Gutes aus Griechenland und der Welt

Firmeninhaber Hans-Werner Koster mit einer Terrakotta-Eule im Arm.
Foto: tonwert21.de
Hans-Werner Koster (73) hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Am 1. April feiert der Händler sein 25-jähriges Jubiläum.

Die kleinste griechische Insel liegt am Rande der Geest im norddeutschen Pattensen. Hier, direkt gegenüber der alten Fachwerkkirche, führt Hans-Werner Koster seit einem Vierteljahrhundert sein Geschäft unter dem Namen TerraKoster. Ein Wortspiel mit dem eigenen Namen und der Keramik, die vor der Tür steht: Meterhohe Amphoren und Töpfe aus Ton, dazu die himmelblaue Tafel über dem Tor – ganz klar, hier geht es um Griechenland. 

Woher die Verbindung zwischen dem gebürtigen Glückstädter und dem Land rührt, das ist schnell erzählt: „Ich habe mich in die Landschaft, die Leute und das Klima verliebt“, sagt der 73-Jährige und zieht beim Schmunzeln den Schnurrbart in die Höhe. Die Entdeckungsreise begann vor Jahrzehnten in einem umgebauten Krankenwagen, mit dem er durch Griechenland fuhr, später ersetzt durch ein Haus auf der Halbinsel Peloponnes. Die Liebe blieb.

Koster arbeitete als Sozialpädagoge in Hamburg und verbrachte den Urlaub in seinem kleinen griechischen Paradies. Der Deutsche lernte die Bauern kennen und die hervorragende Qualität ihrer Produkte schätzen. „Erst habe ich Öl und Wein als Souvenir für Freunde und Bekannte mitgebracht“, sagt Koster, „aber irgendwann entstand der Gedanke, mich selbständig zu machen.“ Als ihm ein Freund in Pattensen die Übernahme seiner Firma für Pferde- und Gartenartikel anbot, schlug er zu. „Mit dem Lager hatte ich auch 16.000 Bambusreisigbesen und 4.500 Pferdedecken übernommen“, sagt er lachend, „aber Pferde sind nicht meine Welt, das passte nicht.“

Badenixen aus Terrakotta Die pummeligen Badenixen locken oft auch Passanten in das TerraKoster.

Foto: tonwert21.de

Was passte, war natürlich Griechenland. Koster nutzte nun seine Kontakte und importierte im größeren Stil Terrakotta und griechische Spezialitäten. Das sind heute noch  – neben Gartenartikeln aus aller Welt – seine Standbeine. Rund 4.000 Liter Öl  gehen jährlich sowohl an Wiederverkäufer als auch an viele Stammkunden, die sich ihr Lieblingsprodukt auf Wunsch per Post schicken lassen können.

Dazu ist TerraKoster die richtige Adresse für Spezialfirmen mit ausgefallenen Wünschen: Wenn ein großer Schiffsausstatter griechische Amphoren als Dekoobjekte für ein neues Kreuzfahrtschiff ordert, dann ist das unkompliziert. Kniffliger wird´s, wenn der Kunde 400 Olivenäste haben möchte, um einen künstlichen Wald anzulegen. „Dann fliege ich runter, um mit den Bauern zu besprechen, welche Äste von nicht bewirtschafteten Bäumen das sein sollen.“  

Wie ein Widerspruch dazu wirkt die andere Leidenschaft Kosters – nämlich die für erzgebirgische Handwerkskunst. Die traditionellen Holzfiguren aus alten Manufakturen verkaufte er schon vor Jahren in einem Hamburger Einkaufscenter, jetzt gehören sie zu seinem Wintersortiment. Im Geschäft ist so über die Jahre ein sehr spezieller Mix entstanden: Griechenland und Erzgebirge, dazu Teakmöbel aus Indonesien, Gartenpavillions, Strandkörbe oder Rosenbögen. Ein Sammelsurium ohne strenges Konzept, aber mit Stil.

„Manche Leute sagen, unsere Leidenschaft ist außer Kontrolle geraten“, sagt Koster und fügt mit einem Lächeln an: „Da ist was Wahres dran.“ Mit seiner Ehefrau schaut er sich auf Messen gezielt nach Besonderheiten für Haus und Garten um. „Wir ordern nur, was uns gefällt. Unsere Kunden schätzen die Dinge, die wir entdecken.“ Der Händler weiß ebenso sicher, worauf das Auge anspringt: Die griechische Amphore hat er wie die pummelige Badenixe dicht am Straßenrand postiert. „Hier fahren täglich 20.000 Autos durch, da guckt so mancher schon aus Neugier rein.“