Jetzt Forschungszulage beantragen

In einem Labor sind zwei Forscher in weißer Schutzkleidung zu sehen, die an Mikroskopen stehen.
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Über die Steuerliche Forschungsförderung können Unternehmen 25 Prozent der Lohnkosten für forschende Mitarbeiter erhalten. Auch Auftragsforschung wird gefördert.

Ob für industrielle Forschung und Entwicklung (FuE), Grundlagen- sowie Auftragsforschung: Mit der Forschungszulagen können Unternehmen sich einen Zuschuss von 25 Prozent ihrer Lohnkosten für die Mitarbeiter sichern, die mit dem jeweiligen Forschungsvorhaben betraut sind. Für die Zeit vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2026 beträgt die maximale Bemessungsgrundlage vier Millionen Euro jährlich, wodurch ein Steuerbonus von bis zu einer Million Euro pro Jahr möglich ist.

Gestartet ist die Forschungszulage bereits im Januar 2020 – zunächst mit einer maximalen Bemessungsgrundlage von zwei Millionen Euro, die auch ab Juli 2026 wieder gelten wird. Ziel der Förderung ist es, gerade kleineren Unternehmen und solchen ohne eigene Forschungsabteilung, einen Anreiz zum Einstieg in Forschung und Entwicklung (FuE) zu bieten.

Zweistufiges Antragsverfahren

Wer von der Forschungszulage profitieren möchte, muss zunächst bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) eine Bescheinigung der Förderfähigkeit beantragen. Erfolgt ein positiver Bescheid der BSFZ bedeutet das einen Rechtsanspruch auf Forschungszulage, die im zweiten Schritt beim Finanzamt beantragt wird – direkt unter www.elster.de oder über den Steuerberater. Dies ist seit April 2021 möglich.

Tipp: Anträge können vor, während und sogar bis zu vier Jahre nach durchgeführten Vorhaben gestellt werden. Es können sowohl mehrere Anträge pro Jahr eingereicht werden als auch ein Antrag, der mehrere Vorhaben enthält. Die Anrechnung der Zulage erfolgt auf die nächste Steuerfestsetzung. Daher sollte der Antrag auf Zulage idealerweise davor gestellt werden.  

Dokumentation der Forscher-Stunden ratsam 

Zwar müssen dem Finanzamt bei der Beantragung der Forschungszulage keine Belege beigefügt werden, es ist aber mit Blick auf mögliche Betriebsprüfungen sehr ratsam, aufgewendete Stunden für eingereichte FuE-Vorhaben zu dokumentieren. Für die Dokumentation der förderfähigen Personalkosten hat das Bundesministerium der Finanzen einen Muster-Stundenzettel veröffentlicht sowie eine ausführliche FAQ-Liste zur Forschungsförderung. Dazu zählt zum Beispiel der Hinweis, dass im Antrag beim Finanzamt das jeweilige Forschungsvorhaben so bezeichnet sein sollte, wie beim Antrag bei der Bescheinigungsstelle. Dies macht es der Finanzverwaltung leichter, die ihr übermittelten Daten zuzuordnen.

Auszahlung auch dann, wenn keine Gewinne anfallen  

Die Forschungszulage wird nicht gesondert ausgezahlt, sondern mit der nächsten Einkommen- beziehungsweise Körperschaftsteuer verrechnet. Daher ist es hilfreich, den Antrag auf Forschungszulage möglichst zeitnah und idealerweise vor der Abgabe der Steuererklärung zu stellen. Ergibt die Steuerklärung einen Verlust, wird die Forschungszulage ausgezahlt. Das dürfte nicht zuletzt für forschungsaffine Start-ups oder Unternehmen von Interesse sein. 

Keine doppelte Förderung möglich  

Die steuerliche Forschungsförderung stellt einen wichtigen Baustein in der Innovationsförderung in Deutschland dar – in Ergänzung zur bewährten Projektförderung. Daher greift die Forschungszulage auch nur, wenn die Personalkosten eines Forschungsvorhabens nicht im Rahmen anderer Förderungen unterstützt werden. Es sollte deshalb – gegebenenfalls gemeinsam mit dem Steuerberater – geklärt werden, dass sich keine Doppelförderung ergibt.