Gute Noten für Ausbildung

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Die überwiegende Mehrheit der Auszubildenden ist mit den Ausbildungsbetrieben insgesamt zufrieden. Mehr als 60 Prozent gaben ihrem Betrieb eine Schulnote 1 oder 2.

Knapp 1.200 niedersächsische Auszubildende im letzten Ausbildungsjahr haben sich vom 28. Juni bis 9. Juli an der Auszubildenden-Zufriedenheitsumfrage der niedersächsischen IHKs beteiligt. Sie alle haben vor dem Hintergrund der Corona-Krise in einem von den Industrie- und Handelskammern betreuten Beruf eine Ausbildung absolviert und geben einen Einblick, wie sie ihren Start ins Berufsleben und ihre Ausbildung rückblickend bewerten. 

Die duale Berufsausbildung ist attraktiv

Junge Berufstätige sind insgesamt mit ihrer Ausbildung zufrieden: 80 Prozent der Befragten würden sich wieder für ihren Ausbildungsberuf entscheiden. Die Zufriedenheitswerte sind trotz der Herausforderungen während der Corona-Pandemie auf dem Niveau der Vergleichsumfrage aus 2018.

Familie und Freunde beraten zur Berufswahl

Bei der Wahl eines passenden Ausbildungsberufs und -platzes sind Eltern und Freunde die wichtigsten Unterstützer für angehende Azubis. 30 Prozent der Azubis wünschen sich, dass der Beruf Sicherheit bietet. Weitere entscheidende Berufswahlkriterien sind Spaß am Beruf (68 Prozent), gute Zukunftsperspektiven (59 Prozent) und dass der Beruf den Neigungen entspricht (49 Prozent). Übrigens: Um Eltern auf die verantwortungsvolle Rolle als Berufswahl-Coach vorzubereiten, bietet unsere IHKLW einen Podcast an.

Kooperationen mit Schulen lohnen sich für Betriebe

Hauptkriterium bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs ist für mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) die Nähe zum Wohnort, gefolgt von der Aussicht auf Übernahme (46 Prozent) und dem Image des Unternehmens (41 Prozent). Das ist ein starkes Signal an Betriebe, dass sich Ausbildungsmarketing und Kooperationen mit ortsansässigen Schulen, Betriebserkundungen und Praktika lohnen, um ihr Ausbildungsangebot zu platzieren und Bindungen zu schaffen. Unsere IHKLW bietet dazu eine Reihe von Projekten, die auch digital funktionieren: ihk-lueneburg.de/berufsorientierung.

Digitale Angebote an Berufsschulen ausbauen

Digitale Unterrichtsangebote der Berufsschulen müssen ausgebaut werden. Zwar fühlen sich die Azubis durch den Präsenzunterricht gut auf Prüfungen und zukünftige Tätigkeiten vorbereitet, doch durch den digitalen Unterricht zu Hause fühlt sich dagegen weniger als die Hälfte gut gewappnet. Jeder zehnte Azubi gibt außerdem an, nicht in ausreichendem Maße über die nötigen technischen Geräte und Voraussetzungen für eine Teilnahme am digitalen Unterricht zu verfügen. Um die Digitalisierung in der beruflichen Bildung geht es auch bei der Techtide-Regionalkonferenz am 16. November, die unsere IHKLW organisiert.

Mehrheitlich gute Noten für Betriebe

Die überwiegende Mehrheit der Auszubildenden ist mit den Ausbildungsbetrieben insgesamt zufrieden. Mehr als 60 Prozent gaben ihrem Betrieb eine Schulnote 1 oder 2. Insgesamt erhielten die Betriebe die Durchschnittsnote 2,3. Ein gutes Betriebsklima bescheinigen 85 Prozent der Auszubildenden ihrem Ausbildungsbetrieb. Bei Problemen während der Ausbildung wenden sich Azubis an Kollegen (34 Prozent) und Ausbilder (24 Prozent).

Ein Drittel der Azubis kritisiert Ausbildungsbedingungen

Rund ein Drittel der befragten Azubis würde sich nicht wieder für seinen Ausbildungsbetrieb entscheiden. Kritisiert werden eine mangelnde Ausbildungsqualität, unpassende Rahmenbedingungen im Betrieb, eine fehlende Struktur während der Ausbildung oder keine gezielte Prüfungsvorbereitung. Unternehmen, die ihre Ausbildungsqualität verbessern möchten, bietet das niedersachsenweite IHK-Siegel „TOP AUSBILDUNG“ Gelegenheit dazu: ihk-lueneburg.de/topausbildung.

Azubis haben gute Übernahmeperspektiven

Die Ausbildung hat einen hohen Stellenwert für die Betriebe. Auch in Krisenzeiten wollen sie die von ihnen ausgebildeten jungen Fachkräfte übernehmen: Knapp drei Viertel der Auszubildenden wurde nach der Ausbildung eine Übernahme angeboten, was wiederum drei Viertel davon auch annehmen.