Ein Blick auf drei Genossenschaften

Von der Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG bis zur Volksbank Lüneburger Heide eG: Lernen Sie die Genossenschaften aus unserem IHK in Kurzporträts kennen.

Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG
Foto: Merle Höfermann

Wohnraum ist das Wichtigste für die Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG

Die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg war der Grund für die Gründung der Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG. Einige Gifhorner Bürger hatten sich ein Herz gefasst und kamen am 25. März 1949 zur Gründungsversammlung zusammen. Mit dabei waren auch 120 Menschen, die allesamt unter sehr schwierigen Wohnbedingungen lebten und auf den Neubau von Mietwohnungen hofften. Ihre Hoffnung wurde erfüllt.
Heute zählt die Genossenschaft 4.443 Mitglieder, vermietet mehr als 2.300 Wohnungen und beschäftigt knapp 30 Mitarbeiter. Die Gründungsidee ist noch heute maßgeblich für die tägliche Arbeit: So stehen die Interessen der Mitglieder und deren wirtschaftliche Förderung an erster Stelle. „Es ist der verantwortungsvolle Umgang mit dem uns umgebenden Umfeld und darüber hinaus“, sagt Vorstandsvorsitzender Andreas Otto. Die GWG leistet Stadtteil- und Quartiersarbeit, vermietet Wohnungen nach Bedürftigkeit und investiert Gewinne, wenn sie nicht zum Ausbau der Genossenschaft oder für die Mitglieder genutzt werden, in wohltätige oder kulturelle Zwecke.

Volksbank Lüneburger Heide eG
Foto: Inga Feldmann

Aus 57 wurde 1: die Volksbank Lüneburger Heide eG

Ihre Wurzeln liegen weit zurück: Als der erste Vorläufer der Volksbank Lüneburger Heide im Jahr 1859 gegründet wurde, hieß die Institution noch „Vorschussverein zu Lüneburg“. Zahlreiche Fusionen haben die Volksbank Lüneburger Heide aus insgesamt 57 Vorläuferbanken zur heute zweitgrößten Volksbank Niedersachsens zusammenwachsen lassen: mit 51 Filialen zwischen Hamburg, Hannover und Hagenow, einer Bilanzsumme von 2,4 Milliarden Euro und rund 73.000 Mitgliedern.
Um Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung ging es seit Gründung der ersten Vorläufer, heute lebt die Volksbank die Genossenschaftsidee, indem sie ihren Teilhabern exklusive Vorteile und Dienstleistungen anbietet. Ihr Auftrag ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung ihrer Mitglieder. Ein Regionalrat als Sprachrohr, Offenheit, Transparenz und Mitbestimmung: Nach diesen Werten arbeiten die zehn Regionaldirektionen. Und wer als Kunde auf seine Dividende zu verzichten bereit ist, kann sie an die Stiftung Volksbank Lüneburger Heide spenden: Sie fördert junge Talente.

Rosengartenenergie eG
Foto: Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten eG

Energie vor Ort von der Rosengartenenergie eG

Als Bürger mit zur Energiewende beizutragen: Das ist die Idee der Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten eG, kurz: Rosengartenenergie. Die Kraft der Sonne einzufangen, halten die Mitglieder der Genossenschaft für die beste Art der Stromerzeugung, und die dezentrale Stromerzeugung leistet aus ihrer Sicht einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. „Solarstromerzeugung in Bürgerhand“ lautete das Motto im Gründungsjahr 2007, und das gilt noch heute. Die Genossenschaft zählt mittlerweile rund 160 Mitglieder und besitzt Photovoltaikanlagen in Klecken, Marschacht und Buchholz im Landkreis Harburg sowie in Hamburg-Wilhelmsburg. In Lüneburg ist die Genossenschaft an einem Großprojekt beteiligt, die die Zukunftsgenossen Lüneburg eG realisiert hat, ebenfalls eine Bürgergenossenschaft zur Produktion von Solarstrom. Gleichzeitig will sich die Rosengartenenergie nicht auf Sonnenkraft allein verlassen und ist für die Zukunft ebenfalls offen für den Bau und den Betrieb anderer Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien – zum Beispiel Windkraft.