Ostumgehung Celle – jetzt!

Bürgerinitiative Ortsumgehung Celle

Viele Celler warten schon eine gefühlte Ewigkeit auf die östliche Ostumgehung B 3 n, die das Nadelöhr Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Zwei der insgesamt fünf Bauabschnitte sind bereits für den Verkehr freigegeben. Beim dritten Abschnitt, dem Mittelteil zwischen der B 214 bei Altencelle und der B 191 bei Altenhagen, blockierten Klageverfahren seit acht Jahren den Baustart. Doch jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Karte Ostumgehung Celle B 3 n Karte Ostumgehung Celle B 3 n

Grafik: IHK

Anfang August haben Anwohner aus dem Stadtteil Altencelle die Bürgerinitiative (BI) „Ostumgehung Celle – jetzt!“ gegründet. Vorsitzender Dr. Jens Dommes sagt: „Wir erleben einen überwältigenden Zuspruch. Die große Mehrheit der Celler Bevölkerung will die unerträgliche Verkehrsbelastung nicht länger hinnehmen.“ In wenigen Wochen stellte der Verein eine Plakataktion auf die Beine und organisierte Ende August eine Fahrradsternfahrt mit Protestmarsch in Altencelle. Überraschend für die 1.800 Demo-Teilnehmer brachte der Niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann zur Abschlusskundgebung eine gute Nachricht aus Berlin mit: Die von ihm beantragte Ausnahmegenehmigung zur Baufreigabe sei erteilt worden. Damit sei auch die Finanzierung des dritten Abschnitts durch den Bund gesichert und der Bau könne starten.  

„Diese Entscheidung ist auf unseren massiven und lauten Protest zurückzuführen“, sagt Dommes, denn nicht nur die BI, auch Politiker auf Stadt- und Landesebene hätten sich parteiübergreifend für den Bau der Ostumgehung stark gemacht. Erledigt habe sich das Anliegen der BI damit jedoch nicht, betont der Vorsitzende Dommes: „Unser Ziel ist, für die betroffenen Menschen schnellstmöglich eine erträgliche Lebenssituation zu schaffen. Wir werden daher nicht locker lassen und weiter Aktionen durchführen. Ruhe geben wir erst, wenn die Bagger im letzten Teilabschnitt rollen.“

Gegen den Planfeststellungbeschluss für den dritten Abschnitt hatte der Umweltverband BUND 2011 wegen fehlendem Fledermausschutz geklagt, 2016 hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Rechtswidrigkeit der Planung festgestellt, das Bundesverwaltungsgericht betätigte das Urteil. Den neuen Planfeststellungsbeschluss, der Maßnahmen zum Fledermausschutz enthält, hat der BUND erneut angefochten. Auch wenn eine juristische Entscheidung noch aussteht, können die nächsten Schritte zur Realisierung des 5,2 Kilometer langen und 92 Millionen Euro teuren Bauabschnitts jetzt eingeleitet werden.

„Wir werden die Arbeiten am bisherigen Bauende ausschreiben, im Frühjahr könnte es dann mit Bautätigkeiten losgehen“, sagt Gisela Schütt von der Niedersächsischen Straßenbaubehörde in Verden. Die Bauzeit für den dritten Bauabschnitt, zu dem eine Brücke über die Aller gehört, beträgt laut Behörde fünf bis sieben Jahre.

Parallel läuft das Planfeststellungsverfahren für den vierten Abschnitt zwischen der B 191 und der alten B 3. Mit der Ostumgehung Groß Hehlen als letztem Teilstück soll der Bau der B 3 n abgeschlossen werden.