Neue Impulse für moderne Zentren

Jan Weckenbrock ist überzeugt: Business Improvement Districts wäre eine Chance, um Zentren attraktiver zu gestalten.

Wer sich in seinem Umfeld aufmerksam umschaut, stellt fest: Innenstädte und Ortskerne verändern sich – nicht immer zum Positiven. Der coronabedingte Lockdown wirkte wie ein Brennglas und machte umso deutlicher: Vielerorts wären Investitionen in Modernisierung und Aufwertung der Zentren überfällig.

Quartiere aufwerten

Nicht ohne Grund steht also die Entwicklung zentraler Geschäftslagen, einzelner Quartiere und Straßenzüge für Händler, Grundeigentümer, Politik und Verwaltungen seit Jahren ganz oben auf der Agenda. Getan hat sich dennoch wenig, oft fehlt es vor allem am nötigen Kleingeld. Es liegt also auf der Hand: Es braucht neue Konzepte und Ideen. Eine solche Idee sind sogenannte Business Improvement Districts (BIDs).

Bei diesem Modell werden alle Immobilien-Eigentümer in einer Geschäftsstraße oder einem Quartier per Gesetz zu einer Abgabe in eine gemeinsame Kasse verpflichtet. Voraussetzung ist, dass die Mehrheit der Immobilieneigentümer in dem jeweiligen Gebiet vorher beschlossen hat, als BID zu agieren. Das Geld fließt in Aufwertungsmaßnahmen – die Erneuerung öffentlicher Flächen, gemeinsame Beleuchtungskonzepte oder Maßnahmen zur Sicherheit und Sauberkeit. Und weil alle dabei sein müssen, gibt es keine Trittbrettfahrer, die von Aktivitäten am Standort profitieren, aber nichts bezahlen wollen.

Ein weiterer Vorteil wäre ein gemeinsames, werbewirksames Auftreten der Unternehmer als Standortgemeinschaft. An Ideen mangelt es den Händlern und Eigentümern meistens nicht. Und: Steigt die Attraktivität eines Standorts, profitieren neben den Einzelhändlern auch die Eigentümer der Immobilien und letztlich die Kommune selbst.

In Hamburg erfolgreich: Business Improvement Districts

Unsere Nachbarn in Hamburg treiben bereits seit rund 15 Jahren auf einer gesetzlichen Basis die erfolgreiche Entwicklung von BIDs voran. In vielen weiteren Bundesländern gibt es ebenfalls langjährige gesetzliche Grundlagen. Auch für das Land Niedersachsen ist seit längerem ein BID-Gesetz geplant, wurde aber trotz mehrerer Anläufe nie im Landtag verabschiedet – bisher. Im September soll der Landtag über das niedersächsische BID-Gesetz entscheiden.

Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen dann endlich die ersehnte Gesetzesgrundlage schaffen – und damit zusätzliche Impulse für die heimischen Innenstädte und Quartiere ermöglichen.