No plastic please

Merthen Wenderoth steht vor einer roten Holzwand und hält in der linken Hand zwei The-Prep-Fertiggerichte, ein drittes wirft er mit der rechten Hand lässig in die Luft.
Foto: tonwert21.de
Merten Wenderoth ist einer von drei Gesellschaftern der Greenletic GmbH. Alle sind sich einig: Nachhaltigkeit passt zum Konzept ihrer gesunden Fertiggerichte.

Fertiggerichte sind nicht gerade dafür bekannt, zu einer nachhaltigen Lebensweise beizutragen. Das Wolfsburger Start-up Greenletic GmbH will das ändern. „Wir wollen Menschen bei einer gesunden Ernährung unterstützen“, sagt der Merten Wenderoth. Unter der Marke „The Prep“ produzieren und vertreiben er und seine Geschäftspartner Torben Füller und Dominic Tschauder aktuell zwölf Fertiggerichte. Das Besondere: Bei The Prep kommt das Essen garantiert plastikfrei ins Haus.

On Ratatouille mit Lachs und Vollkornreis oder Chili con Carne mit Quinoa – alle Mahlzeiten enthalten einen ausgewogenen Nährstoffmix, werden in Schalen aus Zuckerrohr angerichtet und mit einer Folie aus Pflanzenfasern versiegelt. Für den Versand werden die schockgefrosteten Gerichte mit Stroh statt Styropor isoliert. Dass die Lebensmittel schockgefrostet sind, habe nicht nur den Vorteil, dass das Verfahren die Nährstoffe und Vitamine konserviert: „Es wird auch weniger weggeschmissen, weil unsere Fertiggerichte lange haltbar sind.“

Wenderoth und seine Geschäftspartner bauen The Prep mit einem festangestellten Koch und vier 450-Euro-Kräften nebenberuflich auf. Zwar sind die Jungunternehmer – zwei Bänker und ein Informatikkaufmann – keine „eingefleischten Ökos“, wie Wenderoth sagt: „Aber es würde weder in unser Konzept passen, wenn wir Nachhaltigkeitsgedanken ausklammern, noch in unsere Zeit.“

Das ist auch der Grund, warum die Gerichte je nach Saison etwas variieren und bei The Prep überwiegend Bio-Zutaten in den Topf kommen. Vor allem beim Fleisch ist das den Gründern wichtig, wegen des hohen Antibiotika-Einsatzes in konventionellen Betrieben. „Da wir selbst aber nicht Bio-zertifiziert sind, dürfen wir die Gerichte auch nicht entsprechend deklarieren“, sagt Wenderoth.   

Das Konzept scheint dennoch bei den Kunden anzukommen: „Wer The Prep einmal probiert hat, bestellt fast immer wieder.“ Wenderoth lächelt zufrieden. Um mehr Kunden zu erreichen und weil es zu ihrer gesundheitsbewussten Zielgruppe passt, sollen demnächst auch mehr vegane Gerichte auf der The-Prep-Speisekarte stehen. Außerdem soll der Eintritt in den B2B-Markt gelingen, Arbeitgeber sollen ihren Mitarbeitern die gesunden Gerichte für die Mittagspause anbieten können. Im Online-Shop kosten die Gerichte zurzeit 6,90 bis 9,90 Euro, für Unternehmenskunden sind aber spezielle Angebote geplant.

Manches ist bei den Gründern noch in der Entwicklung, anderes wird neu gedacht. Gerade erst hat Wenderoth mit einem Anbieter telefoniert, der eine Mehrweg-Verpackung auf den Markt gebracht hat. Wenderoth: „Das wäre natürlich noch nachhaltiger.“