Preis für Lüneburger Unternehmen

Foto: Boris Löffert
Die Preisträger aus Niedersachen und Bremen (v.l.): Marko Green, geschäftsführender Gesellschafter der BUYOND GmbH, Jörg Hohmann, Gesellschafter der Securepoint GmbH, Christian Schaefer, geschäftsführender Gesellschafter der Alfred Döpker GmbH & Co. KG Bauunternehmen und Carsten Weiß, Geschäftsführer der Kuhlmann Leitungsbau GmbH.

Zwei Unternehmen aus Lüneburg sing jetzt mit dem „Großen Preis des Mittelstands 2021“ ausgezeichnet worden: die Kuhlmann Leitungsbau GmbH und die Securepoint GmbH. Bei einer Gala im Düsseldorfer Hotel Maritim wurden insgesamt 20 Unternehmerinnen und Unternehmer ausgezeichnet. Sie hatten sich gegen 4.674 Mitbewerber aus ganz Deutschland durchgesetzt.

„Die hohe Beteiligung der Unternehmen am Wettbewerb, trotz der Corona-bedingten Belastungen, zeugt von der Kraft, dem Durchhaltevermögen und der Erneuerungs-fähigkeit des Mittelstandes. Dafür bietet der ´Große Preis des Mittelstands´ eine ideale Plattform“, sagte Dr. Helfried Schmidt, Vorstand der Oskar-Patzelt-Stiftung und Gründer des Wettbewerbs. Petra Tröger, Vorstand der Oskar-Patzelt-Stiftung, unterstrich: „In diesem Wettbewerb stehen die ganzheitliche Bewertung eines Unternehmens, die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse insgesamt sowie die Nachhaltigkeit und Zukunftsorientierung, nicht nur für das Unternehmen, sondern für die Gesellschaft, im Vordergrund.“

Die Kuhlmann Leitungsbau GmbH: Raketenpflug für Breitbandnetze

Die Kuhlmann GmbH wurde in diesem Jahr erstmals zum Wettbewerb um den „Großen Preis des Mittelstandes“ nominiert – und zwar vom Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e. V., enercity Netz GmbH, HTI Feldtmann KG und der IHK Hannover. In der Laudatio heißt es: „Die Kuhlmann GmbH hat sich von einer kleinen Baufirma konstant zu einem der führenden Infrastrukturbauer Norddeutschlands entwickelt. Das Tiefbauunternehmen beschäftigt aktuell rund 450 Mitarbeiter an fünf Standorten in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Sie verlegen, sanieren und montieren das ganze Spektrum an erdgebundenen Ver- und Entsorgungsleitungen komplett aus einer Hand. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Breitbandausbau.

Seit 2015, dem Eintritt von Geschäftsführer Carsten Weiß, ist die Belegschaft von Kuhlmann um fast 52 Prozent gewachsen. Der Umsatz stieg seitdem um 150 Prozent. Das gelingt vor allem, weil sich das Unternehmen ständig erneuert und Impulse aus dem Umfeld aktiv in Innovationen umsetzt. Beispielsweise, die Region mit schnellem Internet zu versorgen. Das bedeutet beim Glasfaserausbau eine Bauleistung in dreistelliger Millionenhöhe. Das bietet außerdem Potential für innovative Servicedienste, die weiter ausgebaut werden.

Veränderungen in der Gesellschaft, in Technologien und Umwelt finden in immer kürzeren Zyklen statt. Das erfordert agile Antworten und neue Lösungswege. Das Unternehmen entwickelt konstant Neuerungen in den Arbeitsabläufen, um die Umwelt zu schützen. Begonnen bei der automatischen Abschaltung der Baugeräte bei Stillstand, um die CO2-Emissionen zu senken. Zur Abfallvermeidung auf den Baustellen hat das Unternehmen früh Recyclingsysteme im Bereich Mineralischer Schlämme eingesetzt. Bereits seit 15 Jahren werden Bauabfälle getrennt.

Seit 2015 treibt Kuhlmann die Elektromobilität für Baumaschinen in Kooperation mit den Herstellern voran. Seit mehr als zehn Jahren wird der Strom an allen Betriebsstandorten per Photovoltaik erzeugt. Die Gerätedisposition per GPS erhöht außerdem den Auslastungsgrad des Fuhrparks, das schont Ressourcen.

Zu den eingesetzten innovativen Geräten gehören ein Saugbagger und ein Raketenpflug. Der Saugbagger schützt Baumwurzeln und Fremdleitungen im Tiefbau. Der Raketenpflug hilft Breitbandnetze auszubauen. Er wird am Bagger befestigt. Damit kann zehnmal schneller als mit konventionellen Methoden gebaut werden, zugleich umweltschonend, zeit- und kostenoptimiert.

