnen so gut gefallen hat, wie unkompliziert das Verfahren ist. Auf der anderen Seite sind wir davon überzeugt, dass noch deutlich mehr Unternehmen das Instrument in Anspruch nehmen könnten, als das bislang der Fall ist. Daher betonen wir immer wieder: Das Antragsverfahren ist unbürokratisch, einfach und kostenlos – und damit vor allem für KMU attraktiv.

Haben Sie einen besonderen Tipp für Unternehmen, die einen Antrag auf Forschungszulage stellen wollen?
Dr. Hoffknecht:
Einfach machen! Und zwar im doppelten Sinne. Erstens: Die Antragstellung ist einfach, schlank und erfolgt vollständig digital. Und zweitens: Machen Sie einfach! Ihr Antrag wird bei uns in der Bescheinigungsstelle Forschungszulage von passenden Expertinnen und Experten sachgerecht geprüft. Wenn etwas unklar ist, fragen wir bei Ihnen nach. Zum Antragsverfahren gelangen Unternehmen über unsere Website (www.bescheinigung-forschungszulage.de). Attestiert die Bescheinigungsstelle, dass es sich um Forschung und Entwicklung handelt, können Unternehmen im zweiten Schritt die Forschungszulage beim zuständigen Finanzamt beantragen. Auch das geht volldigital.

Was erwarten Sie sich von der Forschungszulage für die Unternehmen in Deutschland?
Dr. Hoffknecht:
Die Forschungszulage kann für Unternehmen in Deutschland ein entscheidender Schub sein, um Innovationen anzustoßen. Denn sie bedeutet sichere und damit planbare Unterstützung. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kann das der Auslöser sein, eine gute Idee zur Wirklichkeit werden zu lassen.

Roadshow Forschungszulage in Niedersachsen

Mit dem Forschungszulagengesetz können Unternehmen in Deutschland 25 Prozent ihrer Forschungs- und Entwicklungspersonalkosten steuerlich geltend machen – auch rückwirkend. Egal aus welcher Branche, egal wie groß das Unternehmen. Auch Einzelunternehmer werden gefördert.

Rund um die Forschungszulage informieren die Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) und das Bundesfinanzministerium Unternehmen aus Niedersachsen bei einer digitalen Roadshow am Donnerstag, 11. November, 14.30 bis 16 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich unter www.stade.ihk24.de/forschungszulagengesetz. Ein 4-minütiges Erklärvideo bietet einen Schnelleinstieg in das Thema: https://www.bescheinigung-forschungszulage.de/.