NBank bilanziert sattes Förderplus

Michael Kiesewetter und Dr. Ulf Meier stehen an ein Treppengeländer gelehnt zusammen und blicken in die Kamera.
Foto: NBank
Im Interview betonen Michael Kiesewetter und Dr. Ulf Meier von der NBank, dass 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Menschen, Unternehmen und Einrichtungen in Niedersachsen von Zuschüssen und Förderdarlehen der NBank profitiert haben.

Die NBank hat im Jahr 2018 deutliche mehr Fördermittel vergeben als 2017. Mit der Auszahlung von 818 Millionen Euro wurde ein Sprung von annähernd 30 Prozent erreicht. Dieser deutliche Anstieg verdeutlicht sich auch in der Gesamtanzahl der Förderungen. Sie stieg von 18.066 auf 20.840 an. „Durch dieses sehr gute Ergebnis hat die NBank als zentrales Förderinstitut des Landes mit ihren Förderungen wieder maßgeblich geholfen, das Ziel eines lebenswerten, qualitativ wachsenden Niedersachsens zu verwirklichen“, sagt der Verwaltungsratsvorsitzende, Staatssekretär Dr. Berend Lindner.

Grafik zeigt die verschiedenen Förderzahlen für die Bereiche wirtschaft (224,35 Millionen Euro), Arbeitsmarkt (131,59 Millionen Euro), Wohnraum (157,92 Millionen Euro) und Infrastruktur (303,83) Millionen Euro. Die NBank blickt auf ein top Förderjahr 2018 zurück.

Grafik: NBank

Start-up- und Gründungsförderung mit Kapital und Know-How

Hervorzuheben sei der deutliche Anstieg beim Niedersachsen-Gründerkredit. Im Jahr 2018 wurden 158 Kredite über eine Summe von 31,2 Millionen Euro vergeben. Dies ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr mit 21,8 Millionen Euro und 111 bewilligten Krediten. Das Förderprogramm MikroSTARTer, mit dem Gründungen in einem niedrigschwelligen Bereich angeregt werden sollen, nutzen 254 Niedersachsen, die mit insgesamt 5,4 Millionen Euro gefördert wurden. Die Fördersumme bei MikroSTARTer beträgt maximal 25.000 Euro und wird ohne Sicherheiten gewährt. 

Rege Nachfrage herrsche auch beim Beteiligungsprodukt NSeed der NBank, das speziell für Unternehmen in der Gründungsphase konzipiert ist. Die bereit gestellten vier Millionen Euro wurden bereits am Markt platziert. Weitere drei Millionen konnten zusätzlich als private Kofinanzierung aktiviert werden. Deswegen wurde der Fonds spezifisch für den Bereich Innovation um 25 Millionen Euro aufgestockt. Mit dem neuen Stipendium für Start-up Gründer erwartet die NBank eine weiter steigende Nachfrage.

Um ein abgestimmtes Angebot bereitzuhalten, unterstützt das Land acht Start-up-Zentren, sogenannte Inkubatoren, an sieben Standorten in Niedersachsen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Dort können Gründungsteams marktfähige Ideen entwickeln. Eine große Anzahl von Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Entrepreneurship-Lehrstühlen an den Universitäten und Hochschulen ergänzt diese Struktur. „Junge Unternehmen in Niedersachsen anzusiedeln und zu binden, um deren Know im Wirtschaftskreislauf zu integrieren, ist ein besonders wichtiger Eckpfeiler für eine starke Wirtschaft“, sagt Lindner.

Wirtschaftsförderung in Niedersachsen mit deutlichem Zuwachs

Für die Wirtschaftsförderung war das Jahr 2018 mit einem Volumenplus von 30,7 Millionen auf  224 Millionen Euro  ein Top-Jahr. Allein die Summe der Kredite ist von 45 Millionen Euro auf 101 Millionen Euro angestiegen. Der Produktemix habe sich damit verlagert, indem Förderdarlehen ein deutlich größeres Gewicht im Gesamtergebnis der Bank erhalten haben. Die Fördermittel können auf diese Weise revolvierend eingesetzt werden, wie der Vorstandsvorsitzende der NBank, Michael Kiesewetter, deutlich machte: „Unserem Ziel, uns unabhängiger von Fördermitteln aus Brüssel zu machen, kommen wir damit näher.“ Insgesamt profitierten 850 niedersächsische Unternehmen.

Gelungen sei auch der Einstieg in das Niedersachsen-Konsortialgeschäft. Gemeinsam mit einem Bankenkonsortium vergab die NBank ein Darlehen ohne Landes-, Bundes- und EU-Beteiligung. Auch dieses neue Geschäftsfeld zahle auf die Strategie ein, die Darlehensquote zu erhöhen und die Ertragssituation zu verbessern.

Wohnraumförderung legt erheblich zu

Dass der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum enorm hoch ist, verdeutlicht die Fördernachfrage der NBank: Im Jahr 2018 zeigt das Ergebnis 158 Millionen Euro gegenüber 107 Millionen Euro im Jahr 2017. Davon wurden im vergangenen Jahr 1.644 Wohnungen errichtet, 2017 waren es 1.186. Die Förderung ging vorwiegend in Ballungsräume. Aber auch die Menschen in den ländlichen Regionen profitierten sowie Studierende auf Wohnungssuche durch die gezielte Förderung von studentischem Wohnraum. 

Beruflicher Aufstieg von Fachkräften weiter im Fokus 

Die berufliche Weiterqualifizierung hat die NBank 2018 mit 18.482 Einzelförderungen in Höhe von insgesamt 131,6 Millionen Euro unterstützt. Das ist ein Plus von 32,1 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Besonders das sogenannte Aufstiegs-BAföG wurde viel genutzt, insgesamt investierte die NBank in diesem Segment im vergangenen Jahr 63,2 Millionen Euro nach zuvor 61,5 Millionen Euro in 2017. Das ist bisher der höchste Wert in Niedersachsen.

Die Meisterprämie erhielten 2.195 Menschen. Die dafür ausgezahlte Fördersumme betrug 8,8 Millionen Euro. Die finanzielle Unterstützung sei ein Anreiz, die Gründung oder Übernahme eines Betriebs zu starten, so die NBank.

Kommunen nutzen Produkte der NBank immer stärker

Die Infrastrukturförderung im Städtebau verzeichnete eine rege Nachfrage und stieg von 149 Millionen Euro auf 160 Millionen Euro an. 19 Kommunen nahmen den Kommunalen Infrastrukturkredit Niedersachsen in Anspruch. Damit sind Darlehen in Höhe von etwa 75 Millionen Euro verbunden. „Dies bedeutet einen Anstieg um mehr als 51 Millionen Euro und kommt wiederum der Strategie zugute, die Darlehensquote signifikant zu steigern“, so Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter.

Für 2019 strebt die NBank nach eigenen Angaben eine weitere Verstetigung ihrer Geschäftstätigkeit und einer Steigerung des gesamten Kreditvolumens an. „Der Konsortialkredit soll in die Fläche ausgerollt werden, im Bereich Risikokapital für Start-ups werden wir noch nachlegen, um das gründungsfreundliche Klima in Niedersachsen weiter zu befördern“, sagt Kiesewetter. Zudem beginne 2021 eine neue EU- Förderperiode, die es zusammen mit dem Land vorzubereiten gelte, um die richtigen Förderweichen zu stellen.