Neues Kapital durch Beteiligungen

Auf einer schwarzen Tafel sind mit bunter Kreide Balkendiagramme angemalt. Das größte Diagramm ist grün, aus ihm wächst eine Blume, weil ein Arm im Anzug mit einer Gießkanne gießt.
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Mit dem MBG-Stabilitätsfonds stehen zehn Millionen Euro bereit, um kleine und mittlere Unternehmen in Niedersachsen über eine Beteiligung zu unterstützen.

Die Pandemie hat die regionale Wirtschaft schwer getroffen. Insbesondere mittelständische Unternehmen stehen noch immer vor einer existenziellen Herausforderung. „Die Deckung von krisenbedingten Kapitalbedarfen in einem ersten Schritt durch Kredite oder Darlehen war sicherlich ein richtiger und guter Weg“, resümiert Andreas Schramm, Beteiligungsmanager und Leiter des Beteiligungsmanagements der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen (MBG). Das reiche jedoch nicht aus. Unternehmen bräuchten jetzt weitere Mittel, um sich zu stabilisieren und ihre Finanzkraft zu stärken – unter anderem auch, um sich auf eine mögliche zweite Welle der Pandemie vorzubereiten.

Eine zusätzliche Verschuldung sei dabei kontraproduktiv. „Sie belastet den weiteren Kapitalzugang für Unternehmen und schränkt so die Handlungsfähigkeit erheblich ein“, erklärt Schramm.

Eigenkapital erhöhen und Liquidität verbessern

Gefragt seien jetzt vor allem finanzielle Mittel, die die Eigenkapitalquote der Unternehmen erhöhen. „Je höher das Eigenkapital und die Eigenkapitalquote, desto krisenfester ist ein Unternehmen“, weiß der Beteiligungsexperte der MBG. Diese hat jetzt in Kooperation mit der KfW und dem Land Niedersachsen den „MBG Stabilitätsfonds 2020“ aufgelegt.

Bis zum 31. Dezember 2020 stehen insgesamt 10 Millionen Euro bereit, um kleine und mittlere Unternehmen in Niedersachsen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu unterstützen. Das durch die Beteiligung zufließende Kapital kann flexibel eingesetzt werden. Zum Beispiel für die Anschaffung von Anlagevermögen, für die Mitfinanzierung aller laufenden Kosten wie Miete, Gehälter und Warenlager oder auch für bilanzstärkende Maßnahmen.

Unternehmen behalten die Entscheidungsfähigkeit 

Nehmen Unternehmen die Beteiligung in Anspruch, bleiben die Entscheidungen dennoch in ihrer Hand. Denn die MBG investiert in der Regel in Form von stillen Beteiligungen, den sogenannten Mezzaninkapitalbeteiligungen, wobei auch offene Beteiligungen eingegangen werden können. Das heißt, die MBG erhält keine Unternehmensanteile für ihr Investment, sondern eine vertraglich definierte und über die Laufzeit konstante Beteiligungsvergütung, bezogen auf ihr Investment.

Das von der MBG investierte Kapital steht den Unternehmen nicht nur als Liquidität zur Verfügung, sondern zählt insbesondere bilanziell zum wirtschaftlichen Eigenkapital – ein klares Plus für die Bilanzstruktur. Der Beteiligungsprozess selbst ist kostengünstig und unkompliziert. Prüfungskosten fallen nicht an. Auch eine notarielle Beurkundung ist nicht notwendig. Und bereits vier Wochen, nachdem die Unterlagen eingereicht wurden, stehen die Verträge. „Uns ist besonders wichtig, pragmatisch im Sinne der Unternehmen zu agieren und keine unnötigen Barrieren aufzubauen“, so Schramm.

Dieser Ansatz durchziehe das gesamte Handeln der MBG, die sich dem sogenannten „fair financing“ verpflichtet fühle: „Wir sehen uns als zuverlässiger und kompetenter Partner und legen höchsten Wert auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, so Schramm. Man habe kein Interesse an kurzfristigen Exits. „Der nachhaltige Erfolg des Unternehmens hat für uns oberste Priorität.“