„Ich will Großes schaffen“

Das Lüneburger Start-up Tradeconthor setzt auf digitale Lifestyleprodukte – mit Erfolg.

Wer sind Sie und was machen Sie?
Tradeconthor ist ein Technologie-Start-up, das auf ebenso nützliche wie optisch ansprechende Produkte spezialisiert ist. Wir entwickeln, produzieren und vertreiben hochwertiges Elektronik-Zubehör. Unsere Top-Entwicklung ist unser zwei-in-eins Ladekabel für den Schlüsselbund, das erstmals einen Anschluss für Apple- und Android-Geräte verbindet. Dafür wurden wir im Sommer mit dem Promotion Gift Award ausgezeichnet. Gegründet habe ich Tradeconthor 2015 mit drei Freunden und Kommilitonen: Christian Thenhausen, Alexander Nolte, Hagen Knust, Sascha A. Klumpp und Daniel Stumpf. Inzwischen beschäftigen wir 30 Mitarbeiter und haben Niederlassungen in Hong Kong sowie dem chinesischen Innovationsstandort Ningbo. Erst Anfang November hat uns das Beratungsunternehmen Deloitte zum schnellst wachsenden Technologie-Newcomer Deutschlands ernannt. Wir zählen zurzeit rund 700 Kunden im B2B-Bereich, darunter Größen wie Volkswagen, Adidas, Thyssen Krupp, Lufthansa und Porsche. Der Start in den B2C-Markt erfolgt gerade unter der Marke Vonmählen.
Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?
Durch eine Mischung aus Brainstorming und guter Beobachtungsgabe. Mein Ziel war es immer, hoch skalierbare Produkte zu entwickeln. In meiner Notizen-App habe ich Ideen gesammelt – spontane Einfälle ebenso wie Notizen zu Produkten, die mir optimierungsbedürftig erschienen, oder zu einer Marktlücke, die ich entdeckt habe. Der Umstand, dass die Akkutechnologie von Smartphones nicht dem Anspruch genügt, rund um die Uhr mobil zu sein, brachte mich schließlich auf Idee des zwei-in-eins Ladekabels.
Was machen Sie anders als andere?
Ganz einfach: Wir haben ein Produkt erfunden, das es so vorher nicht gab – und das gleichzeitig fast jeder braucht. Doch das war nur der Start, denn natürlich ruhen wir uns darauf nicht aus. Mit Produktdesigner und Ingenieuren arbeiten wir ständig an neuen Ideen. Wir wollen Produkte kreieren, die hochwertige Elektronik mit einem gradlinigen, modernen Look und intuitiver Bedienung vereinen.
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Tradeconthor wird dann wesentlich gewachsen sein, weitere Standorte im Ausland haben und einen klaren internationalen Charakter. Die Weichen stellen wir dafür gerade mit dem Eintritt in den B2C-Markt. Außerdem bereiten wir unseren Umzug nach Kirchgellersen bei Lüneburg vor. Dort werden wir uns selbst niederlassen und wie in einer Art Coworking Space Räume an andere Gründer vermieten.
Was raten Sie anderen Jungunternehmern?
Nie aufgeben. Auch wir sind mit zwei Gründungsideen gescheitert, bevor uns mit Tradeconthor der Durchbruch gelang. Das tut manchmal weh, ist aber kein Desaster, weil man dabei wichtige Erfahrungen sammelt. Wichtig ist der Austausch mit anderen – der IHK, Banken und Steuerberatern. Das hilft dabei, sich zu strukturieren. Auch habe ich die Start-up-Szene beispielsweise in Berlin und Hamburg als sehr offen erlebt und wertvolle Tipps erhalten.

Mein Glück wäre perfekt, wenn …
… meine Visionen Realität werden. Ich will Großes schaffen.

Steckbrief

Unternehmen:
Tradeconthor GmbH

Website:
www.tradeconthor.de
Startkapital:
12.500 Euro

Gründungsdatum:
19. August 2015

Branche:
Industrie

Idee:
Digitale Lifestyleprodukte, die Design und einen hohen Nutzwert vereinen.

Vier der Tradeconthor-Gründer (v.l.): Hagen Knust, Daniel Stumpf, Alexander Nolte und Julian Thormählen. Foto: Philipp Schulze / phs-foto.de
Vier der Tradeconthor-Gründer (v.l.): Hagen Knust, Daniel Stumpf, Alexander Nolte und Julian Thormählen. Foto: Philipp Schulze / phs-foto.de