Innovation im Fokus

Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen bemängeln im DIHK-Innovationsreport die hohen bürokratischen Anforderungen bei Innovationsaktivitäten.

Mit gleich zwei Umfragen hat die IHK-Organisation das Thema Innovation in den Mittelpunkt gerückt. Zentrales Ergebnis einer Kurzanalyse der IHK Niedersachsen (IHKN) unter 200 Unternehmen: 88 Prozent der Betriebe in Niedersachsen fühlen sich durch die staatlichen Rahmenbedingungen in ihrer Innovationsfähigkeit eingeschränkt. Was also ist zu tun? Der Innovationsreport 2020 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) liefert Antworten.

Größtes Innovationshemmnis: Bürokratie

Aufwendige Zulassungs- und Genehmigungsverfahren und zunehmende Anforderungen für Umwelt- und Klimaschutz: Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen bemängeln im DIHK-Innovationsreport die hohen bürokratischen Anforderungen bei Innovationsaktivitäten. Das bindet zunehmend mehr Kapazitäten bei Unternehmen – und diese fehlen dann für die Umsetzung von Innovationen.

Porträt Michael Petz Michael Petz leitet die IHK-Innovationsförderung, begleitet und berät Unternehmen und vernetzt sie mit Hochschulen und Wissenschaftlern.

Foto: ihklw/tonwert21.de

„Wir laufen Gefahr, dass die aktuell noch ausreichende Personalsituation zukünftig den Bürokratieaufwand nicht mehr bewältigen kann“, sagt Michael Petz, Leiter der Innovationsförderung von unserer IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) und der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum. „Ohne eine gut abgewogene Innovationsstrategie wird es Unternehmen zunehmend schwerfallen, auf die Rahmenbedingungen zu reagieren, verstärkt wird dies noch durch die aktuelle Corona-Situation.“ Unternehmen, die eine Innovationsstrategie für Ihr Unternehmen entwickeln möchten, begleitet Michael Petz gern bei diesem Prozess. Kontakt: Tel. 04131 742-183.

Mangelnde digitale Infrastruktur bremst Innovationskraft

Über die Hälfte der Unternehmen fühlt sich in seinen Innovationsaktivitäten durch mangelnde digitale Versorgung eingeschränkt. Vor allem schleppende Genehmigungsprozesse und fehlende Planungs- und Baukapazitäten in Behörden und Unternehmen wirken sich laut DIHK-Innovationsreport lähmend auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur aus. Unsere IHKLW setzt sich daher seit Jahren für den Ausbau eines bedarfsgerechten und zukunftsweisenden Breitbandnetzes ein und verfolgt mit ihrer Breitband-Initiative den Ansatz „Informieren – Beraten – Vernetzen„: Wir zeigen Schwachstellen bei der Versorgung mit schnellem Internet in unserem IHKLW-Bezirk auf, bieten Informationen zur Förderkulisse und Technik und helfen Unternehmen auf Anfrage bei Fragen zu Ausbauplanungen im IHK-Bezirk. Weitere Informationen und Ansprechpartner: ihk-lueneburg.de/breitband

Schutz von Novitäten

Die eigenen Schutzrechte durch Patente weltweit durchzusetzen, nehmen laut DIHK-Innovationsreport nur noch 29 Prozent der Unternehmen als Innovationshürde wahr. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 58 Prozent und 2015 sogar 72 Prozent. „Das klingt erstmal positiv und ist auch darauf zurückzuführen, dass das Deutsche Patent- und Markenamt die Prüfzeiten und Entscheidungsprozesse beschleunigt hat“, sagt Michael Petz. Die Entwicklung hängt laut DIHK-Innovationsreport jedoch auch damit zusammen, dass vielen Unternehmen eine Patentanmeldung zu zeit- und kostenintensiv geworden ist oder sie nach jahrelangen Patentstreitigkeiten, insbesondere mit chinesischen Unternehmen, desillusioniert sind. Das bestätigt ein Blick auf die Zahlen: Der Anteil der Erfinder, die nur ein oder wenige Patente angemeldet haben, sinkt seit Jahren, während der Anteil der Unternehmen mit mehr als 100 Schutzrechts-Anmeldungen kontinuierlich steigt.

Kostenfreie Beratung zu Schutzrechten

Die IHK-Innovationsförderung bietet kostenfreie Erstberatungen zu gewerblichen Schutzrechten wie Patenten und Marken an. Die nächsten Termine sind am 13. Januar in Lüneburg und am 10. Februar in Stade. Sollten die Beratungen coronabedingt nicht vor Ort stattfinden können, sind telefonische Termine möglich. Ansprechpartnerin für den Expertentag Patent- und Markenschutz ist Gritt Sonnenberg, Tel. 04131 742-142, ihk-lueneburg.de/schutzrechte.

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