IT-Lösungen nach Maß

Porträt von Peter Feige, der an seinem Schreibtisch sitzt.
Foto: TechnoSoft/Uli Seidel
Jubiläum am 1. August: Peter Feige hat sein Unternehmen TechnoSoft vor 25 Jahren gegründet – und auch schon die Weichen für die Zukunft gestellt: In ein paar Jahren soll ein langjähriger Mitarbeiter die Leitung des Teams übernehmen.

Peter Feige war schon einige Jahre bei einem Software-Unternehmen beschäftigt, als in den Achtziger Jahren die ersten Personal Computer auf den Markt kamen: Eine Technologie mit Potenzial, die nun auch für breite Käuferschichten erschwinglich wurde. „Mein Chef war sicher: Das ist Spielkram – so etwas braucht kein Mensch“, sagt Feige schmunzelnd. „Für mich wurde das allerdings zur Initialzündung, denn ich sah das völlig anders.“

1994 gründete der heute 54-Jährige im heimischen Wohnzimmer sein Unternehmen TechnoSoft. Inzwischen ist aus dem Ein-Mann-Betrieb ein IT-Dienstleister mit zehn Mitarbeitern geworden.

In der Branche sind 25 Jahre eine gefühlte Ewigkeit. Mit der technischen Entwicklung auf der einen und den steigenden Anforderungen der Kunden auf der anderen Seite hat Feige sein Unternehmen wiederholt neu ausgerichtet. Immer mit einem Gespür für die Lösungen von morgen. Die Grundlage bildete eine Ausbildung als Systemprogrammierer mit kaufmännischer Weiterbildung, die ganz zu Feiges Technik-Gen passte: „Seit ich laufen kann, habe ich mich für alles interessiert, was mit Elektronik zu tun hatte.“

IT-Service für Firmenkunden

TechnoSoft konzentrierte sich zuerst auf Beratung, Verkauf und Betreuung rund um den PC für Firmenkunden. „Das schlug so gut ein, dass ich schon nach einem Jahr gemerkt habe: Ich schaffe das nicht allein“, sagt Feige. Er holte zwei weitere Gesellschafter ins Boot und konnte dazu eine Handvoll Großkunden gewinnen. Das Unternehmen kümmerte sich nun nicht nur um die IT-Infrastruktur einer skandinavischen Großreederei, sondern entwickelte auch anspruchsvolle Softwarelösungen für ein Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie. Dann wieder eine neue Wegmarke: Nach dem Ausscheiden der Mitgesellschafter eröffnete Feige 2001 in Buchholz i.d.N. ein Ladengeschäft, in dem nun auch Privatkunden Computer, Drucker und Zubehör kaufen konnten. Das lief so gut, dass das Geschäft acht Jahre später an einen größeren Standort in der Bendestorfer Straße umzog.

Mittlerweile hat Feige das Privatkundengeschäft aufgegeben, um sich mit kompletter Mannschaft den Firmenkunden zu widmen: mittelständischen Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern, für die TechnoSoft komplette IT-Lösungen konfiguriert, einrichtet und betreut. Die Zeiten, in denen die Informatiker laufend unterwegs waren, um technische Probleme beim Kunden zu lösen, werden heute seltener: Viele Fehler lassen sich mittels Fernwartung beheben.

Datenschutz liegt Peter Feige am Herzen

Für etliche Unternehmen sind die Dienstleistungen des TechnoSoft-Rechenzentrums mit Nutzung der Cloud die komfortable und sichere Lösung für sensible Firmendaten. Damit kommt ein weiterer Schwerpunkt ins Spiel: „Datenschutz ist mein Herzensthema“, sagt Feige. Schon seit mehr als zehn Jahren betreut er Unternehmen als externer Datenschutzbeauftragter und hält Vorträge zum Thema Datensicherheit. In manchen Firmen sei man immer noch zu arglos: „Wenn ich bei Kunden sehe, dass Passwörter als Post-It am Bildschirm kleben, dann kann mir das keine Ruhe lassen.“

„Corona hat uns vor Augen geführt, dass unser Land auf fast allen Ebenen auf einem total schlechten Status bei der Digitalisierung steht.“

Mit dem Corona-Lockdown gingen die Aufträge sprunghaft nach oben: Als autorisierter Partner der Initiative „go-digital“ des Bundeswirtschaftsministeriums, sorgt TechnoSoft für die Ausstattung der Homeoffices bei seinen Kunden, gefördert mit 50 Prozent der Kosten durch den Staat. Man könne viel aus der Pandemie lernen, sagt Feige: „Corona hat uns vor Augen geführt, dass unser Land auf fast allen Ebenen auf einem total schlechten Status bei der Digitalisierung steht. Da müssen noch viele Defizite ausgemerzt werden.“ Um sein Unternehmen macht er sich folglich keine Sorgen, zumal er die Zukunft strategisch angeht: In ein paar Jahren soll ein langjähriger Mitarbeiter die Leitung des Teams übernehmen, das sich überwiegend aus selbst ausgebildeten Fachinformatikern zusammensetzt. Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz gehörten in die Hände der „Digital Natives“, findet Feige. Er lacht: „Ich bin ja noch die Generation Commodore C 64. Da will ich nicht als letzter Dino übrigbleiben.“