Kollege Bot übernimmt Fleißarbeit

Eine Hand zeichnet vor schwarzem Hintergrund türkise Grafiken und Kurven an einen virtuellen, bis auf die Grafiken unsichtbaren, Bildschirm
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Durch Robotic Process Automation (RPA) lässt sich die Anzahl von manuellen Routineaufgaben in Geschäftsprozessen drastisch reduzieren.

Sie arbeiten rund um die Uhr, machen keine Fehler, sparen Zeit, Geld und dokumentieren alle Arbeiten lückenlos: Software-Roboter, sogenannte Bots, können sich wiederholende, arbeitsintensive Aufgaben automatisch und selbständig erledigen – der Robotic Process Automation (RPA) sei Dank. RPA steht für die Automatisierung von manuellen Prozessen auf Basis einer Kombination aus Prozessautomatisierungssoftware und Künstlicher Intelligenz, eine innovative Technologie also, die bei der digitalen Transformation eine wichtige Rolle spielt.

Bots übernehmen Routineaufgaben

Porträt Milad Safar Milad Safar ist Managing-Partner der Weissenberg Group. Seine Schwerpunkte sind die Themen Digitalisierung, Robotic und Künstliche Intelligenz.

Foto: Weissenberg Group

„Durch RPA lässt sich die Anzahl von manuellen Routineaufgaben in Geschäftsprozessen drastisch reduzieren, sodass sich die Mitarbeiter auf komplexere Aufgaben, die menschliche Interaktionen und Entscheidungsfindung erfordern, konzentrieren können“, sagt Milad Safar, Managing Partner der Weissenberg Group aus Wolfsburg. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, das Unternehmen dabei hilft, sich einen Überblick über die Prozesse zu verschaffen, die automatisiert werden sollen, denn: „Bei der Identifikation und Realisierung von Automatisierungsprozessen ist ein strukturiertes Vorgehen besonders wichtig“, betont Safar: „Werden fehlerhafte, zu komplexe oder einfach falsche Prozesse für die Automatisierung mit RPA ausgewählt, verpufft die gewünschte Effizienzsteigerung in der Regel wirkungslos.“

Laut Safar sind Prozesse in zwei bis sechs Wochen automatisierbar. Und: Das operationelle Risiko für Schäden, die durch Fehlentscheidungen von Mitarbeitern oder Fehler in der technischen Infrastruktur entstehen können, sei bei RPA „gleich Null, da der Software-Roboter nicht in bestehende Anwendungsprogramme eingreift oder diese verändert, sondern die Arbeitsschritte des Mitarbeiters am Desktop nur nachahmt“.

Die Volksbank Braunschweig Wolfsburg hat Prozesse automatisiert

Welche Vorteile eine strukturierte Prozessanalyse in Verbindung mit dem Einsatz von Software-Robotern bringen kann, zeigt das Beispiel der Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg. Weil die Volksbank als Drittschuldner die Vermögenwerte ihrer Kunden verwaltet, erreichen die Mitarbeiter täglich mehrere Pfändungen in Fällen von Zwangsvollstreckungen, die sie manuell bearbeiten müssen – bisher. Denn jetzt hat die Weissenberg Group den bankinternen Prozess mit Hilfe von RPA automatisiert.

Für die Mitarbeiter bedeutet das: Sie sparen Zeit. Während sie vor der Umstellung zwischen zehn und 30 Minuten für die Pfändungsbearbeitung investiert haben, müssen sie jetzt lediglich noch die relevanten Informationen manuell in das Programmformular übertragen. Im Anschluss liest der Software-Roboter das Formular aus, bearbeitet den weiteren Prozess und kann, wenn angeordnet, sogar eine Drittschuldnererklärung verfassen, die gemäß den gesetzlichen Bestimmungen an den Gläubiger gesendet wird.

RPA bietet Einstieg in Künstliche Intelligenz

 „Wie das Beispiel zeigt, ermöglicht RPA nicht nur eine deutliche Effizienzsteigerung der Ablaufprozesse im Unternehmen, sondern auch perspektivisch den Einstieg in die Digitalisierung und in moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz. Damit RPA aber nachhaltig erfolgreich ist, müssen Unternehmen zuallererst die Möglichkeiten von RPA vollständig verstehen und sinnvolle Einsatzgebiete identifizieren“, sagt Milad Safar.