Wer am Ball bleiben will, muss sich bewegen

Noch nie war eine Veränderung in der Arbeitswelt dermaßen radikal wie heute. Die Digitalisierung stellt uns alle in der Logistikbranche vor die kompromisslose Alternative: mitmachen oder aussteigen. Dazwischen gibt es nichts – eine höchst anspruchsvolle Situation für jeden Unternehmer.

Klar ist: Unternehmer müssen neu denken – wer das nicht will oder kann, bleibt auf der Strecke. Immer mehr Prozesse und Arbeitsabläufe müssen digitalisiert werden, um den wachsenden Ansprüchen einer globalen Wirtschaft genügen zu können. Es geht darum schneller zu sein. Besser. Effizienter. Wer da nicht mithalten oder – noch besser – vorweggehen kann, kommt zumindest für mittlere und große Industriekunden als Logistikpartner nicht mehr in Frage. Wir müssen also sehr schnell lernen. Und noch viel mehr als bisher müssen wir die Wünsche unserer Kunden im Fokus haben.

Wir bei Hiller prüfen unsere Prozesse daher fortlaufend, optimieren und automatisieren. Wir investieren in neue Technologien und schulen unsere Mitarbeiter. Denn nur wenn es gelingt, sie für die neuen Techniken zu begeistern und ihnen das nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, werden wir langfristig erfolgreich sein. Die Digitalisierung bietet gute Chancen für Weiterentwicklungen. Durch den Wandel entstehen neue Arbeitsplätze. Und nicht zuletzt ergeben die sich verändernden Arbeitsprozesse attraktive Möglichkeiten, die eigene Produkt- und Angebotspalette zu erweitern.

Das erfordert allerdings die Bereitschaft in neue Technik und die Fortbildung der Mitarbeiter zu investieren. Doch nur wer bereit ist, von lieb gewordenen Gewohnheiten Abschied zu nehmen, bislang reibungslos funktionierende Prozesse zu stoppen und auch die kostspieligen Schritte ins digitale Zeitalter zu unternehmen, wird in der Zukunft ankommen.

Die Politik kann uns auf diesem Weg unterstützen. Wichtig wäre, durch ein Einwanderungsgesetz schnell die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass den Unternehmen qualifiziertes Fachpersonal zur Verfügung steht. Denn das ist zurzeit, neben der digitalen Umstellung, eine der schwierigsten unternehmerischen Aufgaben überhaupt.

Wolfsgang Hiller
Wolfgang Hiller, Geschäftsführer der Hiller Consulting UG, ist Mitglied der IHK-Vollversammlung, des IHK-Verkehrsausschusses und engagiert sich als Prüfer. Illustration: L.Brixen