IHKLW diskutiert mit Abgeordneten zum Automobilstandort

Eine Person analysiert das Geschehen der Automobilbranche.
Digitalisierung, und E-Mobilität sind zwei wesentliche Zukunftsthemen der Automobilwirtschaft.

Neue Technologien, alternative Antriebsformen, Energiewende, Digitalisierung, Fachkräftemangel, veränderte Mobilitätsgewohnheiten, neue Kompetenzanforderungen – die Automobilhersteller und zahlreiche Zulieferbetriebe stehen täglich neuen Herausforderungen gegenüber. Gleichzeitig ist die Automobilbranche mit knapp 400.000 Beschäftigten der wichtigste Industriezweig in Niedersachsen.

Wettbewerbsfähigkeit der Automobilbranche sichern

Als IHKLW-Vertreter und Unternehmer mit Abgeordneten aus Bundes- und Landtag Mitte Februar in der Burg Knesebeck bei Wittingen diese Frage diskutiert haben, wurde schnell klar: Einfache Lösungen gibt es nicht. Um Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Betrieben eine zukunftsfähige Entwicklung möglich machen, braucht es Ansätze, die den komplexen Herausforderungen Rechnung tragen. 

„Ganz oben auf der Agenda sollte der dringend benötigte Ausbau der öffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur stehen, die eine Grundlage für den Erfolg der Elektromobilität darstellt“, sagte Volker Linde, Leiter des
IHKLW-Bereichs „Interessen bündeln“. Um die Mobilitätswende erfolgreich zu bewältigen, wird auch mehr grüner Strom benötigt. Regelungen müssen dies befördern, nicht bremsen. Außerdem dürfte zukünftig Wasserstoff für Brennstoffzellen eine größere Rolle als Energieträger spielen – vor allem für Züge, Busse und Fähren. 

Förder-programme müssen technologieoffen gestaltet werden.

Insbesondere die Busse des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) böten große CO2-Einsparpotenziale. Zusätzlich sollten finanzielle und steuerliche Kaufanreize – einschließlich Senkung der Abgaben auf den Strompreis – geschaffen werden, damit auch Unternehmen vermehrt auf alternative Antriebe umsteigen. Gleichzeitig setzt die Mobilitätswende schnellere Planungsprozesse voraus. Anderenfalls kann weder die Wirtschaft die gesetzten Vorgaben erfüllen, noch Deutschland die von der EU vorgegebenen Ziele zur Dekarbonisierung des Verkehrs erreichen. 

„Um die Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Automobilindustrie zu sichern, wird die Kommunikation zwischen Automobilherstellern, Zulieferern und der Politik immer wichtiger. Als IHKLW wollen wir diese Dialogprozesse anstoßen – unter anderem mit unserem neuen Format IHKlartext“, sagte Linde. Mit IHKlartext wird unsere IHKLW in loser Folge zusammen mit Abgeordneten Themen behandeln, bei denen besonderer Handlungsbedarf besteht, der nur im Schulterschluss mit der Politik zu bewältigen ist.