Anspruch auf Ersatzurlaub

Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Doch wie sieht die rechtliche Situation aus, wenn der Arbeitgeber den rechtzeitig eingereichten Urlaub nicht gewährt hat? Verfallen die Urlaubstage zugunsten einer finanziellen Entschädigung? Laut Bundesarbeitsgericht gibt es keinen finanziellen Schadensersatz wegen nicht gewährter Urlaubstage in einem Arbeitsverhältnis. Allerdings besteht der Anspruch auf Ersatzurlaub, der als Schadensersatzanspruch an die Stelle des ursprünglichen Urlaubsanspruchs tritt. Der Ersatzurlaub ist eine Form der Kompensation und sichert den Urlaubsanspruch als bezahlte Freistellung. Damit ist der Weg der sogenannten Naturalrestitution eröffnet: Der Zustand, der im Normalfall bestehen würde, wird wiederhergestellt. Der Arbeitnehmer kann sich also in die Situation bringen lassen, als sei der von ihm rechtzeitig geltend gemachte und vom Arbeitgeber nicht gewährte Urlaub nicht verfallen. Die Folge: Der Ersatzurlaubsanspruch – mit Ausnahme des Fristenregimes – unterliegt den Modalitäten des verfallenen Urlaubsanspruchs. Dies gilt für die Inanspruchnahme und für die Abgeltung des Ersatzurlaubs.

Eine finanzielle Entschädigung ist nur möglich, wenn ein Arbeitsverhältnis endet und ein (Ersatz-)Urlaub zeitlich nicht mehr gewährt werden kann. Unberührt von dieser Regelung ist der Übergang in ein Altersteilzeitarbeitsverhältnis, denn das Arbeitsverhältnis besteht fort. Der Arbeitgeber ist also zur Entgeltleistung verpflichtet, sodass auch kein Ruhen des Arbeitsverhältnisses in der Freistellungsphase eintritt.

Martin Schwickrath, Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen