Internationale Gäste im Fokus

eine Illustration zeigt eine Reiseführerin mit einer Gruppe von Urlaubern.
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Rund 5,1 Millionen Urlauber aus dem Ausland besuchen jährlich die Metropolregion Hamburg – Tendenz steigend.

Die Metropolregion Hamburg ist ein attraktives Reiseziel. Auch immer mehr ausländische Gäste entdecken die vielfältige Region mit ihren mehr als 1.000 Orten zwischen Nord- und Ostsee. Im Jahr 2009 wurden nach Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder 2,7 Millionen Übernachtungen internationaler Gäste in der Metropolregion gezählt. 2017 waren es bereits 5,1 Millionen. Tendenz weiter steigend. Für das Wachstum sorgen vor allem Urlauber aus den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Österreich und der Schweiz. –

Gute Gastgeber kennen ihre Gäste, wissen, was sie erwarten und welche Vorlieben sie haben. Deshalb hat die Metropolregion Hamburg 2016 ein Programm aufgelegt. Ziel von „Welcome to Metropolregion“ war es, die Destination international bekannter zu machen, die Servicequalität zu erhöhen und die Gastgeber in der Region fit zu machen für den Umgang mit internationalen Besuchern.

Mit www.logbuchinternational.de wurde eine Online-Plattform entwickelt, auf der Tourismusdienstleister praktische Hintergrundinformationen abrufen können.

„Dafür wurde mit www.logbuchinternational.de eine Online-Plattform entwickelt, auf der Tourismusdienstleister praktische Hintergrundinformationen abrufen können, um ihre Angebote noch stärker an den Bedürfnissen ihrer Gäste auszurichten“, sagt Marion Köhler, Sprecherin der Metropolregion Hamburg. Nutzer erfahren dort zum Beispiel, dass es Besucher aus Dänemark gewohnt sind, selbst kleine Beträge mit Kreditkarten zu bezahlen oder dass Gäste aus den Niederlanden häufig spontan und am liebsten online ihre Unterkunft buchen. Darüber hinaus wurden kostenfreie Schulungen für Gastgeber angeboten, vom Englisch-Crashkurs über Marketingtipps bis hin zu Vorträgen über interkulturelle Servicekompetenz. Jetzt haben sich die Projektpartner – darunter auch unsere IHK Lüneburg-Wolfsburg – auf eine Weiterführung von „Welcome to Metropolregion“ verständigt.

 

Die zweite Phase der Kampagne soll Ende des Jahres starten. Konkrete Maßnahmen müssen noch erarbeitet werden, aber schon jetzt steht fest, dass Schulungen für Tourismus-Dienstleister wieder ein zentraler Bestandteil sein werden. „Das Projekt soll noch mehr Gastgeber in der Fläche erreichen“, sagt Köhler. Außerdem sollen Angebote für ausländische Gäste sichtbarer gemacht werden und zwar auf den Kanälen, die für die Urlauber wichtig sind, zum Beispiel auf Online-Buchungsplattformen, Social-Media-Kanälen und Bewertungsportalen.

Jens Kowald, Geschäftsführer Tourismus der Flusslandschaft Elbe GmbH, begrüßt die Fortsetzung des Programms: „Die Homepages der 17 regionalen Tourismusorganisationen wurden jeweils um eine englischsprachige Version ergänzt. Das ist ein guter Anfang, aber es gibt noch viel zu tun.“ Die Internationalisierung im Tourismus werde weiter zunehmen, prognostiziert Kowald. Um wirtschaftlich langfristig erfolgreich zu sein, sollten sich Hoteliers, Gastwirte, aber auch Stadtführer und Taxifahrer darauf einstellen. Wer seine Homepage, Speisekarte oder Broschüren mehrsprachig gestalten möchte, findet auf den regelmäßigen Branchentagen der regionalen Tourismusorganisationen Ansprechpartner und Unterstützung.

Wer seine Auslastung erhöhen möchte, muss seine Zielgruppe genau kennen. In Skandinavien und den Niederlanden ist kostenfreies Wlan und Kreditkartenzahlung Standard. Wer das nicht anbiete, irritiere diese Besucher.

