Mit vereinten Kräften gegen den Fachkräftemangel

Draufsicht auf Menschenformation in Pfeil-Form
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Moin Future – so heißt die Kampagne für die duale Berufsausbildung, die unsere IHK, die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und sechs Landkreise unserer Region jetzt unter dem Dach der Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen gestartet haben. Wie wird diese Zukunft aussehen? Werden Fachkräfte flächendeckend Mangelware sein? Wird unsere Region durch die Digitalisierung abgehängt oder die vielfältigen Chancen der neuen Technologien sinnvoll nutzen können? Ziehen Menschen in unsere Region oder verlassen sie sie eher?

Diese Fragen haben sich bereits vor fünf Jahren die damals frisch gewählten Mitglieder der IHK-Vollversammlung gestellt. Und sie waren sich einig: „Wir wollen die Zukunft gestalten.“ Zusammen mit der IHK-Geschäftsführung starteten sie die Zukunftsinitiative „hierjetztmorgen“. Die Idee: Hier und jetzt gemeinsam Projekte zur Fachkräftesicherung starten. Für eine starke regionale Wirtschaft von morgen.
Ein schnelles Handeln war und ist nötig. Denn bis 2030 wird Pro-
gnosen des Landes zufolge im Durchschnitt jeder dritte Erwerbsfähige bis 50 in unserer Region aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sein. Rund 54.000 Fachkräfte werden nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Prognos AG, das den „hierjetztmorgen“-Prozess begleitet hat, dann fehlen.

Breite Kooperation
Um Unternehmen dabei zu unterstützen, die Mitarbeiter für morgen zu sichern, haben rund 220 Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung ihre Ideen bei „hierjetztmorgen“ eingebracht – und einen Masterplan zur Fachkräftesicherung in der Region entwickelt.
Das Ergebnis sind 15 konkrete Projekte, die bis heute umgesetzt wurden, teils von unserer IHK, teils von anderen Trägern. Der bei „hierjetztmorgen“ entwickelte Masterplan wurde zur Grundlage für die Fachkräftestrategie der Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen. Dieses Fachkräftebündnis entstand 2014 auf Initiative unserer IHK mit zunächst sieben, später 14 Partnern (Seite 27). Gerade hat das Land der Fachkräfteallianz den Zuschlag für weitere zwei Milllionen Euro aus EU- und Landesmitteln bis 2021 erteilt. Fachkräfte-Projekte können mit bis zu 70 Prozent gefördert werden.

Neue Zielgruppen für den Arbeitsmarkt
Mit Blick auf die Zukunft ist also ein Anfang gemacht. Trotzdem bleibt viel zu tun. Flüchtlinge müssen integriert werden, gezielte Arbeitsmigration aus anderen Ländern aufgebaut werden. Junge Menschen müssen mehr und besser für die Karrierechancen der dualen Berufsausbildung gewonnen werden. Die „stillen Reserven“ unseres Arbeitsmarktes – von arbeitswilligen Müttern mit Vereinbarkeitsproblemen bis hin zu jungen Erwachsenen mit Bildungsproblemen – müssen gehoben werden. Gleichzeitig gilt es, die Digitalisierung aktiv zu gestalten. Dabei geht es zwar zu allererst, aber keinesfalls nur, um Breitbandausbau.

Die Unternehmen müssen sich auf die verändernden Rahmenbedingungen einstellen. Neue Qualifikationen sind notwendig und eine modernere, die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzende Art, diese zu vermitteln – auch in der Berufsausbildung. Angesichts eines exponentiellen Fortschritts müssen wir auch die Veränderungsgeschwindigkeit in unseren Institutionen und Unternehmen anpassen. Wir müssen schneller und gleichzeitig auch besser werden. Auf unsere IHK und ihre Partner warten also viele neue Herausforderungen.
Packen wir es gemeinsam an. Für die Zukunft unserer Region.