Kreativ mit Keramik

Janine Böhm, Porzellanperle
Foto: privat
Janine Böhm ist Gründerin der Porzellanperle in Lüneburg und aktuelle Ausstellerin im IHK-Gründerfenster in der Lüneburger Innenstadt.

Wer sind Sie und was machen Sie?
Ich leite die Porzellanperle in Lüneburg. In meinem Laden in Bülows Kamp können Menschen Keramik-Rohlinge selbst bemalen. Teller, Becher, Vasen, Spardosen und Figuren in verschiedenen Größen und Formen – und viele andere Produkte – stehen zur Wahl. Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind kann unsere Farben und Pinsel, Anleitungen, Stempel und andere Werkzeuge nutzen, um ganz individuelle Stücke zu gestalten. Vorwissen oder Alter spielen dabei keine Rolle. Mit den richtigen Hilfsmitteln, Tricks und Techniken können Kinder und Erwachsene, Geduldige und Ungeduldige, Kreative und weniger Kreative Tassen und Teller schön bemalen.
Meinen Laden teile ich mir mit meiner Schwägerin Angelika Böhm, die in ihrem „Wunschraum“ Nähen und Basteln unter Anleitung anbietet. Wir leben unsere kreative Ader zusammen aus. Durch und durch ein Herzensprojekt.

Wie sind Sie auf die Idee gestoßen?
Ich hatte schon immer einen Hang zum Kreativen. Ob Nähen oder Basteln: Das ist meine Welt. Porzellan-Studios in der Art meiner Porzellanperle habe ich früher oft privat als Kundin besucht, weil ich einfach Spaß am Bemalen von Keramik hatte. In größeren Städten wie Hamburg oder Berlin gibt es bereits viele dieser Kreativräume. Warum also nicht auch in Lüneburg damit starten? Die Frage hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe mich dann intensiver über diese Studios informiert, Lehrgänge absolviert und Praktikumstage bei einer anderen Werkstatt gemacht. Ich kaufte mir einen Ofen – und dann ging es los: Am Anfang habe ich das Bemalen von Keramik mobil – also zu Hause bei den Kunden – angeboten. Die Idee kam gut an – und erschien mir irgendwann auch in eigenen Räumen umsetzbar.    

Was machen Sie anders als andere?
Ich habe einen individuell eingerichteten Laden, in dem jeder willkommen ist. Zu mir können Kunden allein oder in Gruppen kommen. Kindergeburtstage, Junggesellinnenabschiede oder Firmenveranstaltungen: Alles ist möglich, Platz ist für rund 30 Personen. Außerhalb meiner Öffnungszeiten bin ich sporadisch auch für mobile Einsätze unterwegs. Und ich biete auch sogenannte „Ausleihkisten“ an: Soll der Kindergeburtstag in den eigenen vier Wänden stattfinden, können sich zum Beispiel Mütter und Väter eine Kiste mit Keramik-Rohlingen, abgefüllten Farben, Werkzeugen und Hilfsmitteln bei mir abholen – und später die bemalten Stücke zum Brennen zurückbringen.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ich sehe mich immer noch an derselben Stelle wie heute. Der Start meiner Porzellanperle war sehr gut. Ich hoffe natürlich, dass es so weitergeht. In Zukunft werde ich vermutlich noch mehr in den Keramikformen variieren, andere Rohlinge anbieten. Außerdem kann ich mir Technik-Kurse, Ostermärkte, Ausstellungen oder andere Events vorstellen.  

Was raten Sie anderen Jungunternehmern?
Als Mutter von drei Kindern musste ich vorab klären, ob alle Familienmitglieder hinter meiner Idee und der Umsetzung stehen. Und bei solch arbeitsintensiven Projekten ist auf alle Fälle hervorzuheben, dass die Familie nicht nur dahinter stehen muss, sondern auch mit anpackt. Rückhalt aus dem privaten Umfeld ist eine gute Grundlage für den Start in die Selbstständigkeit. Wichtig sind auch Kontakte: Ich habe mich mit vielen anderen Menschen ausgetauscht, Informationen gesammelt und mich beraten lassen, zum Beispiel bei der Lüneburger Beratungsstelle Exista. Allen Jungunternehmern kann ich also nur sagen: Sucht Euch Beratung und Hilfe.

Vervollständigen Sie folgenden Satz: Mein Glück wäre perfekt, wenn…
… weiterhin strahlende und glückliche Menschen bei mir ein- und ausgehen. Am Anfang zweifeln viele Kunden daran, Keramik-Stücke schön bemalen zu können. Aber am Ende bekommt es jeder hin. Diese Freude mitzuerleben, ist jedes Mal auch eine Freude für mich.