Weil wir es wert sind!

Manchmal habe ich den Eindruck, dass kreative Arbeit mit ehrenamtlichem Engagement verwechselt wird. Um das gleich vorweg zu nehmen: Ich arbeite gern in dieser Branche und könnte mir nichts Spannenderes vorstellen, als für Kunden Webseiten zu kreieren. Aber es gibt auch diese Momente, in denen mich die Umsonst-Mentalität, mit der Kreative immer mal wieder konfrontiert werden, irritiert.

Dass Fotos urheberrechtlich geschützt sind, scheint manchem Unternehmer neu zu sein. Ebenso, dass hinter einem professionellen Text gelerntes Handwerk steht. Und dass man beim Pitch um den Auftrag seine Ideen kostenlos präsentiert – kein Ding. Aber wenn man die Rechte dafür auch dann abtreten soll, wenn eine andere Agentur den Zuschlag erhält, frage ich mich: Was läuft da eigentlich schief? Ein Grund mag sein, dass Kreativleistungen im Kopf stattfinden – und somit nicht unmittelbar sichtbar sind. Auch kostenfreie Baukastensysteme aus dem Netz führen dazu, dass manch einer sich plötzlich für einen Webdesigner hält. Für Kunden sind diese Möchtegerne auf den ersten Blick nur schwer vom echten Profi zu unterscheiden. Doch dann erhalten sie statt einer individuell programmierten Website eine Homepage, die sich schlimmstenfalls nur noch farblich vom Unternehmensauftritt des Konkurrenten unterscheidet.

Zum Glück führt ein gescheiterter Ausflug ins Do-it-yourself-Marketing meist zur Einsicht, dass kreative Profis ihr Geld wert sind. Gute Agenturen und Freiberufler entwickeln maßgeschneiderte Konzepte und Lösungen. Verständlich, dass Kunden wissen wollen, was sie für ihr Geld erhalten. Genauso wie wir vor einem Pitch Umfang und Budget kennen müssen. Dann bieten wir Festpreise, die für unsere Kunden überschaubar sind – aber nicht verhandelbar. Die Qualität unserer Leistung ist es schließlich auch nicht.

Autor: Frank Dalock, Geschäftsführer der Marktplatz-Agentur für Web und App

Frank Dalock, Marktplatz GmbH für Web und App, Lüneburg
Frank Dalock, Geschäftsführer der Marktplatz-Agentur für Web und App, ist Mitglied der Vollversammlung unserer IHK. In der digitalen Welt fühlt er sich pudelwohl, genießt aber auch das persönliche Gespräch bei einem guten Espresso. Illustration: L.Brixen