Mobilitätsumfrage: Initiative präsentiert Ergebnisse

S-Bahn in Hamburg
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Im ersten Quartal 2020 haben fünf Hamburger Institutionen eine Mobilitätsumfrage in der Süderelbe-Region durchführen lassen. Antworten von mehr als 6.000 Teilnehmern geben einen Eindruck vom Mobilitätsverhalten südlich der Elbe.

Mangelnde Zuverlässigkeit, zeitintensive Wege und eine schlechte Anbindung  – das sind die häufigsten Anmerkungen der Teilnehmenden einer aktuellen Umfrage zum Thema Mobilität in der südlichen Elbregion. Mehr als 6.000 Menschen aus mehr als 500 Unternehmen haben acht Fragen zu ihrem persönlichen Mobilitätsverhalten beantwortet.

 

Gespräche mit politischen Gremien sollen folgen

„Für uns als Initiatoren dieser Studie ist das Ergebnis ein wichtiger Einstieg für weitere Gespräche mit den politischen Gremien“, erläutern Franziska Wedemann, Vorsitzende des Wirtschaftsvereins und Dr. Olaf Krüger, Vorstand der Süderelbe AG. „Klar ist: Wenn wir Klimaneutralität wollen, müssen wir neue Mobilitätskonzepte entwickeln. Das Ergebnis zeigt, dass es Handlungsbedarf gibt und die Menschen zu Veränderungen bereit sind, sofern man gute Voraussetzungen dafür schafft.“

Neben dem Wirtschaftsverein und der Süderelbe AG zu den Initiatoren zählen der Channel Hamburg und das Citymanagement Harburg. Durchgeführt wurde die Umfrage im ersten Quartal 2020 von der Hanseatic Transport Consultancy Dr. Ninnemann & Dr. Rössler GbR.

Abgefragt wurden nicht nur die Nutzung der Verkehrsmittel zum Arbeitsplatz sowie benötigte Zeit und Kilometer, sondern ebenso die Bereitschaft, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen und die Voraussetzungen, die einem Umstieg zu Grunde liegen.

Mobilitätskonzepte für die gesamte Region gefragt

Gitte Lansmann, Geschäftsführerin Citymanagement Harburg, unterstreicht die Notwendigkeit einer besseren Anbindung nach Hamburg mit der weiteren Entwicklung des Innovationsstandorts Harburg: „In den letzten Jahren ist Harburg aus dem Dornröschenschlaf erwacht und hat sich zum attraktiven Wohn- und Arbeitsort entwickelt. Der Stellenwert des Tourismus wächst. Das alles erfordert ausgereifte, moderne Mobilitätskonzepte, die den Anforderungen der gesamten Region gerecht werden.“

 

So würden über die Hälfte der Teilnehmer ihr Mobilitätsverhalten anpassen, wenn die Distanz zum öffentlichen Nahverkehr geringer wird. „Das spricht für eine Ausweitung des Netzes, weitere Stationen und eine zweite Elbquerung“, führt Christoph Birkel, Geschäftsführer hit-Technopark aus und ergänzt: „Viele unserer Mieter und Mitarbeiter beklagen den langen Arbeitsweg und die schlechte Erreichbarkeit. Das führt in einigen Fällen bereits zur Abwanderung in besser angebundene Stadtteile. Um die hohe Wirtschaftskraft unserer Region nicht zu gefährden, müssen wir dieser Entwicklung etwas entgegensetzen.“

Airbus im Fokus

Eine besondere Rolle nehmen die Mitarbeiter von Airbus in der Umfrage ein. Auf Grund der hohen Mitarbeiterzahl im Vergleich zur eher mittelständisch geprägten Unternehmensstruktur in der betrachteten Region, kamen circa 60 Prozent der Antworten von dort. Zwei Drittel aller Teilnehmer nutzen ausschließlich oder zum Teil den PKW zur Anreise zum Arbeitsplatz, der Rest verteilt sich auf Bahn, Bus, Fahrrad und zu Fuß. Bei den Airbus-Mitarbeitern gibt es darüber hinaus eine signifikante Nutzung der Fähre. Die Mehrzahl der Umfrageteilnehmer hat eine tägliche Fahrzeit von 30 bis 60 Minuten pro Weg. Verbesserungen werden vor allem in den Bereichen kürzere Fahrzeiten bei Bahn und Bus, eine bessere Fahrplantaktung sowie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gewünscht. 

Rückenwind von den IHKs

Die Umfrageergebnisse untermauern die zuletzt adressierte Forderung politischer und unternehmerischer Kreise, einen S-Bahn-Ring um Hamburg zu bauen, der die südliche Elbregion über eine zweite Elbquerung anbindet und gleichzeitig den Hauptbahnhof entlastet, so das Fazit der Initiatoren. Der Vorschlag geht zurück auf Metin Hakverdis, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Harburg/Wilhelmsburg/Bergedorf, und Frank Wiesner, Harburger Bezirksabgeordneter.

 

Auch unsere IHKLW, die IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum und die Handelskammer Hamburg befürworten die Idee. IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert sagt: „Die Metropolregion lebt von Pendlerströmen in beide Richtungen. Für die Attraktivität unserer Region ist es deshalb entscheidend, dass die Erreichbarkeit auch ohne eigenes Auto gesichert ist. Das ist für die regionalen Unternehmen auch mit Blick auf die Fachkräftesicherung bedeutend. Neben dem Anschluss von Industrie- und Gewerbegebieten ist vor diesem Hintergrund insbesondere das Umland in den Ausbauplänen zu berücksichtigen.“

Das gesamte Umfrageergebnis ist hier veröffentlicht. Die Online-Präsentation der Studie sowie Statements der Initiatoren befinden sich hier.