Kaffee als Herzensangelegenheit

Wer sind Sie und was machen Sie?

Zusammen mit zwei weiteren Gesellschaftern betreibe ich das Lüneburger Ladencafé Avenir. In unserem Laden verkaufen wir unter anderem Spezialitätenkaffees, Craft Beer, Bioweine, Kaffeezubehör, Schokoladen und weitere Kleinigkeiten, die den Alltag versüßen. Im Café servieren wir Spezialitätenkaffee, hochwertigen Tee und hausgemachten Bio-Kuchen in gemütlicher Atmosphäre. Unser Ladencafé liegt in einer Seitenstraße, etwas abseits der üblichen Touristenströme. Dennoch finden viele Kunden – Familien, ältere Menschen, Schüler und Studenten – den Weg zu uns. Besonders freuen uns über die sehr vielen Stammkunden, die unser Café zu einem ganz besonderen Treffpunkt machen. Der Zuspruch bestätigt uns Tag für Tag in unserer Arbeit, die wir teilweise neben anderen Jobs stemmen. Ich bin zum Beispiel hauptberuflich Personalentwicklerin bei Otto. Der Laden ist für mich und uns einfach eine Herzensangelegenheit. Die Zeit im Café empfinden wir alle weniger als Arbeit und vielmehr als Leidenschaft.

Wie sind Sie auf die Idee gestoßen?

Der Weg zum Ladencafé hat sich im Grunde aus verschiedenen Dingen ergeben. Die anderen Gesellschafter und ich haben uns im Lünebohne Verein engagiert – und wollten den Absatz von Fair-Trade-Kaffee stärken. Und wie und wo kann man fair gehandelten, qualitativ hochwertigen Kaffee besser an die Frau oder an den Mann bringen als in einem Café? Deshalb war die Idee naheliegend, ein Café zu betreiben. Der richtige Ort dafür war zum Glück schnell gefunden. Der Inhaber des Eine-Welt-Ladens, den wir durch die Vereinsarbeit sowieso gut kannten, ging in den Ruhestand. So wurde eine Fläche frei, die wir wunderbar zum Café und Laden umgestalten konnten.

Was machen Sie anders als andere?

Wir bieten ausschließlich Produkte in Bio-Qualität an, die regional, fair und direkt gehandelt sind. Ein bewusster Konsum und Wertschätzung gegenüber den Produkten sind uns wichtig. Deshalb setzen wir ganz auf Nachhaltigkeit. Wir bieten kein einziges Produkt an, hinter dem wir nicht voll stehen können. Wir wollen guten Gewissens Kaffee, Tee oder Kuchen anbieten – und unseren Kunden etwas Schönes gönnen in einem möglichst entschleunigten Alltag.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir schmieden keine großen Pläne. Eine Fünf-Jahres-Prognose kann ich deshalb nicht wirklich geben. Wir gehen Schritt für Schritt vor. Nach und nach erweitern wir unser Produktsortiment, entwickeln Veranstaltungsformate weiter oder probieren neue Dinge aus. Dabei lassen wir uns nicht von Zahlen steuern. Wir haben keinen großen Gewinndruck. Solange wir unsere Angestellten und die Ladenmiete bezahlen können, passt das für uns.

Was raten Sie anderen Jungunternehmern?

Seid mit Leidenschaft bei der Sache. Tut etwas, was Euch erfüllt und hinter dem Ihr einhundert Prozent stehen könnt. Habt eine Vision und Mission – und vor allem Spaß an dem, was Ihr tut.

Vervollständigen Sie folgenden Satz: Mein Glück wäre perfekt, wenn….

… es weiterhin so gut läuft mit dem Avenir. Außerdem wäre es toll, wenn wir alle noch mehr Zeit hätten, um das Ladencafé weiterzuentwickeln.

Steckbrief:

Unternehmen: Avenir
Website: a-venir.de
Startkapital: 25.000 Euro
Gründungsdatum: 3. Januar 2014
Branche: Gastronomie und Handel
Idee: Ein Ladencafé, das für bewussten Konsum sensibilisiert und begeistert