Lydia Albers weiß genau, was internationale Gäste erwarten. Die gelernte Hotelkauffrau schult seit 19 Jahren touristische Dienstleister. Wichtig sei es, sich bewusst zu machen, welche Gäste man ansprechen möchte. Denn wer seine Auslastung erhöhen möchte, muss seine Zielgruppe genau kennen. In Skandinavien und den Niederlanden ist kostenfreies Wlan und Kreditkartenzahlung Standard. Wer das nicht anbiete, irritiere diese Besucher. „Ich rate Betrieben, im Team zu klären, was sie wollen und was sie können, um ihren Gäste ein glaubwürdiges Angebot zu machen“, sagt Albers. Wer beispielsweise eine professionell gestaltete, mehrsprachige Homepage aufsetzt, muss vor Ort auch liefern, also adäquat auf die internationalen Gäste eingehen. Grundsätzlich seien jedoch die Gastgeber-Qualitäten gefragt, die Besucher weltweit schätzen, eine freundliche Begrüßung etwa. Wer sie in Landessprache vorbringen kann, sammelt extra Sympathiepunkte. Und falls es in der interkulturellen Kommunikation doch einmal hakt, empfiehlt Lydia Albers: „Mit Offenheit und einem Lächeln kann man viel gewinnen.“

Kleine Urlauberkunde

 

Koffer mit Dänemark-Flagge

Dänen
Besucherzahlen in Deutschland: 2006: 2 Millionen, 2016: 3,3 Millionen
Durchschnittsalter: 49,2 Jahre

Dänen schätzen Kurztrips und reisen oft mit dem Auto an. Sie buchen oft spontan und fast ausschließlich online. Die Skandinavier lieben es authentisch: Wer ihnen eine Freude machen möchte, empfiehlt ihnen Geheimtipps, die in keinem Reiseführer stehen. Leihfahrräder werden gern genutzt, weil Dänen gern aktiv im Urlaub sind.

 

 

Koffer mit schwedischer Flagge

Schweden
Besucherzahlen in Deutschland: 2006: 1,4 Millionen, 2016: 1,79 Millionen
Durchschnittsalter: 51 Jahre

Schweden planen ihre Reisen, häufig in der Gruppe, gern im Voraus. Sie buchen vorrangig online und nutzen auch gern Social-Media-Kanäle, um sich zu informieren. In Hotels freuen sich Schweden über familienfreundliche Arrangements und eine kleine Aufmerksamkeit auf dem Kopfkissen.

 

 

Koffer mit schweitzer Flagge

Schweizer
Besucherzahlen: 2006: 3,5 Millionen, 2016: 6,6 Millionen
Durchschnittsalter: 43,7 Jahre

Schweizer sind hohe Preise im Gastgewerbe gewohnt, erwarten dafür aber auch Qualität. 65 Prozent der Schweizer übernachten im Hotel. Im Restaurants sind sie in der Mittagszeit günstige Menüs gewohnt, dafür reservieren sie vorab gern online. Mehr als ein Drittel der Schweizer reist mit dem Zug oder per Flugzeug an.

 

 

Koffer mit niederländischer Flagge

Niederländer
Besucherzahlen in Deutschland: 2006: 8,8 Millionen, 2016: 11,3 Millionen
Durchschnittsalter: 53 Jahre

Niederländer steuern am liebsten Ferienhäuser, Caravan-Stellplätze und Campingplätze an. In Hotels sind sie Preisaktionen und Rabatte gewohnt. Sie bleiben im Schnitt mehr als sechs Tage und nutzen gern Leihfahrräder. Niederländer sind sehr internetaffin und zahlen am liebsten mit Kreditkarte.

 

 

Koffer mit österreichischer Flagge

Österreicher
Besucherzahlen in Deutschland: 2006: 2,2 Millionen, 2016: 3,7 Millionen
Durchschnittsalter: 43,9 Jahre

Österreicher übernachten im Urlaub am liebsten im Hotel. Regionale Speisen und Getränke probieren sie gern. Filterkaffee dagegen mögen die meisten nicht. Auf höfliche Umgangsformen wird sehr viel Wert gelegt. Ältere Österreicher zahlen gern bar. Höhere Beträge werden dagegen gern mit Karte beglichen.

 

Quelle: Deutsche Zentrale für Tourismus e.V., Stand Januar 2018; Grafiken: shutterstock.com