Mobil in allen Lebenslagen

Gruppenfoto Familie Kleinschmidt aus Schneverdingen
Foto: tonwert21.de
Am 3. August feiert Familie Kleinschmidt ihr Firmenjubiläum. Kleinschmidt Taxi- und Busreisen übernimmt feste Strecken im öffentlichen Nahverkehr, schnürt Reisepakete für Vereine und Firmen und führt das klassische Taxigeschäft weiter.

Frank Kleinschmidt braucht nicht viele Worte, um sein Geschäft zu beschreiben: „Wir fahren alle überallhin“, sagt der Inhaber des Schneverdinger Unternehmens Kleinschmidt Taxi- und Busreisen.  Das trifft es ziemlich genau, denn mit seinem Fuhrpark bedient Kleinschmidt nicht nur den klassischen Taxikunden, sondern kann die unterschiedlichsten Transportwünsche erfüllen. Kleinschmidt-Busse fahren Schüler zur Schule, Reisebusse steuern Urlaubsziele an, Spezialfahrzeuge übernehmen Krankentransporte.

Oma Anna Böhling steuerte die Mietwagen am Funkgerät

Im Heideort Schneverdingen wagte sich die Familie schon vor 50 Jahren ohne Scheu an Neues. „Wir waren die Vorreiter“, sagt der 54-Jährige stolz. Anita und Horst Kleinschmidt waren 1969 mit ihrem „Autoruf“ ins Mietwagen-Geschäft eingestiegen, nachdem sie als erste in der Region den Taxischein in der Tasche hatten. Nächster Meilenstein war die Funktechnik. In der Zentrale steuerte Oma Anna Böhling das Familienunternehmen am Funkgerät, während die Fahrer die Kunden im elfenbeinfarbenen Mercedes komfortabel zum Wunschziel chauffierten.

Ländlicher Raum ist für Uber und Co nicht attraktiv

„Oma hat sich noch mit über 90 Jahren darum gekümmert, dass die Fahrer immer frischen Kaffee und etwas zu essen hatten“, erinnert sich Kleinschmidt schmunzelnd. Die Anekdote wirkt heute wie aus der Zeit gefallen, denn die Branche steht mächtig unter Druck. Buchungs-Apps für das Smartphone und alternative Fahrdienste drängen mit Macht auf den Markt. Deutlich ablesbar in den Großstädten, wo Uber und Co.  den klassischen Taxis die Fahrgäste streitig machen. Die Politik verschließt sich dem Wandel nicht. Pläne zur Lockerung des Personenbeförderungsgesetzes sorgen für Unruhe in der Branche. Auch Kleinschmidt beobachtet die Entwicklung mit Argwohn. Wirklich Sorgen macht er sich nicht. „Wir sind hier im ländlichen Raum, der ist für alternative Anbieter uninteressant.“ Zu weiträumig die Gegend, zu wenig potenzielle Mitfahrer. Sein Geschäft läuft erfolgreich mit dem bewährten System – und darauf ist er stolz: „Wer uns anruft, landet nicht am Handy eines Fahrers, sondern in der Zentrale. Daran werden wir so schnell nichts ändern.“

Dabei ist Kleinschmidt keiner, der in der Vergangenheit stehengeblieben ist. Er hat zum richtigen Zeitpunkt investiert, hat mehrfach Mitbewerber übernommen. 1987 startete er den ersten Kleinbus, führte Gruppenfahrten für das örtliche Verkehrsamt durch. Der Einstieg in das Reisebusgeschäft war die logische Konsequenz. Damit hatte Kleinschmidt wieder die Nase vorn. Heute sei die Zeit der großen Europareisen zwar vorbei, da spürt der Unternehmer auch die Billigflugkonkurrenz. Hoch im Kurs stehen aber Tagesfahrten und Kurztrips – an die Nordsee, zur Gartenschau oder auch zum Almabtrieb in die Alpen.

Das Familienunternehmen Kleinschmidt beschäftigt 50 Mitarbeiter

Kleinschmidts Geschäft läuft gut. Er hat sich feste Strecken im öffentlichen Nahverkehr gesichert, er schnürt Reisepakete nach Maß für Vereine und Firmen. Und er führt das klassische Taxigeschäft weiter. Rund 50 Mitarbeiter sorgen dafür, dass die 29 Fahrzeuge in Bewegung bleiben. Dabei ist die Familie wie schon vor 50 Jahren komplett zur Stelle: Ehefrau Martina und Tochter Annika sind zuständig für Buchhaltung und Abrechnung. Sohn Felix hält den Fuhrpark technisch in Schuss, die 17-jährige Lena hilft bei der Reinigung der Fahrzeuge. Und frischen Kaffee für alle gibt es immer noch. Ein bisschen was vom Geiste Oma Annas haben die Kleinschmidts also hinübergerettet in eine neue Zeit.