Initiative will für duale Ausbildung begeistern

Der demografische Wandel stellt den Bezirk unserer IHK vor große Herausforderungen. Eine neue Kampagne will für die duale Ausbildung in der Region stärker als zuvor werben.

Deutschland altert, Fachkräfte fehlen, Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Mit anderen Worten: Die Lage ist ernst. Im Jahr 2031 werden im Bezirk unserer IHK voraussichtlich mehr als 50.000 Fachkräfte fehlen. Bedrohliche Aussichten für Unternehmen, die Fachkräfte brauchen und langfristig planen wollen. Neun Partner der Fachkräfteallianz Nordostniedersachsen wollen gegensteuern – und mit einer Kampagne „Pro duale Berufsausbildung“ intensiv für die Ausbildungsmöglichkeiten in Nordostniedersachsen werben.

Karrierechancen vor der Haustür
Hintergrund der Gemeinschaftsinitiative von Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Agentur für Arbeit, den Landkreisen Harburg, Uelzen, Heidekreis, Celle, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg unter Trägerschaft unserer IHK Lüneburg-Wolfsburg ist, dass jeder dritte Betrieb laut einer aktuellen IHK-Umfrage nicht alle Ausbildungsplätze besetzen kann. Zum Teil, weil junge Menschen häufig ein Studium anstreben und ihre Heimat in Richtung der Metropolen verlassen. Aber auch, weil vielen Jugendlichen gar nicht bewusst ist, welche Karrierechancen sich vor ihrer Haustür befinden, sagt Volker Linde, Leiter der Aus- und Weiterbildung unserer IHK: „Unternehmen, Bildungswege und Berufsbilder sind nicht bekannt genug. Genau an der Stelle wollen wir ansetzen und die Berufsorientierung stärken.“

Berufsorientierung stärken
Damit folgt die IHK einem Wunsch der Wirtschaft, deutlich formuliert in der IHK-Ausbildungsumfrage: Knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Bezirk unserer IHK mahnen eine stärkere Berufsorientierung an den Gymnasien und den Realschulen an, 92 Prozent halten die Berufsorientierung für nicht ausreichend. Die Kampagne „Pro duale Ausbildung“ will diesen Mangel auffangen – und stärker als zuvor für die duale Ausbildung begeistern.

Plattform für gute Ausbildung in Unternehmen
„Wir wollen eine Imagekampagne schaffen, die Jugendlichen und Eltern zeigt, was duale Ausbildung alles sein kann und ausgewählten Unternehmen aus der Region eine Plattform für die Darstellung ihrer qualitativ guten Ausbildung bieten“, sagt Projektleiterin Katrin Wecker von der IHK. „Mit verschiedenen Kampagnenbausteinen werden wir die Aufmerksamkeit und das Wissen über Berufsbilder und mittelständische Ausbildungsbetriebe erhöhen.“ Werbemittel im Allgemeinen und Online-Filme im Speziellen sollen die Ausbildung als sehr gute Alternative zum Studium darstellen.

Website bündelt Wissen rund um Ausbildung in der Region
Auszubildende von Unternehmen aus Nordostniedersachsen, die sich durch ihre hervorragende Ausbildungsqualität auszeichnen, stehen dabei im Mittelpunkt der Kampagne. Berufsbilder und Bildungswege werden öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt. Zielgruppengerechte Maßnahmen werden insbesondere Schüler und Eltern kommunikativ dort abholen, wo sie sich befinden. Außerdem sollen neue Anreize für kleine und mittlere Unternehmen geschaffen werden, sich in ihrer eigenen Ausbildungsqualität besser aufzustellen. Eine neue Webseite wird alle Inhalte bündeln.

Netzwerk für die Zukunft der Region
„Wir setzen dabei auf ein großes Netzwerk“, sagt Katrin Wecker: „Die Kampagne werden wir landkreisübergreifend und in Kooperation mit der Handwerkskammer sowie lokalen Akteuren in den Landkreisen Celle, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen umsetzen. Vertreter der Landkreise sind mit im Boot. Die Kampagne wird im Rahmen der Allianz für Fachkräfte mit ESF- und Landesmitteln gefördert. „Grundsätzlich ist die Kampagne erweiterbar und – da nicht institutionell gebrandet – auch durch verschiedene Institutionen gut mittragbar. Letztlich geht es darum, dass alle relevanten Akteure an einem Strang ziehen.“ Für die duale Ausbildung. Für mehr besetzte Ausbildungsstellen in Nordostniedersachsen. Für die Zukunft der Region. Grit Preibisch

Katrin Wecker, IHK Lüneburg-Wolfsburg

Ansprechpartnerin für Kamgagne „Pro duale Ausbildung“
Katrin Wecker leitet die Kampagne „Pro duale Ausbildung“. Für Fragen und Anregungen erreichen Sie die IHK-Mitarbeiterin telefonisch unter 04131 742-128.

IHK-Projekte und Netzwerke rund um die duale Ausbildung
Schon jetzt bietet unsere IHK zahlreiche Projekte für Unternehmen, die sich für eine stärkere Berufsorientierung einsetzen oder ihre Ausbildungsqualität verbessern wollen – ein Überblick.

Im Netzwerk Dialog Ausbildung tauschen sich ausbildungsverantwortliche aus der Region aus und erhalten  in mpulse zur Verbesserung der Ausbildungsqualität.

Der Azubi-Video-Wettbewerb steht in diesem Jahr unter dem Motto: „It´s… magic – Ausbildung ist, was du draus machst“. Das Besondere: Azubis aus den teilnehmenden Unternehmen erstellen die Kurzfilme in Eigenregie. Anmeldeschluss ist der 31. Mai. Einsendeschluss des Videos der 10. August.

IHK-Ausbildungsbotschafter sind Auszubildende im zweiten oder dritten Lehrjahr, die Schülern ihre Berufe erklären. Die Betriebe stellen die Azubis für ihre Einsätze frei, unsere IHK schult die Ausbildungsbotschafter in Rhetorik und Präsentation.

Das Projekt startup@school vernetzt Schulen mit regionalen Unternehmen. Ein Gewinn für beide Seiten: Unternehmen empfehlen sich als Ausbildungsbetriebe – Schüler lernen womöglich ihren zukünftigen Arbeitgeber kennen.

In der IHK-Lehrstellenbörse treffen Jugendliche, die nach einem Ausbildungsplatz suchen, auf Unternehmen, die Ausschau nach geeigneten Bewerbern halten.

 

Die Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen
Die regionale Fachkräftesituation nachhaltig zu verbessern – das ist das Ziel der Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen. 14 arbeitsmarktnahen Institutionen haben sich in dem Bündnis zusammen geschlossen: Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, die Handwerkskammer Brunschweig-Lüneburg-Stade, der Arbeitgeberverband Nordostniedersachsen, der DGB, die regionalen Arbeitsagenturen Lüneburg-Uelzen sowie Celle, die regionalen Hochschulen Leuphana und Ostfalia sowie die Landkreise Lüneburg, Harburg, Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Heidekreis und Celle. Die Landesregierung unterstützt das Fachkräftebündnis bis Mitte 2018 mit ESF-Mitteln in Höhe von 2,5 Millionen Euro.