Allen Azubis stehen Betreuer zur Seite. Durch vielseitige Weiterbildung entwickeln sich Fachkräfte aus dem Unternehmen, um den eigenen Bedarf sicherzustellen und Quereinsteigern einen schnellen Einstieg zu ermöglichen. Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern zudem eine umfangreiche Gesundheitsvorsorge. Das reicht von Burnaout-Prävention über Ergonomie-Beratung bis Checkup und Sehtest.

Nachhaltigkeit bestimmt wesentlich das Handeln bei Kuhlmann. So sind die zum Teil selbstentwickelten Verfahren darauf ausgerichtet, die Natur zu schonen. Deshalb wird Kuhlmann auch mit entsprechend komplexen Aufgaben betraut, beispielsweise in Naturschutzgebieten.“

Die Securepoint GmbH: Keine Chance für Hacker 

Auch die Securepoint GmbH wurde in diesem Jahr erstmalig für den „Großen Preis des Mittelstands“ nominiert. Vorgeschlagen wurde das Unternehmen durch den businessZirkel aus Barum. In der Laudatio heißt es: „Securepoint steht für Sicherheit auf allerhöchstem Niveau. Mehr als 80 000 Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz schützen ihre Netzwerke mit den Produkten der Securepoint GmbH vor Cyber-Attacken und Spionage.

Das Lüneburger Unternehmen gehört zu den wenigen IT-Herstellern in Deutschland, die es ohne Fremd- oder Risikokapital geschafft haben. Gestartet 1997 als kleines Start-up Unternehmen, hat es sich zu einem führenden, hochtechnologischen Sicherheitsspezialisten mit modernen Arbeitsplätzen und 170 Mitarbeitern entwickelt.

Das Angebot von Securepoint umfasst umfangreiche IT-Sicherheitslösungen und Services für die Bereiche von on-Premise und on-Demand (Cloud). Dazu gehören Produkte von UTM-Firewalls über Antivirensoftware bis zu Mobile Security für Smartphones und Tablets.

Die IT-Security-Produkte werden in Kooperation mit deutschen Hardwareanbietern entwickelt und programmiert. Dabei setzt Securepoint auf das mehrschichtige Konzept der sogenannten Unified Security, also umfassende und ganzheitliche IT-Sicherheit. Kleine und mittelständische Kunden schätzen die Mischung aus zuverlässigen Strategien, sicheren Produkten und innovativer Weiterbildung.

Technologiepartner ist die Wortmann AG, der die Hardware für Securepoint produziert und über ein umfangreiches Vertriebsnetz verfügt. Mit der Wortmann AG veranstalten die IT-Spezialisten einmal jährlich eine Kinoroadshow in zehn deutschen Städten der Dach-Region, bei der bis zu 1 500 Kunden erwartet werden. 19 Vertriebsteams unternehmen Sales-Expert-Veranstaltungen und mit bis zu 30 verschiedenen Fachhändlern wird ein Informations- und Verkaufsevent veranstaltet.

Junge Leute können bei Praktika zur Berufsorientierung in die hochmoderne IT-Security-Branche schnuppern. Wenn sich fünf Schülerinnen und Schüler zusammenfinden, ermöglicht Securepoint einen praxisnahen Einblick in das Berufsfeld Fachinformatiker. Azubis des Unternehmens leiten die Schüler an, erste kleine Codes zu programmieren oder den firmeneigenen 3-D-Drucker zu bedienen. Die Praktika können auch online durchgeführt werden.

Securepoint plant mittelfristig ein duales Studium auch für den IT-Bereich anzubieten und ist dazu bereits mit möglichen Kooperationspartnern und Hochschulen im Gespräch. Darüber hinaus will das Unternehmen neue Mitarbeiter gewinnen, die dem deutschen IT-Standort helfen, neue Märkte zu erschließen und IT-Kompetenz aufzubauen.

Im sozialen Bereich hat Securepoint dem Projekt „LernRaum“ der Lüneburger Kindertafel 5.000 Euro gespendet, um die technische Ausstattung zu verbessern und hofft, damit einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe in der besonderen Situation der Corona-Zeit zu leisten. Eine weitere Spende von 1.500 Euro ging an den Round Table in Lüneburg.

Als Hersteller und für seine innovativen Lösungen wurde die Securepoint GmbH mehrfach ausgezeichnet. Beispielsweise mit dem Channel Excellence Award 2021 und auf der Funkschau Cyber Security mit dem Produkt des Jahres 2020.“