Fachkräftesicherung hoch zwei

Warum ist es für Unternehmen heute wichtig, neue Wege bei der Fachkräftesicherung zu gehen?
In den kommenden 15 Jahren verlieren wir in den ländlichen Landkreisen unseres IHK-Bezirks jeden dritten Erwerbsfähigen im Alter bis 50 Jahre. In naher Zukunft fehlen also Fachkräfte, die Unternehmen dringend brauchen. Der Wettbewerb um die besten Talente hat bereits längst begonnen. Unternehmen müssen sich dabei auf die neuen Bedürfnisse zukünftiger Mitarbeiter einstellen: Früher suchten junge Menschen eine gut bezahlte Anstellung auf Lebenszeit. Heute sind Jobs mit flexiblen Arbeitszeiten gefragt, die eine selbständige und unabhängige Arbeitsweise erlauben und damit ausreichend Raum für Familie und Privates lassen. Außerdem ist zu beachten: Die Digitalisierung hat das Kommunikationsverhalten der neuen Generation vollständig verändert. Neue Wege der Ansprache und Kommunikation sind also wichtiger als jemals zuvor.

Welche Wege empfehlen Sie?
Viele Wege führen zum Ziel: Kleine und mittlere Unternehmen sollten sich um eine positive „Mitmach-Unternehmenskultur“ und attraktive Angebote beispielsweise rund um die  Vereinbarkeit von Familie und Beruf bemühen. Kindesbetreuungsmöglichkeiten sowie Homeoffice-Arbeitsplätze sind unter Mitarbeitern gern gesehen. Was gut für die Angestellten ist, lässt sich oft auch gut für die Pressearbeit einsetzen: Immer mehr Unternehmen werben mit diesen Maßnahmen ganz bewusst und lassen sich zum Beispiel mit dem FaMi-Siegel als familienfreundliches Unternehmen zertifizieren. Diese öffentliche Aufmerksamkeit ist ein Plus bei der Suche nach Fachkräften. Um als Arbeitgeber die junge Generation für sich zu begeistern, braucht es aber auch die Ansprache über die sozialen Medien. Ein gelungenes Beispiel ist hier die Spedition Spediventa aus Soltau. Eike-Cord Kirchhoff und Sebastian Hillmann, selbst noch junge Geschäftsführer Anfang Dreißig, haben letztes Jahr in eine neue, moderne Homepage, Facebook- und Xing-Auftritte investiert. Sie sind sich einig: Das zahlt sich aus. Abgesehen davon: Auch der Blick ins Ausland beziehungsweise auf erwerbsfähige Migranten in Deutschland kann sich lohnen.

Wann und für wen lohnt sich die Suche im Ausland?
Allein im vergangenen Jahr haben sich rund 120 Unternehmen aus dem Kammerbezirk bei der eigens eingerichteten Beratungsstelle zur Beschäftigung ausländischer Fachkräfte zu entsprechenden Möglichkeiten, Rahmenbedingungen und Förderprogrammen informiert. Offensichtlich besteht also branchenübergreifend großes Interesse bei den Unternehmen. Dass der Blick ins Ausland lohnt, zeigt das erste IHK-seitig koordinierte Projekt zur Fachkräftegewinnung aus Rumänien aus dem Jahr 2015. Mittlerweile sind bereits 24 Fachkräfte in Einrichtungen in unserer Region beschäftigt. Die Erfahrungen sind also gut. Deshalb wird es in diesem Jahr eine Neuauflage dieses Rekrutierungsprojekts geben. Außerdem fand im Januar die Kickoff-Veranstaltung für ein weiteres Projekt statt, mit dem Mitarbeiter aus Spanien für die Speditions- und Logistikbranche angeworben werden sollen.

Weitere Informationen: www.ihk-lueneburg.de/fokusthema

Vom Arbeitgebermarketing über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis zur Willkommenskultur und Integration ausländischer Fachkräfte. Wollen Sie sich von Stefanie Huber oder Caroline Schneider-Skibbe beraten lassen? Die IHK-Beraterinnen freuen sich auf Ihre Nachricht.

Stefanie Huber
Stefanie Huber ist zu erreichen unter Tel. 04131 742-107, huber@lueneburg.ihk.de.
Caroline Schneider-Skibbe
Caroline Schneider-Skibbe ist zu erreichen unter Te.l. 05141 9196-18, schneider-skibbe@lueneburg.ihk.de.