Neues Karrierenetzwerk für Unternehmen und Schüler

Michael Hein und Kai Subel von berry2b
Foto: Andreas Tamme
Michael Hein (l.) und Kai Subel haben „berry2b“ gegründet und freuen sich auf die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern in der Region Nordostniedersachsen.

Ein Mädchen mit der berry2be-App Alexandra Schwabenland zählt zu den rund 100 Schülerinnen und Schülern, die bei der Entwicklung der App mitwirken.

Foto: Andreas Tamme

Mit der neuen App „berry2b“ kommen Unternehmen mit Schülerinnen und Schülern dort zusammen, wo die jungen Menschen den Großteil ihrer Freizeit verbringen: auf dem Smartphone. „Über die App können Schüler ihren Schulalltag organisieren, Unternehmen aus der Region kennenlernen und spielerisch Berufe und Bewerbungsabläufe kennenlernen“, sagt „berry2b“-Geschäftsführer Kai Subel. Das Besondere: Knapp 100 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen arbeiten an der Entwicklung der App mit.

App unterstützt im Schulalltag und bei der Berufswahl

Hauptaufgabe der App sei, den Schülern den Einstieg in die Berufswelt zu erleichtern. „Integration von Berufsorientierung in den digitalen Schulalltag“, kurz IBodS, heißt die Anwendung, die Berufsorientierung und Gamification verbindet: Schüler können beispielsweise eine digitale Bewerbungsmappe ausfüllen und erhalten dafür Punkte. Noch in Arbeit ist ein virtueller Charakter, eine „berry2b“-Beere, mit der die Schülerinnen und Schüler Aufgaben zur Berufsorientierung lösen können. Dabei sammeln sie Punkte, die sie für das nächste Level qualifizieren. 

Darüber hinaus ergänze die App die an Schulen eingesetzten Systeme wie IServ oder Untis um Funktionen, die den Schülern wichtig seien, sagt Subel: „Sie können sich mit berry2b zu Hausaufgaben austauschen und auch die eigenen Noten können verschlüsselt gespeichert werden.“ Außerdem können Schüler sich ein Karriereprofil anlegen und so von Betrieben gefunden werden oder sich selbst einen Überblick über regionale Unternehmen und deren Ausbildungsangebote verschaffen. Ist ein interessanter Arbeitgeber dabei, können sie formlos per Chat Kontakt aufnehmen.

Was bedeutet das für Arbeitgeber?

„Nur auf Bewerbungen warten war gestern! Unternehmen können und müssen auch digital aktiv nach Schülern für ihre freien Stellen suchen“, sagt Subel. „Bei berry2b können Betriebe die Karriereprofile der Nutzer durchstöbern, nach diversen Kriterien filtern und per Chat mit passenden Kandidaten in Kontakt treten. Wer mag, kann auch einfach mal ein „like“ für einen Schüler dalassen. Mit etwas Glück ergibt sich daraus später dann ein Match.“

Im Gegensatz zu klassischen Jobbörsen stehe bei „berry2b“ der Netzwerkgedanke im Vordergrund. Für Unternehmen bedeutet das aber auch: Sie müssen ein eigenes Profil anlegen und pflegen, um sichtbar zu werden und ihre Bekanntheit zu steigern.

Überzeugt hat „berry2b“ mit der App-Idee bereits Birgit Honé, Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung: Seit Jahresbeginn erhält das Lüneburger Unternehmen 613.125 Euro aus dem EU-Programm „Soziale Innovation“. In Zusammenarbeit mit weiteren Partnern aus Nordostniedersachsen will das Start-up die App weiterentwickeln. Auch bestehende Konzepte sollen laut Subel integriert werden. Aktuell arbeitet „berry2b“ gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Lüneburg Nordostniedersachsen an einem Bewerbungscoach und Funktionen zur Vorstellung regionaler Berufe.