Klinikum soll nach Bad Fallingbostel ziehen

Stecknadeln in einer unscharfen Landkarte.
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Noch betreibt das Heidekreis-Klinikum zwei Krankenhäuser in Soltau und in Walsrode. Das neue Zentralklinikum Heidekreis aber soll in Bad Fallingbostel stehen.

Die Entscheidung dauerte zwei Jahre, jetzt steht sie fest: Wenn der Landkreis Heidekreis ein neues Zentralkrankenhaus baut, dann in Bad Fallingbostel. Das hat der Kreistag bei seiner Sitzung am 26. Juni mit großer Mehrheit entschieden. Im Norden des Landkreises rufen die Pläne Kritik hervor. Ob sie Realität werden, steht frühestens in zwei Jahren fest. Dann entscheidet das Land Niedersachsen über die Fördermittel aus dem Strukturfonds II.

130 Millionen Euro Fördermittel für Heidekreis-Klinikum 

Der Geschäftsführer der Heidekreis-Klinikums wertet den jetzigen Schritt als wichtig auf dem Weg zu den Mitteln aus Hannover, die mit 130 Millionen Euro im Raum stehen. „Wir liegen damit im Zeitplan, um hinsichtlich der Fördermittelvergabe für unser großes Ziel – eines der modernsten Kliniken Niedersachsens zu werden – auch Berücksichtigung zu finden“, sagt Dr. med. Achim Rogge.

Die Fläche, zurzeit unbebautes Ackerland, liegt zwischen der Düshorner Straße und der Walsroder Straße in Bad Fallingbostel. Der Kauf der Flächen durch die Heidekreis Klinikum gGmbH erfolgt erst bei Zusage der Fördermittel, bis dahin werden sie gesichert. Der Eigentümer kann sie weiter nutzen und erhält eine Freihalteprämie.

Zurzeit betreibt das Heidekreis-Klinikum in kommunaler Trägerschaft zwei Häuser, und zwar in Soltau und in Walsrode. Ein Gutachten hatte den Standort in Bad Fallingbostel aus sieben Varianten als besten gewertet, er sei für die „meisten Menschen am schnellsten erreichbar“ und weise „das höchste Fallpotenzial“ auf.

In Soltau stoßen die Klinik-Pläne auf Kritik

Während Landrat Manfred Ostermann die Pläne als „einmalige Chance“ wertet, sagt Helge Röbbert (parteilos), Bürgermeister von Soltau: „Ich sehe das sehr kritisch. Hier wird eine Entscheidung getroffen, bevor die Finanzierung geklärt ist. So wünschenswert ein neues Krankenhaus auch wäre: Wir müssen doch erst einmal sehen, ob wir uns das als Kreis leisten können.“ Gleichzeitig lehnt Röbbert auch den Standort ab. „Die Masse der Einwohner lebt im Nordkreis. Die Planung ist raumordnerisch fehlgerichtet.“

Für Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring (parteilos) gleicht die Suche nach einem Standort für ein zentrales Klinikum im Heidekreis der „Quadratur des Kreises“. „Unser Landkreis ist mehr als 100 Kilometer lang und besitzt drei Mittelzentren“, erklärt sie. „Ich verlasse mich auf die Zahlen, Daten und Fakten aus dem Gutachten.“ Sie hofft, dass ein neues Haus zukünftig wirtschaftlich besser dastehen kann als die beiden bestehenden. Zurzeit bezuschusst der Kreis die Häuser mit rund zehn Millionen Euro im Jahr. „Ich hoffe, dass ein modernes Krankenhaus weniger Zuschüsse benötigen wird“, so Spöring.

Architekturwettbewerb beginnt am 1. Juli

Wie viel der Neubau kosten wird, steht noch nicht fest. Der nächste Schritt ist der Architektenwettbewerb. Er beginnt am 1. Juli. Nötig für die Beantragung der Fördermittel ist außerdem die sogenannte Haushaltsunterlage Bau (HU-Bau), die den Architektenentwurf und Angaben zu den Kosten enthält. Die Abgabe ist für Herbst 2021 geplant. Die eines Tages leerstehenden Kliniken in Walsrode und Soltau sollen für Arztpraxen sowie stationäre Dauer- und Kurzzeitpflege genutzt werden.